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Anmeldung Musikunterricht und Steuererklärung


23.08.2006 11:56 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe neben meiner Arbeit als Angestellter noch Musikunterricht angemeldet (ist ja kein Gewerbe) und zwar auf meinen Namen.
Die Einkünfte gebe ich natürlich bei meiner Steuererklärung an.
Es ist aber so, dass den Musikunterricht meine Frau gibt und ich ihn nur auf mich angemeldet habe, weil meine Frau damals noch Nicht-EU-Ausländerin war (mittlerweile ist sie aufgrund der EU-Erweiterung EU-Bürgerin). Sie ist ansonsten Hausfrau und Mutter und hat keine weiteren Einkünfte.
Der Musikunterricht ist von den Einkünften her deutlich geringer als mein Einkommen als Angestellter (höchstens 10% davon).

Nun ist meine Frage, ob ich den Musikunterricht auf den Namen meiner Frau umschreiben lassen soll/kann/muss.
Kann das Finanzamt Probleme machen bzw. ändert sich an meinen Steuererklärungen überhaupt etwas (wegen Freibeträgen o.ä.)?
Hätte meine Frau eine bestimmte Summe an Einnahmen bzw. Gewinn frei, ohne davon etwas versteuern zu müssen (wie Minijobs)?

Danke im Voraus.
23.08.2006 | 13:05

Antwort

von


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Sehr geehrter Rechtssuchender,

zunächst ist gem. § 18 Abs.1 Nr.1 EStG bei der Erteilung von Musikunterreicht davon auszugehen, dass es sich um eine freiberufliche Tätigkeit handelt.Wichtig für die Annahme einer freiberuflichen Tätigkeit ist aber, dass diese selbstständig ausgeübt wird. Man kann sich allerdings auch der Mithilfe einer Fachkraft bedienen. Ihren Schilderungen zur Folge, geben Sie aber gar keinen Musikunterreicht sondern nur Ihre Frau. Eine solche Konstellation spricht aber für eine gewerbliche Betätigung. Eine gewerbliche Betätigung bedeutet aber, dass Sie ab einem Gewerbeertrag von 24.500 EUR pro Jahr Gewerbesteuer zahlen müssen. Außerdem wären Sie bei höheren Umsätzen verpflichtet aufwendig Bilanzen und GuV Rechnungen zu erstellen, was Sie bei einer freiberuflichen Tätigkeit nicht machen müssen.Hier müssen Sie nur die Einnahmen Überschussrechnung und eventuell Umsatzsteuererklärungen abgeben.

Aus diesem Grund erscheint es empfehlenswert den Betrieb auf Ihre Frau übergehen zu lassen. Sie sollten den Btriebsübergang dem Finanzamt gegenüber anzeigen. Ihre Frau sollte des weiteren eine Steuernummer für Ihr freiberufliches Gewerbe beantragen.

Ich würde empfehlen, den Betriebsübergang durch einen Steuerberater machen zu lassen. Insbesondere sollten Sie Ihn noch fragen, ob in Ihrem Fall, die Aufdeckung stiller Reserven durch den Betriebsübergang droht.
Aufdeckung stiller Reserven kann zB drohen, wenn Sie ein Grundstück betrieblich genutzt haben. Dieses stellen Sie dan mit dem damligen Anschaffungswert in die Bilanz. Über die Jahre kann das Grundstück aber an Wert gewinnen. Dieser Wertzuwachs wird in der Bilanz aber nicht angegeben. Wenn dann aber der Betrieb veräußert wird oder ein Betriebsübergang stattfindet, muss dieser zwischenzeitliche Wertzuwachs nachversteuert werden.

Das Einkommen Ihrer Frau (Musikunterricht) und Ihr Einkommen werden bei Zusammenveranlagung zusammengerechnet. Es findet das Ehegattensplitting statt. Auf beide Eheleute zusammen findet der Grundfreibetrag von insgesamt 15.328 EUR pro Jahr Anwendung. Für jedes Kind gibt es noch einen weiteren Freibetrag von 3648,- EUR pro Jahr.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt

www.kanzlei-glatzel.de


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 18.09.2006 | 12:14

Danke für Ihre Antwort.

Wir haben für die freiberufliche Tätigkeit lediglich Musikinstrumente und EDV abgesetzt, jedoch kein Arbeitszimmer, Haus oder Grundstück. Der Gewinn liegt bei nur 1000-5000 Euro pro Jahr.

Kann es sein, dass mir das Finanzamt Probleme macht, weil ich den Unterricht auf meinen Namen laufen ließ?
Der Betriebsübergang sollte ja ansonsten in unserem Fall problemlos möglich sein, oder?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2006 | 14:26

Sehr geehrter Rechtssuchender,

so wie Sie den Sachverhalt schildern, werden Sie keine Probleme mit der Nachversteuerung von Betriebsvermögen haben.
Bei dem geringen Umsatz müssen Sie auch keine Gewerbesteuer bezahlen.

Ich würde Ihnen empfehlen, dass Sie gegenüber dem Finanzamt angeben, dass Sie den Betrieb ab dem Datum x endgültig eingestellt haben. Sie sollten noch die EDV-Anlage und Musikinstrumente als Anlagevermögen angeben. Da es hier wohl aber keine Wertzuwächse seit Anschaffung gab, wird es auch nicht zu einer Nachversteuerung kommen. Ihre Frau sollte dann Ihre eigene freiberufliche Tätigkeit anmelden. Damit wären die Verhältnisse viel eindeutiger. Es gäbe dann keine Probleme mehr mit der Gewerblichkeit oder der Frage, ob Ihre Frau möglicherweise sogar als Ihre Angestellte anzusehen ist usw.

Probleme im Zusammenhang mit Ihrer Abmeldung sehe ich nicht.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt

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