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Anspruch auf Umbuchung von Prämienflugtickets bei Annullierung wg. Corona?

| 30.08.2021 11:37 |
Preis: 47,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


Drei Familienmitglieder und ich buchten im Januar 2020 auf der Website von Qatar Airways Prämienflüge für die Strecke Warschau-Doha-Warschau. Dazu sammelten wir zuvor entsprechende Bonuspunkte im Kundenbindungsprogramm der Airline, welche für die Buchung der Prämientickets verwendet wurden, außerdem wurden Steuern und Gebühren mit Kreditkarte bezahlt. Voraussetzung für die Ausstellung von Prämientickets ist übrignes neben dem Vorhandensein von ausreichend Prämienpunkten, dass die Airline zuvor auch Prämienplätze auf einem Flug freigegeben hat ("Verfügbarkeiten"). Das wird über eigens dafür vorgesehene Buchungsklassen abgebildet - in unserem Fall die Buchungsklasse U (=Prämienflug Business Class). Der Hinflug sollte am 20. März 2020 stattfinden, der Rückflug am 25. März 2020.

Zu erwähnen ist noch, dass die Prämientickets auf Grund einer Promotion für die Hälfte der sonst üblichen Bonuspunkte gebucht werden konnten. Daher möchten wir diese Tickets unbedingt noch abfliegen.

Etwa eine Woche vor Abflug stellte die Airline den Flugbetrieb auf der gebuchten Relation ein und stornierte unsere Tickets. Das Emirat Katar untersagte außerdem touristische Einreisen in das Land bis auf weiteres.

Seit etwa Anfang August ist das Emirat Katar wieder für touristische Einreisen geöffnet. Wir wandten uns vor kurzem mit der Bitte an die Airline, uns nach ihrem Ermessen auf beliebige Prämienflüge der ursprünglichen Route umzubuchen. Vorgegeben haben wir lediglich den Reisezeitraum November und einen Aufenthalt von 5 Nächten.

Heute hat die Airline dies abgelehnt - es stünden keine Verfügbarkeiten in der Buchungsklasse U zur Verfügung. Man bot uns die Erstattung der Punkte und der Steuern und Gebühren an. Dies lehnen wir ab.

Die Neubuchung der Flüge gegen Geld würde uns insgesamt 8.200 Euro kosten.

Meine Fragen:

1) Können wir dennoch Erfüllung der mit uns ja bereits abgeschlossenen Luftbeförderungsverträge verlangen? Ist es nicht vielmehr so, dass - da bereits Tickets (Luftbeförderungsverträge) ausgestellt waren - wir uns fehlende Prämienplätze nicht mehr entgegenhalten lassen müssen, dies umso mehr, als die Airline ja unmittelbar selbst die Anzahl der Prämienplätze auf einem Flug bestimmt? Abstrakt ausgedrückt: Kann die Leistungsschuldnerin die Leistung verweigern, weil sie betriebsintern keine relevante Buchungsmöglichkeit dafür findet - oder brauchen wir als Gläubiger auf solche Betriebsinterna keine Rücksicht zu nehmen? Denn wenn wir eine Ticketerstattung akzeptieren würden, könnten wir diese Tickets mit den erstattetetn Bonuspunkten nicht erneut buchen - die Promotion ist ja bereits beendet, wir würden die doppelte Anzahl an Bonuspunkten benötigen.

2) Können wir alternativ Schadenersatz in Höhe von insgesamt 8.200 Euro fordern, etwa wenn die Umbuchung fortgesetzt verweigert wird? Bis wann müssten wir dazu zunächst abwarten, ob die Airline in Zukunft vielleicht doch noch Plätze in der Buchungsklasse U freigibt? Die Gültigkeit der (offenen) Tickets endet am 20.01.2022.

Danke für Ihre Beratung dazu.

