Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anspruch aus mündlichem Vertrag geltend machen?


| 08.12.2008 16:22 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Sonja Richter



Guten Tag,

ich arbeite freiberuflich als Marketingberaterin und Texterin.

Mitte August erhielt ich über eine Kooperationspartnerin eine Anfrage für Konzept und Text für einen Flyer für einen selbstständig tätigen Handwerker. Ich kontaktierte den Kunden telefonisch und wir vereinbarten einen weiteren Telefontermin für ein ausführliches Briefing. Dieses fand am 25.08.08 statt (nachweisbar durch Telefonrechnung).

Daraufhin konzipierte ich einen Flyer und schickte dieses Konzept, zusammen mit einer Bestätigung der vereinbarten Konditionen, am 2.09.08 an den Kunden.

Seitdem habe ich nichts mehr von dem Mann gehört. Nachfragen per Mail wurden nicht beantwortet, er ging nicht ans Telefon bzw. legte auf, wenn ich anrief und mich meldete.

Daraufhin schickte ich ihm am 18.09.08 eine Rechnung über einen Teilbetrag der vereinbarten Endsumme für das Konzept (EUR 142,80), am 9.10.08 folgte eine schriftliche Mahnung per Einwurf-Einschreiben, und am 25.10.08 letztmalig eine Mahnung per Mail.

Am 11.11.08 beauftragte ich ein Inkasso-Unternehmen, das am 12.11. sowie am 24.11.08 Inkasso-Schreiben verschickte.

Der Rechtsanwalt meines Schuldners bestreitet nun nachhaltig die Auftragserteilung, die meiner Meinung nach aber aus dem Schriftverkehr klar ersichtlich ist, auch wenn es keine schriftliche Auftragsbestätigung gab. Mündlich getroffene Werkverträge sind doch ebenso wirksam wie schriftliche Vereinbarungen, oder nicht? Zudem habe ich eine Zeugin in Person meiner Kooperationspartnerin.

Meine Frage: Habe ich unter diesen Umständen realistische Chancen, einen gerichtlichen Mahnbescheid zu erwirken? Oder ggf. noch weitere Schritte zu gehen?

Der Streitwert ist zwar nicht hoch, aber ich möchte meinem Ex-Kunden dieses Verhalten eigentlich nicht durchgehen lassen.

Vielen Dank!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Selbstverständlich sind mündlich geschlossene Verträge genau so wirksam wie schriftliche. Sie haben nur den Nachteil, daß sie im Zweifel schwieriger zu beweisen sind - wie Sie gerade feststellen müssen. Ihr Anspruch besteht daher. Es stellt sich die Frage der Beweisbarkeit.

Für die Tatsache, daß es überhaupt zu einem geschäftlichen Kontakt zwischen Ihnen und dem Schuldner kam, steht Ihnen die Kooperationspartnerin zur Verfügung, da diese als Verbindungsfrau den Kontakt überhaupt erst hergestellt hat. Daß es im Anschluß daran zu einem Telefonat kam, läßt sich anhand der Telefonrechnung beweisen. Den Inhalt des Telefonats können Sie dadurch jedoch nicht belegen.

Es gibt nun die Möglichkeit, Ihr Schreiben vom 2.9.08 als kaufmännisches Bestätigungsschreiben zu werten, da Sie und Ihr Vertragspartner als Kaufleute zu werten sind. Dies ist dann gegeben, wenn Vertragsverhandlungen vorausgegangen sind, die zu einem Abschluß geführt haben, und ein Vertragspartner dieses Ergebnis als Bestätigungsschreiben festhält. Rechtsfolge eines kaufmännisches Bestätigungsschreibens ist, daß im Falle eines Schweigens des anderen Vertragspartners der Inhalt der Bestätigungsschreibens als genehmigt gilt. Es gelten dann die in dem Bestätigungsschreiben vereinbarten Konditionen als vereinbart.

Mit dieser Argumentation hätten Sie nach derzeitiger Einschätzung vernünftige Erfolgsaussichten, Ihre Forderung auch gerichtlich durchsetzen zu können.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2008 | 16:52

Vielen Dank für Ihre rasche Antwort!

Eine Frage habe ich noch: Gilt die Sache mit dem kaufmännischen Bestätigungsschreiben auch dann, wenn dieses per Mail erfolgt ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2008 | 17:24

Sehr geehrter Fragesteller,

mir ist zu Ihrer Frage kein höchstrichterliches Urteil bekannt. Allerdings habe ich ein Urteil des Brandenburgischesn OLG (Az.: 6 U 118/06) gefunden, das die Existenz eines kaufmännischen Bestätigungsschreibens per Mail bejaht.

Mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Bewertung des Fragestellers 08.12.2008 | 17:57


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"War beeindruckt von der Schnelligkeit der Reaktion und weiß jetzt, wie ich weiter vorgehen werde. Vielen Dank!"
FRAGESTELLER 08.12.2008 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER