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'Anlageberater' hat mein Geld 'verloren'.

17.11.2017 11:45 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns


Seit 2015 hatte ich ein paar geerbte Reste einem Anlageberater anvertraut. Einen Betrag habe ich dummerweise aus der Hand gegeben. Im April fragte ich nach den diesjährigen Zinsen (letztes Jahr, 2016, gab es die).
Ergebnis: Keine Zinsen, keine Auskunft über das Ganze, im Juli dann die Ankündigung, er werde jetzt die gesamte Anlage kündigen und Ende Oktober käme dann das Geld.
Seit August erklärt er, ich bekäme das Geld aus seinem Privatvermögen, sobald eine seiner Anlagen ausgezahlt wird.
Diese Auszahlung kündigte er jeweils für Ende August, Ende September, Ende Oktober und jetzt Mitte November an.

Ich habe ihm damals eine Haftungserklärung mit einer Kündigungsfrist von 8 Wochen unterschrieben: "Zeitfenster" für weiteres Hinhalten, schätze ich.

Offenbar hat er meine paar Mäuse verzockt. Was kann ich tun? Strafanzeige, Haftungserklärung nutzen, Mahnbescheid erwirken?
Bitte um Info, welche Möglichkeiten ich hätte. Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In Ihrem Fall stellt sich tatsächlich die Frage, was die sinnvollste weil wirksamste Methode ist.

Ich denke, die strafrechtliche Verfolgung hilft Ihnen nicht wirklich weiter. Die Mühlen der Staatsanwaltschaft mahlen langsam und deren Tätigkeit dient der Bestrafung des Täters, nicht der Erlangung Ihres Geldes. Wenn man das Geld nicht mehr bekommt oder die Sachverhaltsermittlung massiv erschwert wird, kann man sich hinten an die Staatsanwaltschaft dranhängen und deren Ermittlungsbefugnisse für sich arbeiten lassen. Aber wie gesagt, das erst bei sicherem Totalverlust.

Was die zivilrechtliche Verfolgung Ihrer Ansprüche angeht, so ist zunächst die vertragliche Struktur Ihrer Beziehung zu Ihrem "Anlageberater" wichtig. Gibt es Dokumente über seine Rechte und Pflichten? Hat er Sie über mögliche Risiken aufgeklärt und das dokumentiert? Haben sie nicht nur nach den Zinsen gefragt, sondern auch bereits die Anlage gekündigt? Ist die Aussage, er werde aus seinem Privatvermögen zahlen dokumentiert oder war das mündlich ohne Zeugen?

Gehen wir von der Situation aus, dass Sie tatsächlich einen bereits fälligen Rückzahlungsanspruch haben, so können und sollten Sie diesen möglichst titulieren lassen, also durch ein Gericht feststellen lassen. Der Mahnbescheid mit nachfolgendem Vollstreckungsbescheid bietet sich dafür an, da er vergleichsweise kostengünstig ist und ggf. ohne weitere Gegenwehr von Ihrem Berater akzeptiert wird.

Die "Haftungserklärung" zu nutzen setzt voraus, dass sich daraus ein eigener Anspruch ergibt und nicht irgendwelche Ausstiegsklauseln mit vereinbart wurden. Das wäre jedenfalls durch einen Anwalt zu prüfen.

Insgesamt kann ich leider im Rahmen dieses Foraums keine detailliertere Antwort geben und rate Ihnen, mich oder einen Kollegen mit der Prüfung Ihrer Ansprüche und Ihrer Vertretung zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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