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Anrechnung von Darlehen auf Nachlass

| 25.10.2018 04:41 |
Preis: 80,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Meine Eltern haben in 2010/11 meinem Bruder zinslose Darlehen in Höhe von insgesamt 100.000€ gewährt.
Sie haben ein Berliner Testament abgeschlossen, sich zum jeweiligen alleinigen uneingeschränkten Erben eingesetzt und lebten in Zugewinngemeinschaft. Nun ist mein Vater verstorben, mein Bruder verlangt den Pflichtteil, und es stellt sich die Frage, wie das Darlehen angerechnet wird.
1. Möglichkeit:
Da das Darlehen von beiden Elternteilen gewährt wurde, wird - analog zu dem Guthaben in der Bank - nur die Hälfte als Aktiva in den Nachlass gerechnet, da die andere Hälfte ja ohnehin meiner Mutter gehört.
Also beträgt der Wert im Nachlass 50.000€.
Davon erbt meine Mutter 75% und meinem Bruder und mir stehen jeweils 12,5% zu, jedem also 6.250€.
2. Möglichkeit:
Das Darlehen wird in voller Höhe als Aktiva in den Nachlass eingerechnet. Davon erhält meine Mutter 75% und mein Bruder und ich zu gleichen Teilen je 12,5%, also 12.500€.
Welche der beiden Möglichkeiten trifft zu? Oder wird das ganz anders berechnet?
Wie verhält es sich mit der Rückzahlung der Darlehen? Was muss mein Bruder an meine Mutter zurückzahlen?
Vielen Dank fur eine fundierte Antwort, falls es hilft, kommt die nächste Frage ganz sicher.
25.10.2018 | 06:13

Antwort

von


(193)
Saalestraße 20
63667 Nidda
Tel: 06043 801 59 60
Web: http://ra-krueckemeyer.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Variante 1 ist korrekt.
Es ist die gesamte Erbmasse zu ermitteln. Davon ausgehend, dass das Darlehen von den Eltern gemeinsam gewährt wurde, besteht hier ein Rückzahlungsanspruch der als Aktiva in das Vermögen einzustellen ist. Erst dann werden die Erbqouten ermittelt. Von den 50.000€ erbt Ihre Mutter 100% da sie als Alleinerbin eingesetzt wurde.

Zur Berechnung des Pflichtteils sind die gesetzlichen Erbqouten zu ermitteln. Da würde ihre Mutter die Hälfte, die Kinder je 25% erben. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils demnach 12,5%. 12,5% von 50.000€ sind 6.250€.

Darlehen müssen "fällig" sein. Ist kein Rückzahlungszeitpunkt vereinbart, muss das Darlehen fällig gestellt werden. Mit anderen Worten: Der Darlehensgeber muss sein Geld zurück verlangen. Hierfür kündigt er das Darlehen.

Ist ein Rückzahlungszeitpunkt vereinbart, kann die Kündigung ausgeschlossen worden sein. In diesem Fall ist der Ablauf des Vertrages abzuwarten.

Ihr Bruder muss sobald das Darlehen fällig ist, die vollen 100.000€ an Ihre Mutter auszahlen. Er hat demgegenüber einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 6.250€ (zuzüglich sonstigem Pflichtteil natürlich). Sobald beide Forderungen fällig sind, kann Ihre Mutter die Aufrechnung erklären. Dann ist der Auszahlungsanspruch des Pflichtteils entsprechend geringer.

Wenn Ihre Mutter befreite Erbin ist, kann Sie außerdem das Testament ändern und so den Bruder "bestrafen". Manchmal genügt hier bereits die Ankündigung um den Bruder auszubremsen. Je nach Höhe der Erbmasse, kann der Pflichtteil ja durchaus dazu führen, dass die Mutter in finanzielle Bedrängnis gerät.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick verschaffen. Bei Rückfragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mi freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 25.10.2018 | 18:46

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Werde weiter mit Herrn Krueckemeyer arbeiten."
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