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Anschuldigungen vom Chef

| 04.06.2014 21:22 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Grübnau-Rieken, LL.M., M.A.


Zusammenfassung: Bei Mobbing am Arbeitsplatz sollte man offensiv auf den Mobber zugehen und nicht in Passivitäte versinken, um nicht die Opferrolle einzunehmen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe ein Problem mit meinem Chef.

Er verbietet mir, nachdem ich regelmäßig (fast täglich bzw. täglich mehrmals) verbale und/oder schriftliche Anschuldigungen von Ihm erhalten habe, das ich dazu Stellung nehme bzw. eine Gegendarstellung dazu vornehmen kann. Da er mir erst Arbeitszeitverschwendung meiner Stellungnahmen zu seinen Vorwürfen vorwirft, untersagt er mir nun auch meine Gegendarstellungen, die ich nicht während meiner Arbeitszeit per E-Mail an Ihn sende.

In einer Vielzahl von Fällen konnte ich Ihm nachweisen, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe falsch, unberechtigt und haltlos sind. (Es vergeht kaum noch ein Tag ohne dass ich falsche Anschuldigungen von Ihm erhalte). Oft werden mir dann auch einfach so Dinge unterstellt z.B. ich hätte nachträglich die Beweise zu meiner Entlastung gefälscht wenn ich dagegen vorgehe oder mir wird Boshaftigkeit und der gleichen unterstellt wie z. B. auch ich würde mich absichtlich dumm stellen wenn ich Nachfragen stelle um meine mir gestellten Anweisungen fehlerlos bewältigen zu können ect. pp. Ich würde Ihn absichtlich ärgern wollen und so weiter weil ich bösartig sei. Mir wird ebenfalls unterstellt, dass alle meine Stellungnahmen und Gegendarstellungen von mir nur Ausreden sind, sonst nichts.

Da ich bei seinen verbalen Vorwürfen auch meist sofort dagegen spreche, dass seine Anschuldigungen unwahr sind, werde ich in der Regel auch postwendend angeschrienen und auch mit Schimpfworten beleidigt (u.a. als: du mieses, unfähiges, inkompetentes, faules Subjekt u.s.w.) Oft auch vor anderen Mitarbeitern bzw. da er meist Schreit bekommt es eh jeder mit.

Einen Betriebsrat gibt es leider nicht, da es nur ein Kleinbetrieb (GmbH) mit ca. 10 Angestellten ist. Ich arbeite seit über 15 Jahren in diesem Betrieb als kaufm. Angestellter (Büro) Anfangs wurde es von Jahr zu Jahr schlimmer. Nun wird es aber von Tag zu Tag schlimmer.

Meine Fragen dazu sind:
1). Darf er mir bei seinen (meist falschen) Anschuldigungen eine Stellungnahme/Gegendarstellung verwehren. Muss ich seine (falschen) Anschuldigungen hinnehmen? (Oft vor anderen Mitarbeitern) Wenn nicht, was kann ich dagegen tun?
2). Darf er mir nach seinen Anschuldigungen den Mund verbieten? ("Halt deine Schnauze" usw. auch oft vor anderen Mitarbeitern). Wenn nicht, was kann ich dagegen tun?
3.) Darf er mich Beleidigen wie oben angegeben (oft auch vor anderen Mitarbeitern), wenn nicht was kann ich dagegen tun?

Danke im Voraus
MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1). Darf er mir bei seinen (meist falschen) Anschuldigungen eine Stellungnahme/Gegendarstellung verwehren. Muss ich seine (falschen) Anschuldigungen hinnehmen? (Oft vor anderen Mitarbeitern) Wenn nicht, was kann ich dagegen tun?

Man darf Ihnen Gegendarstellungen nicht verwehren, denn Sie haben das Recht, Ihre Meinung frei zu äußern und Unwahres richtig zu stellen.

Wenn Sie vor anderen Mitarbeitern abgekanzelt werden, weisen Sie darauf hin, dass dies nicht von spuveränen und menschenzentrierten Führungsstil zeugt, Dinge, die nur Sie betreffen, vor anderen Mitarbeitern breit zu treten.

Teilen Sie bestimmt mit, dass Sie ein solches Verhalten, Sie bei anderen Kollegen verächtlich zu machen nicht dulden werden.

Sie können weiterhin Strafanzeige erstatten, werden übler Nachrede etc.

Weiterhin sollten Sie ein Mobbungtagebuch führen mit Tag, Uhrzeit und dem, was der Chef gesagt hat, um ggf. Schadensersatz geltend machen zu können.

Auch sollten Sie darüber nachdenken, den Arbeitsplatz zu wechseln.

2). Darf er mir nach seinen Anschuldigungen den Mund verbieten? ("Halt deine Schnauze" usw. auch oft vor anderen Mitarbeitern). Wenn nicht, was kann ich dagegen tun?

