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Anwalt sich selbst mit Fake Profil bewertet (mutmaßlich)

| 30.03.2016 18:53 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um die Beweislast bei mutmaßlicher Fehlleistung eines Anwalts. Hinweis auf Beschwerdemöglichkeit bei den Rechtsanwaltskammern.

Guten Tag,
ich bin über eine gute Bewertung zu einem Abzocker Anwalt gekommen. Schaden, nicht nur bei mir im fünfstelligen Bereich. Ich stelle nun fest, dass der Verdacht eines Fake Profils sich erhärtet. 1. Nur eine Bewertung (der Anwalt). 2. Kein Profilbild, 3. Keine Kontakte, 4. Keine Aktivitäten im soz. Profil. 5. Profilinhaber konnte von mir nicht ermittelt werden.

Wie ist vorzugehen? Wie komme ich an die hinterlegte eMail als Beweis? Anzeige bei Polizei? Kann man den Anwalt zwingen seine Buchhaltung zu diesem "Kunden" bekannt zu geben? Soll ich diese Kenntniss erst in der Güteverhandlung zur überzogenen Rechnung präsentieren?

Danke für die Hilfe

Sehr geehrte Fragesteller,

unter strafrechtlichen Aspekten haben Sie selbst schon erkannt, dass ein „mutmaßlich" selbst bewertetes „Fake"-Profil nicht für eine Strafverfolgung ausreichen wird. Polizei und Staatsanwaltschaft werden ein Ermittlungsverfahren nur einleiten, wenn zureichende Anhaltspunkte einen sog. Anfangsverdacht begründen. Die Nr. 1 – 4 sind nicht zureichend in diesem Sinne. Wenn der Profilinhaber nicht ermittelt werden kann (Nr. 5) spricht das eher für einen Verstoß gegen das Telemediengesetz bzw. für die fehlende Info nach § 2 DL-InfoVO, zu der auch Anwälte verpflichtet sind.

Zivilrechtlich haftet der Anwalt für Fehlleistungen gegenüber seinem Mandanten. Allerdings obliegt Ihnen die Beweislast, dass gerade das o.g. Fake-Profil zu dem konkreten Schaden geführt hat. Oder anders ausgedrückt: Ein Anwalt kann mit einem gefälschten Profil in einem konkreten Fall gute Arbeit geleistet haben oder umgekehrt: Mit einem echten Profil ist eine Fehlleistung nicht ausgeschlossen.

Diese Beweislast werden Sie in Anbetracht des hohen Streitwerts bei der Kosten-Risikoanalyse bewerten müssen. Denn anwaltliche Gebühren und auch Gerichtskosten orientieren sich an dem Streitwert.

Wesentlich günstiger und risikoärmer bietet sich eine Beschwerde über den Anwalt bei der Rechtsanwaltskammer in Ihrem örtlichen Zuständigkeitsbereich an. Die kann kostenfrei schriftlich bei der Kammer eingereicht werden. In dem Anschreiben teilen Sie mit, was passiert ist und warum Sie der Auffassung sind, dass Ihr Anwalt gegen die anwaltliche Berufspflicht verstoßen hat.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit ein kostenloses Vermittlungsverfahren durchzuführen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2016 | 21:06

Guten Abend Herr Burgmer,

danke für die ausführliche Antwort. Ich habe schon erkannt, dass der Anwalt alle Grenzbereiche bestens kennt und nützt.
Aber angenommen ich kann den Beweis erbringen und das es diesen positiven "Mandanten" nie gegeben hat. Gibt es dann die Chance ihn rechtlich zu belangen?

Beste Grüße!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2016 | 21:25

Gerne zu Ihrer Nachfrage:

Sie müssten dann immer noch beweisen, dass diese Täuschung zu IHREM Schaden geführt hat. Der Anwalt muss Sie durch Täuschung zu einer Vermögensverfügung veranlasst haben, die zu einem „stoffgleichen" Schaden ihrerseits geführt hat. Das heißt, dass bei der Vermögensverschiebung der sich unmittelbar ergebende Vorteil des Anwalts genau die Kehrseite Ihres Schadens darstellt.
Dann würde die Staatsanwaltschaft auf der Basis eines Anfangsverdachts weitere Ermittlungen durchführen.
Gleichwohl rate ich Ihnen zu dem risikoärmeren und kostenfreien Weg der Beschwerde bei der Anwaltskammer. Dort würden dann auch die Modalitäten des falschen Profils und der gefälschten Email angefordert und ggf. auch aufgeklärt werden. Denn das sind Berufspflichten, die genau der Kontrolle durch die Anwaltskammern unterliegen.

Bewertung des Fragestellers 01.04.2016 | 07:17

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2. Sehr schnell und dennoch umfassend reagiert.
"
Stellungnahme vom Anwalt:
Danke für die freundliche Bewertung.

Gerne möchte ich zu Klarstellung - Sie hatten das allerdings nicht gefragt - anfügen: Unbeschadet des "Fake-Verdachts" haftet der Anwalt selbstverständlich nach den allgemeinen Regeln für Fehlleistungen und muss dafür auch eine berufliche Haftpflichtversicherung unterhalten. Diese Versicherung muss er in seiner öffentlichen Präsentation im Internet konkret benennen.
Beste Grüße,
Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt
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