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Antrag auf alleiniges Sorgerecht - welche Chancen bestehen?

| 12.05.2009 16:59 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Ich bin seit dem 20.08.2008 verheiratet und seit dem 24.11.2008 bereits wieder getrennt lebend.
Ich bin im 8. Monat von meinem Noch-Mann schwanger.

Verlassen habe ich ihn aufgrund von enormem psychischen Druck und sexueller Nötigung. So zwang er mich über 1,5 Jahre unter Androhung, er würde sich von mir trennen - und mir damit meine Familie nehmen (seine Tochter aus einer früheren Beziehung, die ich wie meine Tochter angesehen habe lebte bei uns) zum Geschlechtsverkehr mit anderen Männern. Er suchte sie in speziellen Internetforen für mich aus und "hetzte" sie quasi auf mich.
Es verschaffte ihm einen besonderen Kick.
Ich selbst habe sehr darunter gelitten, aber immer gedacht, wenn ich es nur täte, würde er irgendwann zufrieden sein und damit aufhören.
Insgesamt waren es 4 Männer mit denen ich schlafen mußte und weitere, die er zu erotischen Fotoshootings zu uns nach Hause einludt und mich anfaßten.
ich bat und bettelte, weinte viel, spielte mit dem Gedanken zu gehen und hoffte, dass er aufhört.
Er hörte nicht auf, erfüllte mir nach unserer Hochzeit aber den Wunsch nach einem Kind.
Ich verliebte mich kurz nach feststellen der Schwangerschaft in den letzten Mann, der eigentlich als "Spielgefährte" für mich gedacht gewesen war.
Mein Mann drohte mir erneut mit Trennung und Scheidung - nur diesmal ging ich. Unterstützt von dem letzten Mann.
(Ich weiß, viele werden denken, warum ist sie nicht schon früher gegangen - tja, warum bleiben Frauen bei Männern, die sie schlagen??? Das ist das gleiche. Es ist schwer da heraus zu kommen.)

Mein Mann forderte zunächst die Abtreibung des Kindes, dann wollte er, dass mein neuer Partner es adoptiert. Er bezeichnete das Kind als Fehler seines Lebens und 3 Minuten Spaß, zweifelt die Vaterschaft an.
Jeglicher Kommunikationsversuch mit ihm endet im Streit und Beschimpfungen durch meinen Mann.
Er verweigert mir den Umgang zu meiner Stieftochter.
Droht, wenn ich mir für die Scheidung einen eigenen Anwalt nehmen würde, würde ich die Stieftochter nie wieder sehen.
Gleichzeitig weigert er sich das Sorgerecht für unser Kind freiwillig auf mich allein übertragen zu lassen, was ursprünglich mal angedacht war.
Unterhalt zahlen will er künftig auch nicht, möchte aber den Namen für das Kind mit aussuchen.
Seit drei Wochen fragt er ab und an, wie es mir und dem Kind geht.
Dazwischen immer wieder Streit und Beschimpfungen.
Die einfachsten Themen führen zu keiner Übereinkunft zwischen uns.

Wie gut stehen unter all diesen Umständen die Chancen, dass das Gericht einen Antrag auf alleiniges Sorgerecht für unser gemeinsames Kind zu meinen Gunsten entscheiden würde?

Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Basis des geschilderten Sachverhaltes wie folgt beantworten:

Da der Mann zum Zeitpunkt der bald stattfindenden Geburt noch mit Ihnen verheiratet ist, gilt er gemäß § 1592 BGB als Vater des Kindes und hat damit zunächst wie Sie auch das Sorgerecht für das Kind.

Eine Übertragung des Sorgerechtes allein auf Sie ist auf Antrag durch eine Entscheidung des Familiengerichtes möglich, wenn zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf den Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

Rechtsgrundlage hier ist § 1671 BGB.

Entscheidend für das Gericht wird daher die Frage sein, ob eine alleinige Sorgerechtsausübung durch Sie für das bald geborene Kind besser ist als der gesetzlich vorgesehene Regelfall der gemeinsamen Ausübung.

Hierbei sind die von Ihnen angeführten Verfehlungen Ihnen gegenüber nur bedingt und mittelbar zu berücksichtigen, denn sie haben zunächst einmal nicht unmittelbar mit der Beziehung des Vaters zum Kind zu tun. Das wird u.a. daran deutlich, dass Ihre Stieftochter während der gesamten Zeit mit Ihnen beiden zusammen gelebt hat und diese Beziehung Vater-Tochter wohl unbelastet ist.

Auf der anderen Seite muss das Gericht natürlich auch würdigen, dass das neugeborene Kind noch keinerlei Bezug zum Vater hat, es also in dieser Hinsicht keinerlei Trennungsproblemen ausgesetzt sein wird.

Das Neugeborene hat auch noch keinerlei soziale Bindungen im Umfeld des Vaters, die bei einer Aufhebung der elterlichen Sorge aufzugeben wären.

Für die Ausübung des gemeinsamen Sorgerechtes fehlt ganz offensichtlich zwischen Ihnen und Ihrem Mann jede noch so kleine Basis, so dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass gemeinsame Entscheidungen so gut wie nie zustande kommen würden und dass das Wohl des Kindes unter diesen Streitigkeiten leiden würde.

Ich denke, dass ein Antrag auf Übertragung der alleinigen Sorge auf Sie schon gut begründet werden und durchaus berechtigte Aussichten auf Erfolg haben kann. Es kommt natürlich darauf an, diesen Antrag so gut und umfassend wie möglich zu begründen.

Sie sollten auf jeden Fall diese Sache nicht ohne anwaltliche Unterstützung angehen, dafür ist die Sach- und Rechtslage zu kompliziert.

Sofern Sie dabei meine Hilfe in Anspruch nehmen möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Räumliche Entfernungen zwischen Anwalt und Mandantin sind heute angesichts moderner Kommunikationsmöglichkeiten kein Hinderungsgrund.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 12.05.2009 | 17:25

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