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Anrechnung von Eigenleistungen auf das Honorar


21.11.2006 22:02 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Damen und Herren,
seit November 2004 sind wir in Diskussion mit unserem Architekten bezüglich der Anrechnung unserer Eigenleistungen auf seine Schluß-Honorarforderung.
Dem Auftragsverhältnis liegt ein Architektenvertrag zugrunde mit Einstufung in die Honorarzone III Mittelsatz und beinhaltet die Leistungsphasen 1 - 8.
Die Leistungen für die Gewerke Bodenbeläge (Fliesen, Parkett sowie Korkboden), Malerarbeiten und Gartengestaltung (mit Ausnahme des Zugangs)haben wir in Eigenleistung erstellt.
Wir haben dies auch vorab (leider erst nach Verragsschluß) dem Architekten mitgeteilt, dass wir die vorgenannten Eigen-leistungen selbst erbringen.
In der Honorarabrechnung über die Leistungsphasen 1- 4 sind die geschätzten Kosten für die Eigenleistungen enthalten. Wir haben diese Rechnung anerkannt und bezahlt, da lt. Aussage eines befreundeten Architekten der Architekt alle Gewerke am Anfang plane und dafür die gesamten geschätzten Kosten ansetzen darf. Wir haben bei den Teileistungsabrechnungen der Phasen 5-7 (Vergabe) sowie Leistungsphase 8 (Objektüberwachung)dem Architekten mitgeteilt,dass wir die angesetzten Kosten um die Eigenleistungen korrigiert haben möchten. Dies hatte jedoch keinen Erfolg! Der Architekt zog sich auf die HOAI mit der Begründung zurück, dass er für Eigenleistungen des Bauherrn als anrechenbare Kosten sehr wohl die ortsüblichen Preise ansetzen darf.
Nun steht trotz all unserer Einwände die Schlußrechnung seit Januar 2006 aus, die unseren Einbehalt von rund 1.800,-€ netto enthält.

Darf der Architekt die Kosten für unsere Eigenleistungen weiterhin für seine Honorarrechnung in den Phasen 5-8 ansetzen,obwohl er weder die Ausschreibungen noch die Überwachung hierfür erbrachte?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Zu berücksichtigen ist zunächst, dass dem Auftragsverhältnis ein Architektenvertrag mit den Leistungsphasen 1-8 zugrunde liegt. Insoweit sieht der Architektenvertrag auch für die Teilleistungen die Leistungsphasen 5-8 vor.

In der Tat ist es für die Honorarforderung des Architekten unerheblich, ob der Bauherr Eigenleistung erbringt oder nicht. Die anrechenbaren Kosten richten sich nach ortsüblichen Handwerkerkosten. Nur wenn eine Leistungsphase nicht vollkommen erbracht, ist dafür ein Abschlag fällig.

Denn dem Architekten obliegt auch bei Eigenleistung die Koordination und Überwachung des gesamten Bauwerkes. Sicherlich werden hierzu immer wieder andere Meinung geäußert, insbesondere, wenn die Eigenleistungen am Ende der Bauzeit liegen, z.B. bei der Innenausstattung. Jedoch ist eine entsprechende Honorarforderung durch den Architekten gerechtfertigt, gerade vor dem Hintergrund erhöhter Überwachungsaufwand.

Soweit entsprechende Teilleistungsphasen in Eigenleistung erbracht werden und nicht durch den Architekten beauftragt werden sollen, ist dies ausdrücklich im Architektenvertrag im Vorfeld zu vereinbaren, wofür Sie aufgrund des bestehenden Architektenvertrages beweispflichtig wären.

Insoweit sehe ich auf Grundlage Ihrer Angaben wenig Aussichten, einen entsprechenden Einbehalt vornehmen zu können. Möglicherweise können Sie sich im Nachhinein mit dem Architekten auf einen Pauschalbetrag für die Eigenleistungen der Teilleistungsphase einigen, so dass nur ein Teil des Einbehaltes ausgezahlt werden muß.

Andererseits ist auch zu berücksichtigen, dass der Architekt für die erbrachten Leistungen im Wege der Eigenleistung im Rahmen seiner Bauaufsicht haftet. Insoweit wird auch vertreten, dass der Architekt für Eigenleistungen einem erhöhten Koordinationsaufwand ,Sorgfalts- und Überwachungsmaßstab unterliegt, OLG Hamm v. 23.04.2002, 21 U 56/01).

Ich bedaure Ihnen keine besseren Nachrichten geben zu können, hoffe Ihnen dennoch einen Überblick gegeben zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
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