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Anlage U Steuernachzahlung EX-Frau


24.01.2007 15:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Ich habe eine Frage.

Meine Ex-Frau verlangt von mir das ich ihr 270,- Euro zahle weil sie dies beim Finanzamt nachzahlen muß.

Laut ihrer Steuererklärung für 2005 muß sie 270 Euro nachzahlen weil sie für Januar und Februar 2005 von mir ca. 800 Euro Ehegattenunterhalt erhalten hatte den ich bei meiner Steuererklärung abgesetzt hatte.

In 2005 hat meine Ex-Frau erneut geheiratet und hat in 2005 eine gemeinsame Veranlagung mit ihrem derzeitigen Mann gemacht.

Ist es richtig das ich diese 270 Euro Steuernachzahlung meiner Ex-Frau nachzahlen muß obwohl sie damals in 2005 während unserer Trennung gar keine eigenen Einkünfte hatte ???

Lediglich durch die Gesamtveranlagung mit ihrem neuen Mann hat sie nachzahlen müssen. Wir sind im März 2005 geschieden worden. Sie hatte für diese Zeit noch Anlage U unterschrieben.

Mit freundlichen Grüßen

24.01.2007 | 15:46

Antwort

von


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81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Wenn Sie gezahlten Ehegattenunterhalt steuerlich absetzen, muss Ihre Ex-Frau die erhaltenen Zahlungen versteuern. Sofern Ihrer Ex-Frau dadurch steuerliche Mehrbelastungen entstehen, sind Sie nach ständiger Rechtsprechung verpflichtet, diese auszugleichen, also die Mehrbelastung, die alleine darauf beruht, dass der Unterhalt zu versteuern ist, zu erstatten.

Ihre Ex-Frau muss darlegen und nachweisen, um welchen Betrag es sich dabei handelt. Nachdem Ihre Ex-Frau wieder verheiratet ist und für 2005 mit ihrem neuen Ehemann gemeinsam veranlagt wurde, sollte sie zunächst beim zuständigen Finanzamt die Aufteilung der Steuerschuld beantragen. Dabei wird ermittelt, welcher Teil der Steuerbelastung auf sie entfällt und welcher auf den neuen Ehemann, ohne dass sich hierdurch an der gemeinsamen Veranlagung etwas ändert. Alternativ kann diese Berechnung auch vom Steuerberater durchgeführt werden. Anschließend ist dann durch eine fiktive Berechnung zu ermitteln, wie hoch die Steuerbelastung wäre, wenn der Unterhalt nicht hätte versteuert werden müssen.

Die Differenz zwischen diesen beiden Berechnungen ist von Ihnen zu erstatten.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch


Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2007 | 16:58

Verstehe ich also richtig:
Da meine Ex-Frau während der Trennungszeit kein eigenes Einkommen hatte, lediglich mein Unterhalt in Höhe von jeweils 400 Euro Monatlich in Januar und Februar 2005 ist sie doch nicht Steuerpflichtig (unter Freibetrag).
Nachzahlung von 270 Euro ergibt sich also nur durch die Gesamtveranlagung mit ihrem neuen Ehemann?
Bin also nicht zahlungspflichtig ???

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.01.2007 | 17:15

Sehr geehrter Fragesteller,

der BGH hat mit Urteil vom 29.01.1992, Aktenzeichen XII ZR 248/90 entschieden, dass in diesem Fall nur der Betrag zu erstatten ist, der sich bei getrennter Veranlagung ergeben hätte, in Ihrem Fall also nichts, wenn Ihre Ex-Frau in 2005 tatsächlich keine weiteren Einkünfte hatte.

Hier der Leitsatz des Urteils:

Hat der unterhaltsberechtigte frühere Ehegatte dem Antrag des Unterhaltspflichtigen zugestimmt, seine Einkünfte um die Unterhaltsleistungen an den Berechtigten als Sonderausgaben zu vermindern (begrenztes Realsplitting gem. §§ 2 IV, 10 I Nr. 1 EStG), und hat er für den gleichen Veranlagungszeitraum mit einem neuen Ehegatten die Zusammenveranlagung (§§ 26, 26b EStG) gewählt, so kann er von dem Unterhaltspflichtigen höchstens den Ausgleich des steuerlichen Nachteils verlangen, der ihm bei getrennter Veranlagung (§ 26a EStG) durch die Besteuerung der Unterhaltsbezüge gem. § 22 Nr. 1 a EStG entstanden wäre.

Mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch

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