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Anrechnung von Zuwendungen vor Eintritt des Erbfalles


07.05.2007 13:44 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Mutter ist 88 Jahre alt. Mein Vater bereits verstorben.
Seit seiner Scheidung im Jahre 1992 lebt mein Bruder kostenfrei im Hause meiner Mutter in einer separaten Wohnung in einem drei-Familien-Haus.Sein Einfamilienhaus hat er seit 1992 vermietet.
Zusätzlich hat er als Beamter auch noch ein gesichertes Einkommen.
Er ist also keinesfalls auf die kostenfreie Wohnung angewiesen.
Meine Frage hierzu :
Wird die von meinem Bruder seit 15 Jahren nicht gezahlte Miete
als Vorab - Erbe angerechnet ?
Gleichzeitig verringert sich das Vermögen meiner Mutter um die normalerweise eingenommene Miete .Wird dies bei Eintritt des Erbfalles mit angerechnet ?
Mein Bruder hat desweitern eine größere Summe zum Hauskauf von unserer Mutter dazubekommen .Über die Höhe dieser Summe wird seit 25 Jahren geschwiegen .
Gibt es für mich eine Möglichkeit bereits jetzt , vor Eintritt des Erbfalles, die Höhe dieses Zuschusses zum Hauskauf zu erfahren und als Vorab-Erbe anrechnen zu lassen ?
Die Scheidungskosten meines Bruders im Jahre 1992 hat ebenfalls unsere Mutter bezahlt . Ist diese extreme Bevorzugung eines Kindes nicht schon zu Lebzeiten anzufechten ?
Meine Mutter streitet jede Bevorzugung ab !!
Gibt es eine Verjährung für diese Art von Zuwendungen ?
07.05.2007 | 14:18

Antwort

von


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82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

1. Ihre Mutter kann zunächst mit ihrem Vermögen tun, was sie möchte. Sie kann Geld oder Sachgeschenke machen. Sie kann auch ihren Sohn kostenlos in einer Wohnung oder Haus wohnen lassen.

2. Für die Erbschaft ist zunächst interessant, ob diese Schenkung auf den gesetzlichen Erbteil des Beschenkten anzurechnen ist. Beträgt z.B. der Mietwert über die Jahre EUR 30.000,00 und würde Ihr Bruder EUR 40.000,00 als Erbteil erhalten, bekommt er bei Anrechnung des Geschenks nur mehr EUR 10.000,00. Hat Ihre Mutter gar nichts zu der Schenkung gesagt, kann darin aber auch einfach eine Schenkung an den Sohn liegen, die nicht angerechnet wird. DA Ihre Mutter noch lebt, sollten Sie das mit ihr besprechen. Macht Ihre Mutter zu Lebzeiten keine Äußerung, ob die Zuwendung angerechnet werden soll oder nicht, wird im Zweifle das Gericht durch Auslegung ermitteln, was Ihre Mutter gewollt hat.

3. Die übrigen Zuwendungen (Zuzahlung bei Hauskauf vor 25 Jahren, Zuzahlung bei Scheidung vor 15 Jahren) sind nach den vorhandenen Informationen nicht mehr zu berücksichtigen. Diese Schenkungen käme nur Bedeutung zu, wenn sie vor weniger als 10 Jahren geschenkt worden wären.

4. Sie können eine Benachteiligung eines Kindes nicht verhindern. Der Erblasser soll frei entscheiden können, was er mit seinem Vermögen anfangen möchte. Kinder haben keinen Anspruch darauf, dass ihnen etwas vererbt wird.

5. Im Erbfall können Sie jedoch Schenkungen, die vor nicht länger als 10 Jahren geschenkt wurden, zu der Erbmasse hinzuziehen (nur im Rahmen eines Pflichtteilsanspruchs) und so den Pflichtteil erhöhen.



Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München

TEL: (089) 45 75 89 50
FAX: (089) 45 75 89 51

info@anwaeltin-heussen.de

Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:
Meine Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich meine Auskunft nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Auch einige Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht geklärt werden. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 08.05.2007 | 09:33

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort !
Trifft denn in meinem Fall der § 2050 (1) bzw. § 2057 nicht zu ?
Gem. diesem § wäre doch eine eidesstattliche Versicherung abzulegen über zu Lebzeiten erhaltene Ausstattungen bzw. Zuwendungen zum Zwecke des Ausgleichs gegenüber den übrigen Erben !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.05.2007 | 11:12

Nach Ihrer Schilderung erfolgen die Zuwendungen durch Ihre Mutter, die zumindest nicht äußert, dass die Zuwendungen auf das Erbe anzurechnen sind. Sie sprechen davon, dass der Bruder bewußt bevorzugt wird, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass eine Anrechnung gerade nicht gewollt ist. Sie können nach dem Ableben die Auskunft verlangen, ob Sie in diesem Verfahren ERfolg haben werden, hängt davon ab, dass Sie nachweisen können, dass die Schenkungen auf den Erbteil des Bruders angerechnet werden sollten. Nach Ihrer Schilderung tragen Sie eher Gründe für die Nichtanrechnung vor, weshalb ich davon ausgehe, dass keine Anrechnung gewollt ist und Sie daher auch nicht die Ansprüche aus §§ 2050 ff BGB haben.

ANTWORT VON

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