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Anspruch auf Maklerprovision?

09.05.2013 11:38 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Zusammenfassung: Es geht in der Frage um den Anspruch eines Maklers auf Maklerprovision, wenn der Auftraggeber ein anderes als das vom Makler vermittelte Objekt erwirbt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Ferienwohnung an eine Käuferin vermittelt, ein Vertragsentwurf wurde vom Notar angefertigt und ca. 14 Tage später sollte der Vertrag unterzeichnet werden.

Einige Tage vor dem Termin wurde ich von der zukünftigen Käuferin angerufen und sie teilte mir mit, dass sie noch etwas Bedenkzeit bräuchte.(Notartermin wurde nochmals verlegt)


Nun bekam ich von der Verkäuferin heute einen Anruf, das die Käuferin nun direkt von ihr eine Wohnung , die nicht in meinme Bestand ist, gekauft hätte, dies wäre auch schon unter Dach und Fach.

Der ursprüngliche Kaufpreis war 85.000 € - hier wurde die Maklerprovison von mir auf
2500 € Festpreis benannt, der Kaufpreis wurde auf 82.500 € reduziert.

Frage: Habe noch noch Anspruch auf meine 2.500 € , da ohne mein Kontakt/Verkauf/vorvertrag beim Notar, kein direkter Kontakt möglich gewesen wäre. zumal die Verkäufer auswärts wohnen.


Mit frdl. Gruß



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


In Ihrem Fall spricht vieles dafür, dass Ihnen einen Anspruch auf Zahlung der Provision zusteht.

Der Provisionsanspruch steht Ihnen gemäß § 652 BGB immer dann zu, wenn Sie die Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrags nachweisen können (sog Nachweismakler).

Hierfür wären Sie als Anspruchssteller darlegungs- und beweispflichtig.

Das Problem in Ihrem Fall ist der Nachweis über die Ursächlichkeit der Maklertätigkeit für den Abschluss des Hauptvertrags.

Das Risiko, dass der Vertrag zwischen dem Auftraggeber und dem Dritten nicht abgeschlossen wird, tragen Sie als Makler. Ihr Auftraggeber ist bezüglich des Abschlusses des Vertrags frei, wobei im Falle einer treuwidrigen Vereitelung Ihres Provisionsanspruches auch ein Schadensersatzanspruch entstehen würde.

Damit Sie als Makler jedoch nicht schutzlos der Gestaltungsfreiheit der Vertragsparteien ausgesetz sind, entsteht Ihr Provisionsanspruch auch dann, wenn vom Auftraggeber ein anderes Objekt, als das von Ihnen nachgewiesene Objekt, abgeschlossen wird.

Hierfür ist aber zumindest die persönliche und wirtschaftliche Identität (Kongruenz) der Objekte erforderlich.

Die geringfügige Preisabweichung schließt Ihren Provisionsanspruch nicht aus, weil der Kaufpreis Verhandlungssache ist. Eine Ausnahme wäre nur gegeben, wenn vertraglich ein fester Kaufpreis vereinbart worden wäre. Eine Kaufpreisabweichung wird in der Regel jedoch erst ab 20 % Differenz relevant, wobei hier die gerichtlichen Entscheidungen differenzieren.

Bezüglich der wirtschaftlichen Identität kommt es sehr stark auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an.Hier ist eine abschließende Beurteilung im Rahmen einer Erstberatung nicht möglich.

Aufgrund der bisher von Ihnen mitgeteilten Tatsachen spricht jedoch vieles dafür, dass die Parteien hier versuchen Ihren Provisionsanspruch auszuhebeln.

Für die wirtschaftliche Identität spricht der nahezu identische Wert der Wohnung und die selbe vertragliche Ausgestaltung in Form des Immobilienkaufvertrages.

Nicht beurteilt werden kann, ob es nicht doch einen sachlichen Grund für dieses Vorgehen gibt.

Sie sollten daher zunächst auf Ihrem Provisionsanspruch bestehen und diesen gegenüber Ihrem Vertragspartner anmahnen, wenn der Vertrag notariell geschlossen worden ist.

Wird die Zahlung verweigert, sollten Sie einen Kollegen vor Ort mit der prozessualen Vertretung beauftragen.

Dies ist anzuraten, weil das Maklerrecht und insbesondere die Frage der wirtschaftlichen Identität äußerst komplex sind und es hier eine Reihe von unterschiedlichen Rechtsprechungen gibt.

Hier ist im Rahmen der Erstberatung kein abschließender, verbindlicher Rat möglich. Ich hoffe, dass meine Antwort Ihnen jedoch eine erste rechtliche Orientierung geben konnte.

Nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenfreien Nachfrage, wenn Sie zu den Ausführungen Fragen haben, etwas unklar geblieben sein sollte, oder ein Aspekt versehentlich unbeachtet geblieben sein sollte.

Wenn Sie eine Nachfrage stellen, teilen Sie bitte ergänzend mit, wer Ihr Vertragspartner ist. Dies wird aus Ihrer Frage nicht ganz deutlich.


Mit freundlichen Grüßen


Christopher Volke
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 09.05.2013 | 16:09

Folgendes ist noch zu ergänzen:

Es kommt bei der Frage der wirtschaftlichen Vergleichbarkeit natürlich auch darauf an, wo das nunmehr vermittelte Objekt liegt.

Beispiel: Das von Ihnen vermittelte Objekt liegt in Musterstadt, Musterstraße 10 a, Wohnung 1.

Wenn das nunmehr abgeschlossene Objekt nicht Wohnung 1, sondern Wohnung 2 in der selben Straße ist, welche auch ansonsten vergleichbar ist, dann spricht viel für die wirtschaftliche Identität.

Problematischer wird es, wenn das Objekt wesentliche andere Eigenschaften hat, und nur zufällig der Kaufpreis identisch ist.

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