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Anrecht auf Vollzeitstelle nach Elternzeit????


05.12.2007 10:04 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit 10 Jahren beim selben Arbeitgeber beschäftigt und habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Letztes Jahr habe ich meinen Sohn zur Welt gebracht und nach dem Mutterschutz habe ich in Teilzeit 2 Tage die Woche wieder angefangen zu arbeiten. Wir haben dies mündlich abgesprochen. Ich habe allerdings keine Elternzeit eingereicht. Der Vertrag wurde auch nicht abgeändert. Er könnte mir also fristlos kündigen, da ich ja nach meinem Vertrag in Vollzeit arbeiten müsste. In meiner monatlichen Auflistung steht allerdings die Sollzeit und auch die angeglichenen Urlaubstage.

Ich arbeite bei der Tochtergesellschaft eines Verbandes und wir sind unter 10 Mitarbeiter. Folglich besteht doch hier eh kein Kündigungsschutz.

Als ich ihn gestern gefragt habe, ob ich denn irgendwann wieder in Vollzeit arbeiten könnte, da hat er mir gesagt, dass dies evtl. nicht möglich sein wird, da wenig Arbeit da wär und alle Kollegen schon gut ausgelastet wären.

Wie sieht es denn rechtlich aus? Kann ich in ca. einem Jahr auf eine Vollzeitstelle bestehen?

Vielen Dank im Voraus!

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Sehr geehrte Fragenstellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Es ist sehr problematisch, dass Sie keine Elternzeit beantragt haben, da in diesem Fall möglicherweise besondere Vorschriften und Regelungen zu Ihrem Schutz gelten würden.

Ohne diese Regelungen richtet sich Ihr Fall nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG).

Sie haben Ihr Arbeitsverhältnis im Einvernehmen mit Ihrem Arbeitgeber auf eine Teilzeittätigkeit verringert. Zwar haben Sie darüber keinen schriftlichen Arbeitsvertrag. Jedoch ist auch eine mündlich getroffene Vereinbarung ein Vertrag. Damit kann der Arbeitgeber nicht ohne Grund fristlos kündigen. Auch hätten Sie insofern keine Beweisschwierigkeiten, da in der Stundenabrechnung die Sollarbeitszeit ausgewiesen ist.


Arbeitnehmer, die ihr Arbeitsverhältnis auf eine Teilzeittätigkeit reduziert haben, sollen nach dem Willen des Gesetzgebers auch die Möglichkeit besitzen, ihre Arbeitszeit wieder auf eine Vollzeittätigkeit aufzustocken. § 9 TzBfG besagt, dass teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer ihren Wunsch nach einer Verlängerung der Arbeitszeit dem Arbeitgeber anzeigen können. Dabei ist es egal, ob die teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer von Anfang an teilzeitbeschäftigt waren oder ihre Arbeitszeit später reduziert haben, wie dies bei Ihnen der Fall war.
Nachdem Sie Ihren Wunsch Ihrem Arbeitgeber gegenüber geäußert haben, sind Sie bei der Besetzung eines entsprechenden freien Arbeitsplatzes bei gleicher Eignung bevorzugt zu berücksichtigen, es sein denn, dass dringende betriebliche Gründe entgegenstehen.
Wenn Ihr Arbeitgeber Ihrem Wunsch nach Verlängerung der Arbeitszeit aufgrund fehlender Arbeit widerspricht, könnte hier ein dringender betrieblicher Grund gegen Ihren Wunsch sprechen.
Ob dies der Fall ist, ist jedoch Frage des Einzelfalls und müsste genauer überprüft werden.

Ob in Ihrem Fall der Kündigungsschutz nach § 23 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) eingreift entscheidet sich danach, ob zur Zeit Ihrer Arbeitsaufnahme vor 10 Jahren in dem Betrieb mehr als fünf Arbeitnehmer dauerhaft beschäftigt waren. Nur bei Arbeitnehmern, die nach dem 31.12.2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, bedarf es für die Geltung des KSchG eine Arbeitnehmeranzahl von mehr als 10.


Leider kann ich Ihnen keine andere Antwort auf Ihre Fragen geben und hoffe dennoch, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen,

Florian Müller
(Rechtsanwalt)
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