Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anteil an Schulden nach Zwangsversteigerung

24.12.2018 17:38 |
Preis: 50,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Diplom Kaufmann Peter Fricke


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe im April diesen Jahres eine Eigentumswohnung aus einer Zwangsversteigerung erworben. Die Zwangsversteigerung wurde von der WEG beantragt, da sich durch mehrere Jahre ausstehender Hausgeldzahlungen und Sonderumlagen eine stattliche Summe von über 27.000€ angesammelt hat.
Mir war die Situation bekannt, da ich in dieser Anlage schon eine weitere Einheit besitze.

Nun sollen die offenen Posten des Alt-Eigentümers der Wohnung aus der Zwangsversteigerung per Sonderumlage an alle Eigentümer nach Miteigentumsanteil umgelegt werden um die Rückstände auszugleichen. Für die alte Wohnung die ich in der Anlage schon vorher besaß, habe ich meinen Anteil dieser Summe schon bezahlt.

Die WEG möchte jedoch auch von der neu aus der Zwangsversteigerung erworbenen Eigentumswohnung einen Anteil an der Sonderumlage. Diese beträgt ca. 10% der Gesamtsumme.

Ich kenne den Grundsatz, dass bei Kauf einer Wohnung aus der Zwangsversteigerung der neue Eigentümer nicht für die Schulden des Alteigentümers haftet. Also die 27.000€ können nicht auf mich umgelegt werden, dass ist auch der WEG klar. Trotzdem möchte die WEG jetzt meinen Anteil an der Sonderumlage zum Ausgleich der offenen Posten des Alt-Eigentümers.

Der Beschluss ist vom 30.08.18. Da ich leider in der Zwischenzeit einen Unfall nur knapp überlebt habe, konnte ich mich diesem Problem nicht früher zuwenden.

Gilt hier der Grundsatz, dass ein neuer Eigentümer nach Zwangsversteigerung nicht für die Schulden des Voreigentümers haftet oder muss ich für meinen Miteigentumsanteil (ca. 10%) an den 27.000€ Gesamtschulden des Voreigentümers bezahlen?

Einsatz editiert am 25.12.2018 18:57:42

Einsatz editiert am 25.12.2018 18:58:24

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Frage und das dahinter stehende Konzept ist durchaus interessant. Die Schulden des Alteigentümers Dritten gegebenüber erlischen im Moment des Zuschlages. Dann ist völlig nachvollziehbar, wenn diese Beträge den zuvorigen Eigentümern im Wege der Umlage aufgebürdet werden und damit die rückständigen Hausgeldzahlungen der WEG gegenüber ausgeglichen werden.

Dann aber gesondert für DIESE Schulden auch anteilig an den neuen WEG Eigentümer dieser Wohnung ( unerheblich, wenn Sie bereits eine weitere Wohnung haben ), heranzutreten und vom ihm wiederum anteilig auch die Altschulden begleichen zu lassen, halte ich nicht für zulässig.

Nach der Dogmatik des ZVG und des WEG müsste eigentlich dieser Anteil erneut gequotelt und auf alle weiteren Eigentümer umgelegt werden.

Diese Problematik habe ich in der Rechtsprechung aber nicht gefunden, was mich durchaus einmal interessiert hätte. Das kann aber durchaus gerichtlich geklärt werden, da die Möglichkeit besteht, mit einer solchen Rechtsauffassung durchzudringen. Natürlich wird auf der Gegenseite ein Anwalt genau das Gegenteil behaupten und auf das angebliche klare Umlageverfahren der WEG verweisen. Eine Erklärung dafür, wie aber in Anlehnung an das ZVG mit Zuschlag die Schulden des alten Eigentümers erlischen, wird er aber bis zuletzt nicht einbringen können. Diese Frage sollte ein Richter beantworten.

Aber, es gibt Fristen und Formalitäten, die bei einer solchen Klage eingehalten werden müssen. Auch sollten Sie zu dieser Thematik einen Rechtsanwalt nehmen, der mit WEG Verfahren vertraut ist. Die Rechtsmaterie hat es in sich und sollte von einem Fachmann vor Gericht gebracht werden.

Mit besten Grüssen
Fricke
RA

Nachfrage vom Fragesteller 30.12.2018 | 12:06

Sehr geehrter Herr Fricke,

mir ist sowohl die Seite des ZVG und des WEG, als auch die Seite der WEG im Bezug auf das Umlageverfahren bekannt.

Das kann doch nicht der erste Fall mit diesem Sachverhalt sein. Eine Sonderumlage der WEG nach Insolvenz eines Eigentümers ist ja nicht unüblich.

Ist es hierzu nicht möglich genaueren Aussagen treffen?
Ich bin davon ausgegangen, dass dies ZVG-Rechtsanwälte (mit Erfahrung im WEG) betrifft.

Falls nicht, wer wäre dann der entsprechende Ansprechpartner?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.12.2018 | 02:42

Sehr geehrter Nachfragender,

nach nochmaliger Sichtung der Rechtsprechung ist mir ein ähnlicher Fall von Ihnen nicht untergekommen.
Es geht hier um die Schnittstelle des WEG und des ZVG. Die Besonderheit einer Umlage in Ihrem Verfahren müsste richterlich erst in einem durchaus interessanten Verfahren geklärt werden. Ich gehe sogar davon aus, daß man ein derartiges Verfahren gewinnen kann.

Rechtsanwälte, die auf das ZVG und das WEG spezialisiert sind, sind relativ selten und die Mischung der beiden Kombinationen wohl noch viel seltener. Ich würde aber den Schwerpunkt bei einem Anwalt suchen, der WEG Recht macht und vordergründig Mietstreitigkeiten als Fachgebiet ausweist.

Mit besten Grüssen und den besten Wünschen eines guten Jahreswechsels.

Fricke
RA

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69096 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Anwälte können nur dann richtige Aussagen treffen wenn die Frage auch richtig formuliert war. Dies musste ich nachholen und war mein Fehler. Herr Richter hatte sich dann erneut die Mühe gemacht und erneut umfangreich recherchiert. Ich ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage wurde zur vollsten Zufriedenheit beantwortet. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und klare Antwort! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen