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Ansprüche des unehelichen & enterbten Kindes?

11.01.2013 14:06 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Merkel, LL.M.


Sachverhalt:

Berliner Testament


Kind 1 aus bestehender Ehe,
Kind 2 aus vorheriger Ehe des Ehemannes (soll enterbt werden)

Frage:

Was passiert nach dem Tod beider Eheleute?
Hat Kind 2 noch Ansprüche?
Welche Ansprüche?
Nur aus dem Vermögen des verstorbenen Gatten?
Wie wird das dann ermittelt?

Könnte die Ehefrau das Vermögen des Ehemannes ausgeben oder hat sie irgendwelche
Sicherungspflichten

Sehr geehrter Fragesteller,
sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.


Das uneheliche und enterbte Kind hat einen Anspruch auf seinen gesetzlichen Pflichtteil wenn der Vater stirbt. Verstirbt also der Vater zuerst, kann Kind 2 seinen Pflichtteil vom überlebenden Ehegatten, als alleiniger Erbe einfordern. Verstirbt die Mutter zuerst, so kann Kind 2 seinen Pflichtteil erst nach dem Tod des Vaters von Kind 1, als Schlusserbe einfordern.

Der Pflichtteilsanspruch bezieht sich immer nur auf eine Auszahlung in Geld. Die Höhe des Pflichtteils hängt vom Güterstand der Ehe und vom Zeitpunkt des Ablebens des Vaters ab.

Leben Sie im Güterstand der Zugewinngemeinschaft (Normalfall), so beträgt der Pflichtteil bei noch einem Kind 1/8 vom Nachlass des Vaters. Zugewinngemeinschaft bedeutet, dass jeder Ehepartner Eigentümer des in die Ehe eingebrachten Vermögens und während der Ehe erlangten Vermögens bleibt, vgl. § 1363 BGB. Gemeinsames Vermögen kann nur durch Miteigentum begründet werden, z.B. Sie stehen beide im Grundbuch als Eigentümer einer Immobilie, dann würde Kind 2 vom hälftigen Wert der Immobilie 1/8 erhalten. Insofern ist ein Vermögensverzeichnis der Eheleute aufzustellen, um den Nachlasswert des Vermögens des Vaters zu ermitteln. Überlebt dieser die Mutter so errechnet sich der Pflichtteil von Kind 2 aus dem Gesamtvermögen, da der überlebende Vater durch das Berliner Testament durch Erbeinsetzung das Vermögen der Frau geerbt hat und dies nun zu seinem Nachlass gehört.

Haben Sie durch Ehevertrag die Zugewinngemeinschaft ausgeschlossen, so ergeben sich für die Pflichtteilsberechnung möglicherweise andere Quoten.

Durch notariellen Vertrag kann gemeinsam mit Kind 2 dessen Pflichtteil z.B. nur auf den Nachlass des Vaters begrenzt werden, auch wenn dieser Letztversterbender sein sollte. Bitte wenden Sie sich hierfür an einen Notar.



Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Beste Grüße

Anja Merkel, LL.M.
Rechtsanwältin

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