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Anrechnung des Vorerbes?


27.11.2013 15:01 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Ausgleichung bei Erbengemeinschaft


Meine Mutter ist 2013 verstorben - leider hatten meine Eltern versäumt ein gültiges Testament zu machen.Daher wurden meinem Vater und den 5 Söhnen entsprechend dem Erbrecht die Anteile in das Grundbuch der verschiedenen Immobilien eingetragen (Erbengemeinschaft).
Da alle Söhne bereits zu Lebzeiten der Mutter eine Art Vorerbe (Baugrundstück,
Geldmittel zum Hauskauf und sonstige Geldzuschüsse) in unterschiedlicher Höhe erhielten, möchte mein Vater eine Art Gerechtigkeit in seinem Testament anzielen. Es ist daher wichtig,
wie werden Grundstücke und Geldzuwendungen bei seinem Tod bewertet. Gibt es da eine Regel? Alle Zuwendungen (Vorerbanteile) liegen über 10 Jahre zurück.
Sind Immobilien später anderst als "Geldgeschenke" zu behandeln?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Es gibt da mehrere aufeinander abgestimmte Regelungen im Gesetz - im Bürgerlichen Gesetzbuch, dem BGB:

§ 2050 - Ausgleichungspflicht für Abkömmlinge als gesetzliche Erben:

"(1) Abkömmlinge, die als gesetzliche Erben zur Erbfolge gelangen, sind verpflichtet,

- dasjenige, was sie von dem Erblasser bei dessen Lebzeiten als Ausstattung

[§ 1624 Ausstattung aus dem Elternvermögen: Was einem Kind mit Rücksicht auf seine Verheiratung oder auf die Erlangung einer selbständigen Lebensstellung zur Begründung oder zur Erhaltung der Wirtschaft oder der Lebensstellung von dem Vater oder der Mutter zugewendet wird (Ausstattung)],

erhalten haben, bei der Auseinandersetzung untereinander zur Ausgleichung zu bringen, soweit nicht der Erblasser bei der Zuwendung ein anderes angeordnet hat.

(2) Zuschüsse, die zu dem Zwecke gegeben worden sind, als Einkünfte verwendet zu werden, sowie Aufwendungen für die Vorbildung zu einem Beruf sind insoweit zur Ausgleichung zu bringen, als sie das den Vermögensverhältnissen des Erblassers entsprechende Maß überstiegen haben.

(3) Andere Zuwendungen unter Lebenden sind zur Ausgleichung zu bringen, wenn der Erblasser bei der Zuwendung die Ausgleichung angeordnet hat."

§ 2055 - Durchführung der Ausgleichung - sieht vor:

"(1) Bei der Auseinandersetzung wird jedem Miterben der Wert der Zuwendung, die er zur Ausgleichung zu bringen hat, auf seinen Erbteil angerechnet. Der Wert der sämtlichen Zuwendungen, die zur Ausgleichung zu bringen sind, wird dem Nachlass hinzugerechnet, soweit dieser den Miterben zukommt, unter denen die Ausgleichung stattfindet.

(2) Der Wert bestimmt sich nach der Zeit, zu der die Zuwendung erfolgt ist."

Ob die Zuwendungen Barmittel oder Immobilien sind, spielt dafür keine Rolle, auch gibt es hier keine 10-Jahres-Frist.

Das Bewertungsgesetz ist zur Berechnung von Immobilienwerten heranzuziehen.

Ich hatte hier dringend an, unter Berücksichtigung der oben genannten Ausgleichungsregelungen im Gesetz eine Verfügung von Todes wegen - ein Testament oder einen Erbvertrag - von einem Notar oder Anwalt Ihrer Wahl fertigen zu lassen.

Denn auch abseits dieser Ausgleichungsregelungen sind testamentarische Möglichkeiten gegeben, die die Ausgleichung berücksichtigen und den Willen des Erblassers.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2013 | 16:09

Etwas ist noch nicht klar:
Sind Zuwendungen an Barmitteln oder Immobilien (Baugrundstück), zu unterschiedlicher Zeiten der Zuwendung, gleich zu bewerten? Grundstückspreise sind in der Regel gestiegen - Barmittel in der Regel nicht (Inflation). Wie könnte diese Problematik im Testament meines Vaters berücksichtigt werden.

Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2013 | 16:19

Etwas ist noch nicht klar:
Sind Zuwendungen an Barmitteln oder Immobilien (Baugrundstück), zu unterschiedlicher Zeiten der Zuwendung, gleich zu bewerten? Grundstückspreise sind in der Regel gestiegen - Barmittel in der Regel nicht (Inflation). Wie könnte diese Problematik im Testament meines Vaters berücksichtigt werden.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2013 | 11:20

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ja, eine rechtliche Bewertung ist in erbrechtlicher Hinsicht gleich.

Aber:
Die Berechnung und daraus folgende Bewertung ist in der Tat anders, da bei Immobilien aus dem von Ihnen genannten Grund eine Bewertung nach dem Bewertungsgesetz erfolgt, bei Barmitteln der Geldwert tagesgenau gezählt wird - Stichtagsprinzip.

Die Bewertungsgrundlagen können im Testament direkt angesprochen werden, auch kann ein Schätzwert genannt werden.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2013 | 11:20

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ja, eine rechtliche Bewertung ist in erbrechtlicher Hinsicht gleich.

Aber:
Die Berechnung und daraus folgende Bewertung ist in der Tat anders, da bei Immobilien aus dem von Ihnen genannten Grund eine Bewertung nach dem Bewertungsgesetz erfolgt, bei Barmitteln der Geldwert tagesgenau gezählt wird - Stichtagsprinzip.

Die Bewertungsgrundlagen können im Testament direkt angesprochen werden, auch kann ein Schätzwert genannt werden.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
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