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Anrecht auf Teilzeit nach Elternzeit / Nebenberuf Network Marketing


08.09.2007 00:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Guten Tag, Frau Anwältin, Herr Anwalt,

meine Person: Weiblich, verheiratet, 38 J. seit 04/2001 in ungekündigter Anstellung als Sekretärin eines internat.Großunternehmens.
Sachverhalt:
Seit Oktober 2004 in Elternzeit(Adoptivkind)
habe meinen Arbeitgeber schon ca.Jan.2005 in der Elternzeit schriftlich (per e-mail) und mündlich um einen Teilzeitjob von 2 Tagen/Woche gebeten. War auch bereit im Büro als auch von zu Hause aus zu arbeiten. Konnten mir nichts anbieten.
Meine Elternzeit läuft Ende September 2007 aus.
Habe im Umfeld keinen Festanstellungs-Nebenjob gefunden.
Mit Erlaubnis meines AG habe ich eine freiberufliche Nebenbeschäftigung als Networkerin im 03/2007 angefangen.
Stand 09/2007 habe ich mündlich die Zusage,dass mein Arbeitgeber mir keine Teilzeitbeschäftigung von 2 Tagen pro Woche anbieten kann.
Angebot war evtl. ca. 3-4 Std. pro Tag, steht aber noch nicht fest.
Mein Problem -einfache Anfahrt zum Büro sind 55 km und somit für mich nicht interessant.
Mein AG will sich KW 38 wieder melden um dann mal zu sehen
was wir machen können.

Frage 1: Kann ich auf eine Teilzeitbeschäftigung von Wunsch 2 Tage pro Woche bestehen?
Frage 2: Kann mein AG mir die Kündigung geben,wenn ich nicht auf 3-4 Std. pro Tag eingehe?
Frage 3: Würde mir in dem Fall eine Abfindung zustehen?
Frage 4: Im Falle der Kündigung - steht mir Arbeitslosengeld zu?
Frage 5: Frage 4:Kann ich meine Nebenbeschäftigung als Networkerin behalten ? (zur Zeit Verlustgeschäft)
Frage 6: Was wäre wenn, ich nach der Elternzeit auf eine Vollzeitstelle bestehen würde. Ich dann unaufgefordert Anfang Oktober im Büro stehe und zur Verfügung stehen würde - muß mein AG mich dann Vollzeit beschäftigen?

Ich würde gerne meine Network Tätigkeit weiter bearbeiten um nicht arbeitslos zu werden, sollte aber (zwecks evtl. Arbeitslosengeld) es davon abhängig sein, würde ich aufhören (zur Zeit noch Verlustgeschäft).

Habe keine Ahnung wie ich auf das nächste Telefonat meines AG
reagieren soll, bitte um Ihr Meinung.

Danke, mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen. Ich weise darauf hin, dass die Frage nur auf dieser Basis beantwortet werden kann. Weitere, nicht mitgeteilte Informationen können eventuell zu einer anderen Antwort führen.

1. Gem. § 8 TzBfG haben Sie nach 6-monatiger Betriebszugehörigkeit einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit. Aber: Der AG kann widersprechen, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen. Bei einem internationalen Großunternehmen ist es unwahrscheinlicher, dass solche Gründe vorliegen als in einem kleinen Unternehmen. Möglich ist allerdings dennoch. Wenn der AG es nicht will, müsste die Frage von einem Gericht geklärt werden.

2. Wenn Sie nicht in dem Umfang Ihrer Arbeit nachkommen, die der AG von Ihnen verlangt (sofern er es verlangen kann, s.o.), wäre es eine Verweigerung Ihrer vertraglich geschuldeten Arbeitspflicht und damit ein Kündigungsgrund.

3. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Eine Abfindung kann gezahlt werden, um einen Prozess zu vermeiden oder zu verkürzen. Verlangen können Sie sie jedoch nicht.

4. Wenn Ihnen gekündigt wird, haben Sie Anspruch auf ALG. Wenn Sie selbst kündigen, kann die ARGE eine Sperrfrist gegen Sie aussprechen. Dies ist vom Einzelfall abhängig und kann nicht abschließend an dieser Stelle beurteilt werden.

5. Die Nebenbeschäftigung können Sie so lange behalten, wie Sie dies möchten. Niemand kann Ihnen das verbieten.

6. Sie haben nach Ablauf Ihrer Elternzeit Anspruch auf eine vergleichbare Stelle wie die, die Sie verlassen haben. Eine solche muss der AG Ihnen zur Verfügung stellen. Das ist seine vertraglich geschuldete Pflicht.

Ich würde an Ihrer Stelle versuchen, mit dem AG eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Evtl. bietet sich nach einiger Zeit die Möglichkeit, Ihre Stelle auf die gewünschte Zeit zu verringern oder von zu Hause aus zu arbeiten. Eine Arbeitsstelle ist jederzeit der Arbeitslosigkeit vorzuziehen. Gerade in einem Großunternehmen sollte in absehbarer Zeit eine Stelle frei werden, die Ihrer Vorstellung entspricht. Daher würde ich das Angebot, welches der AG bzgl. einer Verringerung anbietet annehmen. Beachten Sie aber, dass die Rückkehr auf eine Vollzeitstelle im Anschluss nicht ohne Zustimmung des AG möglich ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt
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