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Antrag auf Widerruf der Bewährung

04.06.2009 13:20 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,

Im Jahr 2007 (Straftat begannen 2006) bekam ich eine Bewährungsstrafe von 3 Monaten wg. Betrug. Im November 2008 (Straftat begangen 2004) wurde ich wegen Betrug zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt. Der Bewährungsstrafe von 2007 wurde mit der Verurteilung von 2008 zu einer Bewährungsstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten zusammengefasst.

Bewährungszeit 3 Jahre.

Folgendes Problem:

Mir wurde Schadenswiedergutmachung als Auflage aufgetragen für die Sache von 2007.

Seit April 2008 erzähle ich dem Bewährungshelfer, das ich Zahlungen leiste, habe aber nie schriftlich welche nachgewiesen, also nur behauptet. Jetzt hat er herausbekommen, das ich keine Zahlungen geleistet habe und teilt morgen dem Gericht schriftlich mit, das er anregt die Bewährung zu widerrufen. Habe ihn quasi angelogen, aber "immerhin" keine Belege gefälscht. Er meinte wenn das durch geht, muss ich 1 Jahr 3 Monate absitzen und wird sich dafür stark machen.

Was ich noch dazu sagen möchte: Von meinen Kontoumsätzen habe ich während des letzten Jahres an Geldeingängen pro Monat deutlich unter 500 Euro zur Verfügung gehabt seit November bis dato bewegen sich meine Einkünfte pro Monat bei 0 Euro, auch kein Harz4. (Diese Angaben mache ich, da ich ja sein kann, das ich zu wenig verdient habe um Auflagen überhaupt erfüllen zu können, ob ich nun meinen Bewährungshelfer angelogen habe oder nicht.)

Welche Chancen stehen höher, Widerruf oder der Verzicht auf Widerruf?

Wenn alles schlecht läuft und wir annehmen, das der Bericht Montag beim Amtsgericht liegt, und die die Meinung des Helfer teilen, wann kann ich damit rechnen Post zum Strafantritt zu bekommen, frühestens?

Bringt es was jetzt noch nachträglich Zahlungen zur Schadenswiedergutmachung zu leisten?

PS: Während der gesamten Bewährungszeit, wurden keine neuen Straftaten begangen und es liegen keine neuen Strafanzeigen vor. Außerdem habe ich seit heute genau 9 Arbeitstagen wieder eine feste Beschäftigung die ab dem 15. Juli festes Geld einbringt, von welchem ich dann auch Schadenswiedergutmachungen leisten kann.

Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:
Vorweg: Die Ladung zum Strafantritt wird Ihnen zunächst nicht zugestellt werden. Sie werden zunächst eine Ladung zur Anhörung erhalten, im Zuge derer Sie Gelegenheit haben, die Umstände zu erklären und das Gericht davon zu überzeugen, dass ein Widerruf unangemessen wäre.

Der Bewährungswiderruf kann nach § 56 f Abs. 1 Nr. 3 StGB u.a. dann erfolgen, wenn gegen Auflagen gröblich und beharrlich verstoßen wird. Nach Ihrer Schilderung wurde Ihre Haftstrafe unter Auflage der Schadenswiedergutmachung zur Bewährung ausgesetzt.
Da Sie seit nunmehr einem Jahr keine Schadenswiedergutmachung leisten, dürfte ein beharrlicher Verstoß gegen die Auflage anzunehmen sein. Insofern besteht tatsächlich die Gefahr des Bewährungswiderrufs.

Allerdings kann das Gericht nach § 56 f Abs. 2 StGB vom Widerruf absehen, wenn es für ausreichend hält, dass weitere Auflagen oder Weisungenbzw. eine Verlängerung der Bewährungszeit ausreicht.

Insofern sollten Sie in der zuvor stattfindenden Anhörung das Gericht davon überzeugen, dass die Schadenswiedergutmachung nur deshalb nicht erfolgen konnte, weil Sie nicht über die finanziellen Mittel verfügten. Selbstverständlich wird man Ihnen aber vorhalten können, dass Sie dies mit Ihrem Bewährungshelfer hätten besprechen müssen, um eine Lösung zu finden. Hier sollten Sie gute Argumente parat haben.

Nachträgliche Zahlungen können jedenfalls nicht schaden und zeigen Ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Schadenswidergutmachung.

Bevor Sie jedoch handeln, empfehle ich Ihnen, einen Kollegen Ihres Vertrauens mit der Angelegenheit zu beauftragen. Die Praxis bestätigt immer wieder, dass eine professionelle Verteidigung Ihre Chancen wesentlich erhöht. Mit einem Verteidiger an Ihrer Seite sehe ich durchaus realistische Chancen, einen Widerruf zu vermeiden.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Abschließend erlaube ich mir die Bemerkung, dass ich von Ihrer derzeitigen Zahlungsfähigkeit bezüglich des hier ausgelobten Betrages ausgehe. Andernfalls würde dies eine erneute Betrugsstraftat darstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

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