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Anspruch Kindergeld/-freibetrag 2005


24.07.2007 09:32 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht



Meine Frau(Lehrerin,Beamtin) und ich(selbständig) haben zwei Töchter A(geb. 1981) und B(Geb. 1984). B studiert, für sie erhält meine Frau Kindergeld mit ihrem Gehalt ausbezahlt. A hat Herbst 2004 mit ihrem 2jährigem Referendariat (Grundschullehrerin) begonnen und die Kindergeldstelle hat ab dem Zeitpunkt die Kindergeldzahlungen eingestellt. Für 2005 haben wir uns auch nicht dagegen gewehrt bzw. für 2005 keinen Antrag gestellt, da wir davon ausgingen, dass unsere Tochter die Einkommensgrenze von € 7.680 überschreiten würde. Nun stellte sich allerdings heraus, dass ihr zu versteuerndes Einkommen mit ca. 7.150 unter dieser Grenze blieb. Da ich im Moment die EkSt-Erklärung für 2005 mache, stellt sich die Frage, ob wir Anspruch auf Kindergeld oder den Freibetrag für 2005 haben und wie er ggf. zu realisieren ist. Eventuell ergäben sich auch rückwirkend Änderungen bezüglich Beihilfe für meine Frau(70% statt 50%) und sonstige Kindergeldabhängige Gehaltsbestandteile.
Konkrete Fragen:
1.) Haben wir Anspruch auf Kindergeld/Freibetrag für 2005, wobei sicher der Freibetrag steuerlich günstiger wäre?
2.) Wenn wir den Freibetrag in Anspruch nehmen, ist es dann sinnvoll oder sogar notwendig, für 2005 rückwirkend Kindergeld für Tochter A zu beantragen ?

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Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Ob Sie einen Anspruch auf Kindergeld haben, kann nicht pauschal anhand der Höhe des zu versteuernden Einkommens Ihres Kindes beurteilt werden. So werden Kosten, welche bei der Einkommenssteuererklärung einkommensmindernd berücksichtigt werden (z.B. Beiträge für verschiedene Versicherungen) bei der für das Kindergeld relevanten Einkommensberechnung durch die Familienkasse nicht in allen Fällen als einkommensmindernd angesehen.

Ob bei Ihrer Tochter in der Tat ein Anspruch auf Kindergeld wegen Unterschreitens der Einkommensgrenze vorliegt, kann demnach ohne Einsicht in Ihre Unterlagen nicht beantwortet werden. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, eine Berechnung diesbezüglich durch einen Steuerberater durchführen zu lassen.

Kindergeld können Sie bis zu 4 Jahre rückwirkend beantragen.

Ob für Sie der Bezug von Kindergeld oder Inanspruchnahme des Freibetrages günstiger ist, läßt sich ohne genaue Kenntnisse Ihrer Einkommensverhältnisse nicht beurteilen.

Die Entlastungswirkung des Kinderfreibetrages übersteigt bei Steuerpflichtigen, welche nach der Splittingtabelle besteuert werden, ab einem zu versteuernden Einkommen von ca. 62.800,- € das Kindergeld. Bei Besteuerung nach der Grundtabelle liegt diese Grenze bei ca. 32.800,- €. Über diese Grenzen hinaus wird das Kindergeld dann auf die Steuerentlastung angerechnet.

Sie sollten sich diesbezüglich mit einem Steuerberater in Verbindung setzen, welcher anhand Ihrer konkreten Einkommensverhältnisse und denen Ihrer Tochter eine sog. "Günstigerrechnung" vornehmen kann und Ihnen danach einen Rat bezüglich der rückwirkenden Beantragung von Kindergeld oder Inanspruchnahme des Freibetrages geben wird.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass eine solche Beurteilung im Rahmen dieser Plattform nicht möglich ist.

Abschließend möchte ich mir erlauben, Sie darauf hinzuweisen, dass diese Antwort lediglich eine erste rechtliche Einschätzung darstellt und keinesfalls eine umfassende rechtliche Beratung und Sachverhaltsanalyse durch einen Rechtsanwalt oder in Ihrem Fall einen Steuerberater ersetzen kann.

Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Einschätzung völlig gegenteilig ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.07.2007 | 13:10

Vielen Dank, zwei unklare Punkte bleiben noch:
Ist es unstrittig, dass Referendarzeiten als Ausbildung gelten und daher für diese Zeit grundsätzlich Kindergeld bezahlt wird?
Die zweite Frage blieb eigentlich unbeantwortet: Ist es zur Erlangung des Freibetrags notwendig, dass ein Antrag auf Kindergeld gestellt wurde? Meines Wissens hat es hier eine Änderung zwischen 2004 und 2005 gegeben.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.07.2007 | 14:21

Sehr geehrter Fragesteller,

die Referendarszeit zählt als Ausbildungszeit, da sie zur Erlangung der Voraussetzungen der Berufsausübung (Lehrer)zwingend notwendig ist. In dieser Zeit besteht bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen ein Anspruch auf Kindergeld.

Ein zwingender Zusammenhang zwischen Erlangung des Freibetrages und der Beantragung des Kindergeldes ist dem Gesetz in § 32 EStG nicht zu entnehmen. Lediglich die in § 32 EStG genannten Voraussetzungen (Alter, Einkommensgrenze,Ausbildung etc.)müssen erfüllt sein. Die Beantragung von Kindergeld zählt nicht dazu. Seit 2004 genügt für die Anrechnung auf den Kinderfreibetrag allein der Anspruch auf Kindergeld.

Für die Beurteilung dieser Frage müsste jedoch zunächst geklärt werden, ob Ihre Tochter überhaupt einen Anspruch auf Kindergeld hätte. Erst danach und unter Berücksichtigung der von Ihnen an Ihre Tochter getätigten Unterstützungsleistungen und Ihrer Einkommensverhältnisse ist eine Beratung bezüglich des weiteren Vorgehens möglich.

Ich verweise diesbezüglich auf meinen Rat einen Steuerberater hinzuzuziehen, um eine konkrete Einschätzung des von Ihnen vorgetragenen Sachverhaltes anhand aller hierfür relevanten Unterlagen vornehmen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt

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