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Anspruch auf Pflichtteil nach Veräußerung einer Immobilie

| 20.04.2010 14:14 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Mutter starb im Sommer 2008, mein Vater war als Alleinerbe eingesetzt. Nun hat sich mein Vater relativ schnell zum Verkauf des Hauses entschieden und - um die Erbschaftssteuer gering zu halten - einen befreundeten Architekten engagiert, der die Immobilie möglichst niedrig schätzen sollte. Tatsächlich wurde sie auf rund 500 000 Euro geschätzt.
Mein Vater hat mit uns Kindern (2) kommuniziert, wir würden nach dem Verkauf des Hauses selbstverständlich unseren Pflichtteil erhalten, und zwar ein Achtel des tatsächlichen Verkaufswerts, dieser würde ja mit Sicherheit höher ausfallen als der Betrag im Gutachten.
Mein Vater hat uns hierzu sogar eine e-Mail geschrieben, wir haben es also schwarz auf weiß.
Nun wurde die Immobilie im Januar 2010 für 1 Million Euro veräußert. Und nun verkündet mein Vater, er sei bei einem auf Erbrecht spezialisierten Anwalt gewesen und meint, uns stünde als Pflichtteil lediglich das Achtel zu, das sich aus dem Gutachten berechnet. Alles andere sei eine von ihm völlig freiwillige Gabe und da behielte er sich alles vor.
Wie ist die Rechtssituation?

20.04.2010 | 15:21

Antwort

von


(817)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:





Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Wie Sie schon vollkommen richtig erkannt haben, haben Sie als Kind der Erblasserin gemäß § 2303 BGB einen Pflichtteilsanspruch. Die Höhe dieses Pflichtteilsanspruches beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbrechtes, so dass zunächst das gesetzliche Erbrecht ermittelt werden müsste.

Gemäß § 1924 BGB sind die Kinder Erben der ersten Ordnung und erben zu gleichen Teilen. Ihr Vater würde gem. §§ 1371 , 1931 BGB die Hälfte erben( dies ist der gesetzliche Erbteil). Demnach müssten Sie sich mit Ihrem anderen Geschwisterteil die andere Hälfte teilen, so dass jeder ¼ bekäme.

Der Pflichtteil, also die Hälfte hiervon, beträgt also 1/8 und ist somit von Ihnen vollkommen richtig berechnet.

Der Pflichtteilanspruch ist auf Zahlung in Geld gerichtet und bemisst sich nach dem Wert des Nachlasses zum Zeitpunkt des Erbfalles also zum Zeitpunkt des Todes Ihrer Mutter.

Maßgebend ist also der Grundstückswert zum Zeitpunkt des Todes Ihrer Mutter, so dass durch einen Gutachter den Wert des Grundstückes zu diesem Zeitpunkt ermittelt werden müsste, was aufgrund des Umstandes, dass der Erbfall noch nicht einmal zwei Jahre her ist, in der Praxis grundsätzlich kein Problem darstellen dürfte.

Es ist also weder der Wert aus dem Gefälligkeitsgutachten Ihres Vaters maßgeblich noch der Verkaufserlös heutzutage. Der Verkaufserlös wird aber sicherlich für den objektiven Gutachter ein starkes Indiz beziehungsweise einen starken Anhaltspunkt für den tatsächlich zu ermittelnden Verkehrswert des Grundstückes darstellen.

Im Endeffekt rate ich Ihnen also somit an, ein objektives Sachverständigengutachten anzufertigen zu lassen und Ihren Vater hiermit zu konfrontieren und anhand dieses objektiven Gutachtens die Auszahlung des Pflichtteils zu verlangen.

Sollte Ihr Vater sich nach wie vor weigern, so sollten Sie einen im Erbrecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen. Notfalls müsste dann im Rahmen eines Gerichtsverfahrens ein objektives Gerichtsgutachten eingeholt werden, um den Verkehrswert des Grundstückes zum Zeitpunkt des Erbfalles gerichtsfest ermitteln zu können.


Ich hoffe Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben . Sofern Sie noch Nachfragebedarf haben melden Sie sich bitte.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Dienstagnachmittag!

Mit freundlichem Gruß von der sonnigen Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0049 (0) 471/3088132
Fax. 0471/57774


Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Bewertung des Fragestellers 22.04.2010 | 08:25

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