Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anregung auf Betreuung der Mutter / Risiko auf Verleumdung verklagt zu werden

15.05.2016 22:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Betreuung

Wir ziehen die Anregung zur Bestellung eines Betreuers für unsere Mutter (75 Jahre alt) in Erwägung.

Wir vermuten - sind jedoch keine Fachexperten - , das unsere Mutter unter stark ausgeprägter narzisstischer Persönlichkeitsstörung leidet, welches mehr und mehr dazu führt, das sie nicht mehr dazu in der Lage ist logische und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Insbesondere sind wir um ihre Gesundheit besorgt (sie weigert sich den Arzt zu besuchen auch wenn dies offenbar sehr dringend notwendig ist), sowie um die Wohnungslage aus verschiedenen Gründen.

Unsere Mutter lehnt jederlei Hilfe, Pflege und Fürsorge kategorisch ab. Wir sind uns daher bewusst, das die Bestellung eines Betreuers nur gegen ihren Willen geschehen kann. Unsere Fragen sind daher:

1. Welches Mindestmas muss erfüllt sein um die Bestellung eines Betreuers gegen den . Willen überhaupt zu rechtfertigen (falls dies wider unserem Erwarten nicht erfüllt ist, könnten wir uns die gesamte Anregung zum Antrag dann ja sparen). Bitte antworten sie in Bezug auf Gesundheitsfragen, Wohnungsangelegenheiten und Vermögensfragen.

2. Wie vermeiden wir selbst wegen Verleumdung oder ähnlichem verklagt zu werden? Zwar entsprechen unsere Aussagen definitiv 100 % der Wahrheit, wir gehen jedoch davon aus, das diese trotzdem von unserer Mutter verleugnet werden und wir fürchten uns eine gerichtliche Anregung zu schreiben die hinterher gegen uns verwendet werden kann. Wir befürchten rechtliche Konsequenzen welche vom Gericht ausgehen und wollen uns natürlich nicht diesem Risiko aussetzen da wir selber Familien haben. Wir können uns jedoch nicht auf Grund der Entfernung selber um unsere schutzbedürftige Mutter kümmern und wollen die Betreuung auf jeden Fall für Sie anregen. Vermögen hat unsere Mutter nicht und es geht uns mit Sicherheit auch nicht ums Erben, denn dazu gibt es nichts. Wir möchten die Gesundheit unserer Mutter schützen, weiter nichts.

3. Können wir die Anregung zur Betreuung vor Einsendung beim Betreuungsgericht überprüfen lassen? Mit welchen Kosten hätten wir zu rechnen?

Vielen Dank für Ihre Antwort und Kommentare .

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sollten Sie sich als erstes an die Betreuungsbehörde wenden und dort einen Termin vereinbaren. Diese helfen in der Sache weiter, bevor Sie eine Anregung an das Gericht senden.

In der Anregung werden Sie auch nicht nach Diagnosen gefragt, sondern die einzige Frage, die Sie in dieser Hinsicht beantworten müssen ist die, warum sie aus Ihrer Sicht nicht in der Lage ist, sich selber zu versorgen. Hier sollten Vorkommnisse eingetragen werden (z.B. brenzlige Situationen, Zustand der Wohnung, Zustand Gesundheit, ggf. unkontrollierte Anhäufung von Schulden).

Ein Formular finden Sie hier: http://www.amtsgericht-oldenburg.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=22728&;article_id=80870&_psmand=161

Dann kreuzen Sie an, dass das ärztliche Attest vom Gericht einzuholen ist, wenn Sie keins haben.

Dies ist dann entscheidend. Sollte der Zustand nicht ausreichend für eine Betreuung sein, wird keine Betreuung eingerichtet.
Somit entscheidet alleine das Gericht und der Arzt, ob der Zustand kritisch ist.

Sie selber haben keine Konsequenzen zu erwarten, da Sie nur angeregt haben und den Zustand (wahrheitsgemäß) schildern. Alles Weitere leisten die Experten.

Eine Einrichtung gegen den Willen der Betroffenen ist nur dann möglich, wenn Sie den freien Willen aufgrund der Krankheit/Behinderung nicht mehr (unbeeinflusst dieser Krankheit/Behinderung) bilden kann z.B. BayObLG FamRZ 1995, 510, BayObLG Rpfleger 1996, 245; BayObLGZ 1995, 146/148 m.w.N.; OLG Frankfurt BtPrax 1997, 123 LS; OLG Hamm FamRZ 1995, 433/435., s. auch § 1896 BGB

(1) Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen. Soweit der Volljährige auf Grund einer körperlichen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen kann, darf der Betreuer nur auf Antrag des Volljährigen bestellt werden, es sei denn, dass dieser seinen Willen nicht kundtun kann.

(1a) Gegen den freien Willen des Volljährigen darf ein Betreuer nicht bestellt werden.

(2) Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, der nicht zu den in § 1897 Abs. 3 bezeichneten Personen gehört, oder durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können.

(3) Als Aufgabenkreis kann auch die Geltendmachung von Rechten des Betreuten gegenüber seinem Bevollmächtigten bestimmt werden.

(4) Die Entscheidung über den Fernmeldeverkehr des Betreuten und über die Entgegennahme, das Öffnen und das Anhalten seiner Post werden vom Aufgabenkreis des Betreuers nur dann erfasst, wenn das Gericht dies ausdrücklich angeordnet hat.

Gerne können wir die Anregung überprüfen, die Kosten erfragen Sie gerne per Email.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67459 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Git begründete Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wie erwartet. ...
FRAGESTELLER