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Anlage U und ihre Folgen


17.08.2007 13:19 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag,

gestern erhielt ich eine Rückforderung vom Fi.-Amt, ausgelöst durch die als Sonderausgaben deklarierten Unterhaltszahlungen meines Ex Mannes aus den Jahren 2004 und 2005 im Gesamtwert von über 4000 Euro.

Zur Vorgeschichte:
Im Jahr 2004 habe ich im April (Trennung in 2002) wieder angefangen zu arbeiten. Vorher war es mir wg. der Betreuung von 2 Kindern nicht möglich. Der Steuerberater meines Ex hat mich telefonisch sehr unter Druck gesetzt, die Anlage U für die Einkommenssteuer seines Mandanten zu unterschreiben. Mir war die Sache nicht geheuer, habe mir aber trotzdem die Unterlagen aus dem Netzt gezogen. Ob ich wirklich die Anlage U unterschrieben habe, kann ich zum heutigen Zeitpunkt mehr nicht sagen.
Ich habe "normal" meine Steuererklärungen eingereicht - ohne den Unterhalt anzugeben. Ich habe auch seit dieser Zeit und diesem Anruf (also über 3 Jahre) nichts mehr von der Sache gehört.

Vor ca. 9 Wochen rief mein Ex mich an und fragte mich nach meinem Einkommensbescheid von 2004/05 - das zuständige Fi.-Amt von ihm würde seine Erklärung nicht akzeptieren, weil Unterlagen fehlen. Die Sprache war wieder von der Anlage U.....ich bat ihn,dass sein Steuerberater sich nochmals bei mir melden solle. Das hat er aber nicht getan. Statt dessen erhalte ich jetzt von meinem Finanzamt die beiden Rückforderungen in einer Höhe, die für mich unbezahlbar ist. Ich müßte einen Kredit aufnehmen!

Meine Frage: Kann ich herausfinden, ob die Unterschrift auf der eingereichten Anlage U wirklich meine ist (das glaube ich nämlich nicht!) Und was, wenn sich dieser Verdacht bestätigt?
und
Ist es richtig, dass mein Ex zivilrechtlich dazu verpflichtet ist, mir diese Rückforderungen in voller Höhe zu zahlen - mir also kein "Schaden" entsteht?
und
Was kann ich unternehmen, wenn mein Ex nicht zahlen kann (derzeit Arbeitslos) und auch nicht will?

Ich würde mich freuen, wenn ich eine Antwort bekäme. Meine Verzweiflung ist schon sehr groß, da ich alleinerziehend bin und die Rückforderungen wirklich nicht aufbringen kann!

Vielen Dank!

Sehr geehrte Ratsuchende,
vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Es können nur die wesentlichen Aspekte des Falles geklärt werden.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Ihr geschiedener Ehegatte kann Unterhaltsleitungen an Sie als Sonderausgaben im Rahmen seiner Steuererklärung geltend machen und hierdurch seine Steuerlast drücken. Dazu muss er einen Antrag stellen, den Sie unterschreiben müssen, die Anlage U. Wenn der Antrag nach Anlage U gestellt wurde, haben Sie die Unterhaltsleistungen zu versteuern. Zwar sind Sie per se nicht zur Unterschrift der Anlage U verpflichtet, aber Sie sind verpflichtet, Ihre Zustimmung zum begrenzten Realsplitting zu geben, was der Einfachheit halber mit der Unterschrift der Anlage U gemacht werden kann.

Die Anlage U führt dazu, dass Sie und Ihr Exmann im Wege des Realsplittings veranlagt werden. Ihr Rückforderungsrecht aus dem Nachteil, der Ihnen durch das Realsplitting erwächst, ist davon abhängig, ob Sie die Unterschrift auf der Anlage U davon abhängig gemacht haben, dass Ihr Exmann diesen finanziellen Nachteil ausgleicht. Nur dann hat er auch Anspruch auf Ihre Zustimmung zum Realsplitting.

Sie hätten demnach die Anlage U, bei der Sie nicht mehr wissen, ob Sie sie unterschrieben haben, NICHT ohne Erklärung Ihres Exmannes zum Nachteilsausgleich unterschreiben dürfen und MÜSSEN.

Mit dem gestern eingegangenen Bescheid gehen Sie am besten zu einem Kollegen vor Ort. Es sollte sich hierbei um einen Fachanwalt für Steuerrecht handeln. Hier ist sicherlich ein Einspruch veranlasst. Bezüglich des Einspruches ist die 1- Monatsfrist dringend zu beachten!
Der Kollege kann dann auch durch Akteneinsicht herausbekommen, ob Sie jemals eine Anlage U unterzeichnet haben. Der Kollege kann auch prüfen, ob möglicherweise Schadensersatzansprüche gegen den Steuerberater Ihres Exmannes geltend gemacht werden sollten, da dieser Sie zur Unterzeichnung der Anlage U drängte.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben!

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Mareike Preu
Rechtsanwältin


www.kanzlei-preu.de
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