Nein, kann er nicht. Siehe unter 1. dort habe ich beschrieben, wie Sie vorgehen.

Es hängt natürlich davon ab, was für ein Standing und was für ein dickes Fell Sie haben.

Drehen Sie doch den Spieß um und sagen Sie:"Wenn Sie mit meiner Leistung nicht zufrieden sind, steht es Ihnen frei, mir eine Kündigung auszusprechen."

Wenn Sie mehr als 10 Mitarbeiter im Betriebsind, findet das Kündigungsschutzgesetz Anwendung mit der Konsequenz, dass der Chef die Kündigung sozial rechtfertigen muss.

Sollte es sodann unzumutbar für Sie sein, dort weiter zu arbeiten(deswegen Mobbingtagebuch) könnte sich noch ein Anspruch auf eine Abfindung ergeben.

3.) Darf er mich Beleidigen wie oben angegeben (oft auch vor anderen Mitarbeitern), wenn nicht was kann ich dagegen tun?

Selbsredend darf man keine Beleidigungen ausprechen, denn das ist strafbar. Geschieht dies vor Zeugen, sollten Sie

a.) Darauf hinweisen, dass es sich für einen zivilsierten Mitteleuropäer nicht geziehmt in solcher einer unangemessen Aussprache zureden.

Weiter sagen Sie, dass Sie darüber nachdenken, ob dies nicht sogar strafbar sein könnte und dass sich die Staatsanwalt ggf.dafür interessiert. Bitte im Konjunktiv formulieren, damit es nicht wie eine Drohung klingt.

KOmmt dann vom Chef:"WOllen Sie mir drohen!" entgegnen Sie:"So etwas würde mir nie einfallen.

Um die Sache zu deeskalieren sollten Sie mit einem Vertrauen im Betrieb ein klärendes Gespräch suchen.

Die Situation ist typisch für Inhaber geführte Kleinbetriebe.

Da führen sich die Chefs auf wie kleine Diktatoren und am Ende steckt da nix hinter als heiße Luft.

Möglicherweise lässt er seinen persönlichen Frust an Ihnen raus.

Auf jedenfall rate ich Ihnen, sich keine Verbalentgleisung zu leisten, die dann eine verhaltensbedingte Kündigung nach sich zieht.

Weiterhin rate ich Ihnen, Dienst nach Vorschrift zu machen.

Überdies sind Sie von dieser Situation sicherlich nervlich sehr angespannt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, damit das dokumentiert ist für ein etwaiges Schmerzensgeld.

Vielleicht empfiehlt der Arzt Ihnen auch mal ein paar Tage Auszeit.

Abschließend empfehle ich Ihnen, schon einmal die Fühler nach anderen Arbeitsplätzen auszustrecken.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 04.06.2014 | 23:13

Vielen, Vielen Dank für Ihre Mühe,
Sie glauben gar nicht wie sehr mir das seelisch hilft.
Eine Frage hätte ich nun noch, ich würde auch dafür noch was bezahlen, vor allem wenn die Beantwortung noch aufwendig sein sollte.

Ich würde gerne mein Schreiben und Ihre Antwort darauf meinem Chef vorlegen, vielleicht sieht er ja seine Ungerechtigkeiten mir gegenüber ein. Ansonsten sehe ich nicht wie es jemals noch besser werden könnte.

Ich will aber nicht, dass er bei Vorlage der beiden Schreiben einen Grund hat mir zu kündigen? Gäbe es dafür Gründe?
Sollte ich bei den Schreiben Änderungen vornehmen bevor ich Ihm diese vorlege?

Nochmals herzlichen Dank im Voraus und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.06.2014 | 06:24

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Ich würde IHnen raten, weder meine Ausführungen noch ein eigenes Schriftstück vorzulegen, um die Situation nicht noch weiter anzuheizen und ggf. zu einer, wie auch immer gearteten Kündigung zu führen.

Wenn es Ihnen hilft, dass fertigen Sie einen Brief,den Sie aber nicht absenden, in dem Sie Ihren Frust von der Seele schreiben.

SObald machne Menschen wahr nehmen, dass Anwälte in die Sache involviert sind, bekommen die ein rotes Tuch vor dem Gesicht und sind Sachargumenten nicht mehr zugänglich.

Verfahren Sie bitte ansonsten wie beschrieben.

Mit besten WÜnschen

Grübnau-Rieken
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.06.2014 | 22:32

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"Wenn ich gewusst hätte, dass ich eine so ausführliche und professionelle Antwort bekommen würde, hätte ich auch mehr geboten. Und das alles noch so schnell. Meine Hochachtung!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 04.06.2014 5/5,0
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