31.08.2021 | 14:44

Antwort

von


(809)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich gibt es leider wenig Rechtsprechung dazu, sodass es immer von dem einzelnen Gerichten abhängt.
Eine Stornierung aus wirtschaftlichen Gründen wäre nicht zulässig und würde zu Schadenersatz führen. Ebenso gilt dies, wenn keine Einschätzungen oder Reisewarnungen vorlagen.

Haben Sie eine Rechtschutzversicherung? Dann würde sich das ohne Risiko lohnen. Aufgrund der Schadensminderungspflicht beachten Sie, dass Sie den für die Airline günstigen Weg wählen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 31.08.2021 | 16:38

Sehr geehrte Frau Dr. Seiter, vielen Dank für Ihre Antwort.

Nur - Sie haben gleich beide Fragen nicht konkret beantwortet. Es ist mir schon klar, dass es dazu kaum/keine Rechtssprechung gibt. Aber ich bezahle Sie ja für Ihr persönliches juristisches Wissen (Vertragsrecht, Reiserecht) - eben um ein Prozessrisiko abschätzen zu können. Nicht alle der betroffenen Passagiere besitzen eine Rechtsschutzversicherung.

Ihre allgemeine Antwort: "Eine Stornierung aus wirtschaftlichen Gründen wäre nicht zulässig und würde zu Schadenersatz führen. Ebenso gilt dies, wenn keine Einschätzungen oder Reisewarnungen vorlagen." genügt mir da nicht - das weiß ich selbst. Es geht stattdessen ja gerade um die Einschätzung der konkreten Situation. Um es vielleicht noch einmal deutlich zu sagen: Die Airline hat - wie viele Airlines - den Flugverkehr wegen der Corona-Pandemie vorübergehend komplett eingestellt. Hier können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass es behördliche Einschätzungen dazu gab - und dass Corona ein offizieller Grund war. Zum geplanten Flugzeitpunkt waren übrigens schon die Einreise nach Polen (zum Abflugort) sowie nach Katar bereits verboten.

Auf meine Frage 2 sind Sie gar nicht eingegangen.

Ihre Beratung ist m. E. erst erbracht, wenn Sie beide Fragen nach Ihrem persönlich besten Wissen beantwortet haben. Bitte gehen Sie daher noch einmal konkret auf meine Fragen ein. Vielen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 31.08.2021 | 16:57

Schade, aber Sie verstehen die Juristerei scheinbar nicht. Auch wenn ich Ihnen sage, das ist nach meiner Einschätzung so, so bin ich kein Richter. Ich habe Ihnen die Gründe genannt, wann Sie Anspruch auf Schadensersatz haben - wenn Sie nur Corona annehmen, so handelt es sich um außergewöhnliche Umstände. Dann hätten Sie einen Anspruch auf den Ticketpreis aber nicht auf Schadensersatz! Das ist meine Einschätzung- aber es gibt eben nicht nur schwarz oder weiß - daher der Versuch des Brückenbauens mit wirtschaftlichen Gründen - aber wenn Sie die komplett negieren: nein kein Anspruch!

Und wenn der Flug nicht stattfand, dann haben Sie auch keinen Anspruch auf gleichwertige Leistungen, wenn die Aktion abgelaufen ist.

Aber es kann eben auch ein Richter anders sehen!

Bewertung des Fragestellers 31.08.2021 | 18:04

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Danke für Ihre erneute Antwort.

Mir ist eine unangenehme aber mutmaßlich korrekte Antwort lieber, als eine gebaute Brücke. Und ich weiß, dass Sie keine Richterin sind. Aber Ihre Antwort und ggf. weitere Recherchen beeinflussen die Entscheidung, ob wir einen Prozess wagen - oder eben nicht.

Danke nochmals - und Ihnen alles Gute.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 31.08.2021
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Mir ist eine unangenehme aber mutmaßlich korrekte Antwort lieber, als eine gebaute Brücke. Und ich weiß, dass Sie keine Richterin sind. Aber Ihre Antwort und ggf. weitere Recherchen beeinflussen die Entscheidung, ob wir einen Prozess wagen - oder eben nicht.

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