Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.675
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anlageberatung, die zu großem Verlust führte


20.02.2006 09:44 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahr 1998 habe ich einem selbständigen Anlageberater 60.000 DM anvertraut. Er hat das Geld im Neuen Markt angelegt. Über den Neuen Markt hat er nur Positives gesagt und von nahezu unglaublichen zu erwartenden Renditen geschwärmt. Das Geld am Neuen Markt anzulegen und damit ein größeres Risiko einzugehen war abgesprochen. Nicht abgesprochen war jedoch, dass (1) so gut wie überhaupt nicht diversifiziert wurde, und (2) über 90% des Geldes in eine nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft investiert wurden, deren Anteile man nicht ohne Weiteres verkaufen kann. Dadurch ist es praktisch zu einem Totalverlust gekommen. Besteht die Möglichkeit, auf Schadensersatz zu klagen? An welche Voraussetzungen wäre eine solche Klage gebunden?

Vielen Dank für Ihre Antwort! Mit freundlichen Grüßen, M. S.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Grundsätzlich haftet ein Anlageberater bei fehlerhafter Beratung, insbesondere in den Fällen der fehlenden Risikoaufklärung oder der absprachewidrigen Anlage der anvertrauten Gelder, gerade wenn hiermit ein über das vereinbarte Anlagerisiko hinaus gesteigerte Verlustrisiko verbunden ist oder die Gelder nicht im Sinne des Kunden angelegt werden (z.B. fehlende Diversifikation, wenn eine solche vereinbart war).

Um Ihre Anfrage konkret beantworten zu können, müssten mir jedoch die genauen Details Ihres Falles geschildert werden. Dazu müsste ich Einblick in den Beratervertrag nehmen, die Besprechungen und Vereinbarungen mit Ihrem Anlageberater auswerten und die Verfügbarkeit von Zeugen und weiteren Beweismitteln prüfen.

Abhängig von den konkreten Gegebenheiten Ihres Falles könnten die Chancen auf eine gerichtliche Inanspruchnahme des Beraters daher durchaus gut stehen. Hierzu fehlen mir jedoch noch die vorstehend angesprochenen wesentlichen Informationen. Gerne können Sie mir diese Informationen im Rahmen eines Auftrages per Email / per Post zukommen lassen, dann können wir die Angelegenheit im Anschluss umfassend besprechen und das weitere Vorgehen beraten.

Im Übrigen wäre zu prüfen, ob Ihr Schadensersatzanspruch bereits verjährt wäre, da der Beratervertrag bereits 1998 geschlossen wurde. Dazu ist es u.a. notwendig, den genauen Zeitpunkt des Totalverlustes bzw. des sich realisierenden Verlustrisikos zu kennen.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.




Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 20.02.2006 | 14:11

Zunächst einmal vielen Dank. Das klingt recht positiv im Hinblick auf die Erfolgsaussichten einer möglichen Schadensersatzforderung. Kurze Rückfrage: Sie hatten die Verjährung erwähnt. Die Anlage in die nicht-börsennotierte AG erfolgte im Jahr 2000. Der Totalverlust bahnte sich in den Jahren 2001/2002 an (extreme Werteverluste der Anteile). Ist mein Anspruch damit verjährt?

Nochmals besten Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.02.2006 | 09:44

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:


Nach § 195 BGB beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist drei Jahre. Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt nach § 199 Abs. 1 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

Der Anspruch des Kunden gegen ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen auf Schadensersatz wegen Verletzung der Pflicht zur Information und wegen fehlerhafter Beratung im Zusammenhang mit einer Wertpapierdienstleistung oder Wertpapiernebendienstleistung verjährt nach § 37a Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ebenfalls in drei Jahren von dem Zeitpunkt an, in dem der Anspruch entstanden ist.

Entstanden ist ein Schaden, wenn er im Wege der Klage geltend gemacht werden kann. Voraussetzung ist, dass der Anspruch fällig ist.

In Ihrem Fall könnte man argumentieren, dass der Schaden sich erst dann tatsächlich realisiert hat, nachdem der Totalverlust eingetreten ist. Denn bis dahin war ja lediglich ein „Buchverlust“ vorhanden, der sich jederzeit wieder hätte vermindern können, wenn die Kurse gestiegen wären. Denn vor einem Verkauf der Anteile war der Verlust nur „auf dem Papier“ spürbar. Wenn der Totalverlust sich dann im Jahr 2003 realisiert hätte, wäre Verjährung noch nicht eingetreten.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist jedoch ein Anleger, der aufgrund einer fehlerhaften Empfehlung eine für ihn nachteilige Kapitalanlage erworben hat, in der Regel bereits durch deren Erwerb geschädigt (BGH, Urteile vom 7. Mai 1991 - Az. IX ZR 188/90, Fundstelle: WM 1991, 1303, 1305 und vom 27. Januar 1994 – Az. IX ZR 195/93, Fundstelle: WM 1994, 504, 506). Wer durch ein haftungsbegründendes Verhalten zum Abschluss eines Vertrages verleitet wird, den er ohne dieses Verhalten nicht geschlossen hätte, kann sogar bei objektiver Werthaltigkeit von Leistung und Gegenleistung einen Vermögensschaden dadurch erleiden, dass die Leistung für seine Zwecke nicht voll brauchbar ist (BGH, Urteil vom 26. September 1997 - Az. V ZR 29/96, Fundstelle: WM 1997, 2309, 2312). Dann wären Ihre Ansprüche wohl spätestens mit dem Ablauf des 31.12.2005 verjährt.

In jedem Falle werden Sie damit rechnen müssen, dass sich die Gegenseite auf den Einwand der Verjährung beruft. Ein Prozess ist daher mit erheblichen Risiken belastet.


Ich hoffe, Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER