Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anmeldung in Deutschland mit doppelter Staatsbürgerschaft

| 26.10.2010 17:21 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernesto Grueneberg, LL.M.


Ich bin Deutscher, meine Frau japanisch. Mein Sohn ist in Japan geboren und hat seit der Geburt zwei Staatsbürgerschaften (oder zumindest hatten wir das bisher angenommen). Er ist in Japan aufgewachsen und jetzt zum Studium nach Deutschland gefahren. Er ist, wie es im Fall von zwei Pässen vorgeschrieben ist, mit dem deutschen Pass dort eingereist und hat sich jetzt beim Einwohnermeldeamt gemeldet und einen Personalausweis beantragt. Wir gingen davon aus, daß das eine reine Formalität sei. Das Amt hat ihm jedoch gesagt, daß sein deutscher Pass und seine deutsche Geburtsurkunde noch keinen Beweis seiner Staatsbürgerschaft darstellen und verlangt für die Ausstellung eines Personalausweises jetzt noch einen sog. "Nachweis der deutschen Staatsbürgerschaft". Außerdem wurde ihm angedeutet, daß er seine japanische Staatsbürgerschaft offiziell abgeben müsste. Wir gingen bisher davon aus, daß von deutscher Seite doppelte Staatsbürgerschaften anerkannt werden, wenn sie durch Geburt erlangt sind.
Meine Fragen zu dieser Situation sind: (1) Was wird für diesen "Nachweis der deutschen Staatsbürgerschaft" zusätzlich verlangt, außer deutscher Geburtsurkunde und deutschem Pass? (2) Wird für diesen Nachweis tatsächlich verlangt, daß er seine japanische Staatsbürgerschaft abgibt? (3) Wäre es vorteilhafter, den Personalausweis nicht zu beantragen, und einfach zu sagen, sein Hauptwohnsitz sei weiterhin in Japan? Ist das überhaupt möglich?

Da er langfristig eine Arbeit anstrebt, die ihn in beide Länder führt, würde er optimal gerne beide Nationalitäten behalten.

Sehr geehrter Fragesteller:

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

(1) Was wird für diesen "Nachweis der deutschen Staatsbürgerschaft" zusätzlich verlangt, außer deutscher Geburtsurkunde und deutschem Pass?

Vielleicht muss er noch nachweisen, dass Sie deutscher sind, wenn dies der Geburtsurkunde nicht entnommen werden kann (Vorschrift zum Nachlesen: http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_18061975_V61241341.htm)

(2) Wird für diesen Nachweis tatsächlich verlangt, daß er seine japanische Staatsbürgerschaft abgibt?
Nein, Sie sprechen § 29 StAG an. Ich nehme an, Ihr Sohn hat "automatisch" die japanische Staatsangehörigkeit erworben, nicht dass Sie sich hatte eingebürgert lassen.
Die Vorschrift gilt ausschließlich für Deutsche, die die deutsche Staatsangehörigkeit entweder durch Geburt in Deutschland als Kind ausländischer Staatsangehöriger oder durch Einbürgerung nach der an § 4 Abs. 3 anknüpfenden Übergangsvorschrift des § 40 b erworben haben und zudem eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. Nur sie unterliegen der in Abs. 1 normierten Erklärungspflicht. Auf alle anderen deutschen Mehrstaater ist die Vorschrift nicht anwendbar. Sie gilt also insbesondere nicht für Kinder binationaler Eltern mit deutschem Elternteil, die die deutsche und daneben eine weitere Staatsangehörigkeit durch Abstammung oder aufgrund des am Geburtsort geltenden ius soli erworben haben. Ebenso wenig gilt sie für Deutsche kraft Abstammung, die nach ihrer Geburt eine andere Staatsangehörigkeit erworben haben, ohne die deutsche zu verlieren. Sie gilt schließlich nicht für solche Personen, die ihre nach §§ 4 Abs. 3, 40 b erworbene deutsche Staatsangehörigkeit zwischenzeitlich verloren hatten, sie aber aus anderen Erwerbsgründen wiedererlangt haben (Möller in Hofmann/Hoffmann, HK-AuslR, 1. Auflage 2008, § 29 StAG, Rn. 6)

(3) Wäre es vorteilhafter, den Personalausweis nicht zu beantragen, und einfach zu sagen, sein Hauptwohnsitz sei weiterhin in Japan? Ist das überhaupt möglich?
Der Sohn ist nicht verpflichtet, den Ausweis zu beantragen. Er muss sich jedoch wahrheitsgemäß gegenüber der Meldebehörde äußern. Im täglichen Leben ist der deutsche Pass in Verbindung mit der Meldebescheinigung einem Ausweis gleichgestellt, sodass der Antrag auf Ausweis m.E. keinen Vorteil mit sich bringt.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 26.10.2010 | 18:25

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Schnell, komplett und freundlich"
Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen