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Anschuldigung Fahrerflucht

09.05.2013 23:44 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Pilarski


Zusammenfassung: Es geht um versehentliche Fahrerflucht nach § 142 StGB.

Hallo, soeben klingelte die Polizei und bat meinen Mann runter auf die Strasse. Er soll beim seitlichen Einparken gg. 20.30 Uhr auf einem Gehweg seinen Vordermann touchiert haben. Das Fahrzeug stand bei Eintreffen der Polizei extrem nah an unserem PKW und hatte unproportional viel Platz vorne zum nächsten Fahrzeug. Mein Mann soll beim einmanövrieren den mittleren Bereich der Hinterseite des anderen parkenden Fahrzeuges mit der rechten Ecke unseres Fahrezeuges beschädigt haben, es handelt sich um minimale Kratzer, die die Gegenseite entdeckt haben will. Hierfür hätte unser Fahrzeug aber fast im 90 Grad Winkel auf den Gehsteig rückwärts eingeparkt und wieder gerade gelenkt haben müssen. Denn nur so würden die Stoßstanden so aneinander reiben. Nachdem die Polizei wegfuhr, veränderte der "Herr" Geschädigte flux seine Parkposition und fuhr doch noch einen halben Meter vor.
Wir haben alles gefilmt. Meinem Mann, der wirklich nichts von einem Unfall mitbekommen hat und ich haben das Gefühl, dass da jemand versucht durch uns GEld zu machen. Wir fühlen uns unrechtmässig beschuldigt. Mein Mann soll jetzt auch ein Verfahren bekommen wegen Unfallflucht, obwohl wir gleich vor der Haustür geparkt haben.
Der Herr Nachbar hat schon einmal versucht uns einen alten Kratzer anzuhängen, damals sahen aber auch die Polizisten, dass das nicht zusammenpasste und wir haben nichts mehr davon gehört. Heute haben wir das Gefühl bekommen das der Mann extra nach hinten gefahren ist, so eng wie möglich an unserem Fahrzeug stand, vor seinem eigenen Fahrzeug eine unproportional grosse Distanz zum nächsten Fahrzeug hatte. Ist das so einfach in diesem Lande unbescholtene Mitbürger abzuzocken? Kann man einfach sein Fahrzeug, dass da seit Tagen stand, später nah auf den nächsten Mann aufffahren und behaupten alte Kratzer vom Fahrzeug an der Stossstange stimmen mit Kratzern auf der Stoßstange beim Hintermann überein? Gibt es eine Möglichkeit die Versicherungen zu fragen, ob der Herr auffällig oft unbescholtene Mitbürger ins Verderben zieht, sein Name also öfter mal als Geschädigter auftaucht? Immer mal mit kleinen Kratzern?
Ich bin richtig aufgebracht! Es ist eine Unverschämtheit und wir wurden eben behandelt wie Kriminelle. Wie können wir beweisen, dass wir das Auto des Mannes NICHT EINMAL berührt haben? Und wie kann man solchen Leuten das Handwerk legen?



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:



- Nein, grundsätzlich ist es nicht so einfach, unbescholtene Bürger abzuzocken.

- Man kann theoretisch einfach sein Fahrzeug, das da seit Tagen stand, später nah auf den nächsten Mann auffahren und behaupten, alte Kratzer vom Fahrzeug an der Stoßstange stimmen mit Kratzern auf der Stoßstange beim Hintermann überein.

- Die Versicherung des Gegners dürfte grundsätzlich keine Auskunft darüber geben, ob der gegnerische Herr auffällig häufig unbescholtene Bürger ins Verderben zieht. Diesbezüglich dürfte Sie bezüglich vielerlei Daten kein Recht haben, diese ohne Zustimmung weiterzugeben. Sie wird Ihnen also wohl keine Auskunft darüber geben, ob der Name des Herrn auffällig oft als Geschädigter auftaucht und vermeintlich häufig kleinere Kratzer vorhanden gewesen waren.

- Es ist verständlich, dass Sie derart aufgebracht sind, wenn sich der Sachverhalt so, wie Sie es schildern, ereignet hat.

- Sie können an sich nur schwer beweisen, dass Sie nichts getan haben. Allerdings ist es so, dass die Staatsanwaltschaft, falls sie Ermittlungen gegen Sie eingeleitet hat, diese dem Amtsermittlungsgrundsatz durchführen muss. Sollte Sie nicht eindeutig herausfinden, dass eine Wahrscheinlich besteht, dass Sie in einer strafgerichtlichen Hauptverhandlung verurteilt werden, dann wird das Verfahren im schlimmsten Fall eingestellt.

- Unfallflucht nach § 142 StGB ist sicherlich kein Kavaliersdelikt und ist mit Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft. Allerdings müssen sämtliche Tatbestandsvoraussetzungen des Tatbestands des § 142 StGB vorliegen. Sollten Sie tatsächlich keinerlei Kenntnis vom gesamten Vorgang des Zusammenstoßes haben, dann dürfte Ihr Verhalten belanglos gewesen sein,
- Zu beweisen wäre dies am besten, wenn Sie Zeugen für Ihren Einparkvorgang gehabt hätten, das heißt Personen müssten aussagen, dass Sie tatsächlich niemandes Fahrzeug touchiert haben. Dies werden im Ergebnis die Ermittlungen ergeben.

Theoretisch könnten Sie eine Gegenanzeige machen. Außerdem können Sie zivilrechtlichen ANwälte verdient hat.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit der Entscheidung hinsichtlich Ihres weiteren Vorgehens weiterhelfen. Nutzen Sie gerne die einmalige kostenlose Nachfragefunktion, damit ich alle Unklarheiten beseitigen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Pilarski, Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 10.05.2013 | 17:02

Eine kleine Ergänzung, die mir im Nachhinein aufgefallen ist:

Es muss selbstverständlich heißen: "Außerdem können Sie zivilrechtliche Ansprüche geltend machen".

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Michael Pilarski
Rechtsanwalt

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