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Anspruch Maklergebühr nach Ende des Vertrags

| 25.03.2013 11:21 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wollen uns im Sommer ein Haus kaufen. Gefunden habe ich das Haus im Internet. Zu diesem Zeitpunkt wurde es über einen Makler vermittelt. Da dieser es jedoch nicht geschafft hat, einen Besichtigungtermin zu organisieren, haben wir die Eigentümer selbst kontaktiert und einen Termin vereinbart (zu dem der Makler dann auch auftauchte).
Das war im Februar.
Nun teilten uns die Eigentümer mit, dass sie den Maklervertrag kündigen (zum 30.04.), weil sie unzufrieden mit den Ergebnissen/ Leistungen sind.

Wenn wir das Haus im August kaufen, sind wir dann in der Pflicht den Makler trotzdem zu bezahlen? Bzw. hat der Makler dann noch irgendeinen Anspruch auf Geld, wenn im Maklervertrag keine Frist festgelegt ist?

Vielen Dank im Voraus!

-- Einsatz geändert am 25.03.2013 11:23:56

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Eine Voraussetzung für den Zahlungsanspruches des Maklers wäre es, dass die Maklertätigkeit und der Abschluss des Hauptvertrages (hier: der Kauf des Hauses) in einem ursächlichen Zusammenhang stehen. Die Maklertätigekeit muss ursächlich für den Kauf sein.

In der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist anerkannt, dass ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen der Nachweisleistung und dem Abschluss des Hauptvertrags eine Vermutung dafür begründet, dass die Maklerleistung ursächlich für den Vertragsschluss war. Diese zu Gunsten des Maklers sprechende Vermutung kann der Maklerkunde widerlegen. Hierbei muss er die Umstände darlegen und nachweisen, aus denen sich das Fehlen der Ursächlichkeit im Einzelfall ergibt. Der BGH geht davon aus, dass auch ein Zeitraum von mehr als einem halben Jahr zwischen dem Nachweis des Objekts und dem Abschluss des Hauptvertrags den Umständen nach noch den Schluss auf eine Ursächlichkeit der Maklerleistungen nahelegen kann, selbst wenn die Kaufvertragsverhandlungen zwischenzeitlich abgebrochen worden waren. Jedenfalls wenn ein Jahr (oder mehr) zwischen dem Nachweis und dem Hauptvertragsabschluss vergangen sind, besteht auch nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung keine Kausalitätsvermutung zu Gunsten des Maklers mehr; vgl. Fischer: Nachweis- und Vermittlungsleistung im Lichte der maklerrechtlichen Rechtsprechung, NJW 2007, 183.

Bei einem Kauf im August (also nach ca. sechs Monaten) können Sie allein aus zeitlicher Hinsicht noch nicht sicher sein, keine Zahlung an den Makler leisten zu müssen. Auf eine fehlende Fristvereinbarung im Vertrag kommt es dabei nicht an. Die weitergehenden Umstände können an dieser Stelle nicht bewertet werden.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.03.2013 | 12:16

Wenn also die Online-Anzeige des Hauses, durch die wir darauf aufmerksam geworden sind, vom Makler eingestellt wurde, hätte er sehr wahrscheinlich trotzdem einen Anspruch auf sein Honorar?
Besichtigungstermin & Kontakt zu den Eigentümern haben wir selbst aufnehmen müssen. Dass der Makler zur Besichtigung kam, war nicht Auftrag.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.03.2013 | 12:52

Ihre Ausgangsfrage bezog sich auf die zeitliche Komponente. Die weiteren Voraussetzungen für das Honorar müssen im Einzelfall überprüft werden. Ein Anspruch des Maklers ist nach Ihrer Schilderung nicht auszuschließen, wenn der Hauptvertrag zustandekommt.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 25.03.2013 | 12:17

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