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Anlage Ausland? Kind in Deutschland, Mutter in Italien

01.08.2019 22:07 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Guten Tag,
mein volljähriger Sohn befindet sich in der Ausbildung in Deutschland und lebt in einer Wohngemeinschaft.
Bislang lief der Kindergeldantrag über mich (die Mutter), doch da ich ins EU-Ausland umgezogen bin, muss der Antrag neu gestellt werden und zwar vom Vater, da dieser in Deutschland lebt und arbeitet (laut Familienkasse, von der wir unterschiedliche Informationen bekommen haben), daher meine Fragen an Sie:
- Kann ich, obwohl ich im EU-Ausland lebe, den Kindergeldantrag stellen?
- Muss das Elternteil, das mehr Kindesunterhalt zahlt, den Antrag stellen, auch wenn das Elternteil im EU-Ausland lebt?
- Muss die Anlage Ausland von mir unterschrieben werden, wenn der Vater der Antragsteller ist?
- Muss ich eine Berechtigtenbestimmung ausfüllen, dass ich auf das Kindergeld verzichte, wenn der Vater der Antragsteller ist?
- Zahlt der Vater keinen Kindesunterhalt kann er dennoch den Kindergeldantrag stellen?
- Welche Bedingungen müssen gegeben sein, dass der Antrag des Vaters abgelehnt wird, obwohl er in Deutschland lebt?

Besten Dank.
07.08.2019 | 11:50

Antwort

von


(2)
Goerdelerstraße 6
65197 Wiesbaden
Tel: 015150413604
Web: https://anwaltsloesung.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen will ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Kann ich, obwohl ich im EU-Ausland lebe, den Kindergeldantrag stellen? Antwort: Einen Antrag können Sie nur nach dem Bundeskindergeltgesetz, nicht nach dem Einkommenssteuergesetz stellen. Allerdings haben Sie keinen Anspruch auf Kindergeld für Ihren Sohn, weil er nicht in Ihrem Haushalt lebt. Kindergeld kann aber auch direkt an Ihren Sohn gezahlt werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Kind einen eigenständigen Haushalt führt und sich selbst versorgt und keinen Unterhalt erhält.

Muss das Elternteil, das mehr Kindesunterhalt zahlt, den Antrag stellen, auch wenn das Elternteil im EU-Ausland lebt? Antwort: Auf die Frage, wer mehr Kindesunterhalt zahlt, kommt es nicht an. Entscheidend ist, welcher Elternteil Anspruch auf Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz hat. Der Elternteil, der sich im Ausland aufhält, könnte nur einen Anspruch nach dem Bundeskindergeldgesetz haben. Der Anspruch nach dem Einkommensteuergesetz für den in Deutschland lebenden Elternteil hat Vorrang.

Muss die Anlage Ausland von mir unterschrieben werden, wenn der Vater der Antragsteller ist? Antwort: Nein. Der Kindergeldanspruch nach dem Einkommensteuergesetz für den in Deutschland lebenden Vater hat Vorrang.

Muss ich eine Berechtigtenbestimmung ausfüllen, dass ich auf das Kindergeld verzichte, wenn der Vater der Antragsteller ist? Antwort: Nein. Der Kindergeldanspruch nach dem Einkommensteuergesetz für den in Deutschland lebenden Vater hat Vorrang vor Ihrem Antrag nach dem Bundeskindergeldgesetz aus dem EU-Ausland. Sie können die Unterhaltszahlung im Falle einer Kindergeldzahlung an den Sohn entsprechend kürzen.

Zahlt der Vater keinen Kindesunterhalt kann er dennoch den Kindergeldantrag stellen? Antwort: Das Antragsrecht des Vater ist nicht davon abhängig, ob er Kindesunterhalt zahlt oder nicht. Allerdings muss das Kindergeld dann direkt an Ihren Sohn gezahlt bzw. weitergeleitet werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Kind einen eigenständigen Haushalt führt und sich selbst versorgt. Bekommt das Kind Unterhalt, können die Eltern den Volljährigenunterhalt um das Kindergeld kürzen. Das Kindergeld muss jedoch an das volljährige Kind gezahlt bzw. weitergeleitet werden. Bekommt der Sohn keinen Unterhalt von seinem Vater, kann das Kindergeld auch direkt an den Sohn gezahlt werden.

Welche Bedingungen müssen gegeben sein, dass der Antrag des Vaters abgelehnt wird, obwohl er in Deutschland lebt? Antwort: Der Sohn lebt nicht im Haushalt des Vaters. Er erhält Unterhalt von den Eltern. Bekommt das Kind Unterhalt, können die Eltern den Volljährigenunterhalt um das Kindergeld kürzen. Das Kindergeld muss an das volljährige Kind gezahlt bzw. weitergeleitet werden. Kindergeld wird grundsätzlich nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs gezahlt. Darüber hinaus nur bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs, jedoch nur im Falle einer Ausbildung. Zeiten für Wehr- oder Zivildienstzeit, freiwilliges Soziales Jahr, Ausbildungsunterbrechungen wegen Krankheit usw. verlängern diese Zeit. Über die Vollendung des 25. Lebensjahres hinaus wird Kindergeld nur gezahlt bei einer Behinderung, wenn sich das Kind nicht selbst unterhalten kann.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

(Lorenz), Rechtsanwalt



Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2019 | 18:22

Ganz herzlichen Dank, Herr Lorenz!
Verstehe ich das richtig, dass mein Antrag,, den ich gestellt habe als ich noch in Deutschland wohnte, quasi automatisch endete durch meinen Umzug ins EU-Ausland (da der Vater in Deutschland wohnt)?
Oder muss ich den Antrag irgendwie beenden bzw. "stornieren"?
Und das nun der in Deutschland lebende und arbeitende Vater den Antrag stellen kann, da er sowieso Vorrang hat (nach dem Einkommensteuergesetz)?
Und ich keine Anlage Ausland auszufüllen habe, um meinen Antrag quasi an ihn zu übergeben, da er ja neuer Antragsteller ist?
Auch muss ich keine Berechtigtenbestimmung ausfüllen, da der Antrag des Vaters sowieso Vorrang hat?
Denn unser Sohn hat nach wie vor einen eigenen Hausstand in Deutschland, ist in der Ausbildung und unter 25 Jahre alt, erfüllt also die von Ihnen angeführten Voraussetzungen.

Besten Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.08.2019 | 22:59

Sehr geehrte Fragestellerin,

meine Antworten haben Sie grundsätzlich richtig verstanden.

Einen Punkt sollten Sie jedoch beachten:

Kindergeld wird rückwirkend nur für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist. Deshalb sollten Sie den Antrag, wenn Sie diesen zu einem Zeitpunkt gestellt haben, als Sie noch in Deutschland wohnten, nicht zurücknehmen, sondern nur den Wohnsitzwechsel ins Ausland der Familienkasse mitteilen. Zeitgleich sollte ein Antrag in Deutschland vom Vater gestellt werden. Wie die Familienkasse Ihre Information zum Wohnsitzwechsel bzw. den Antrag des Vaters auf der Zeitschiene intern bearbeitet, ist das Problem der Familienkasse. Wichtig ist, dass Sie bereits gestellte Anträge, die zum Zeitpunkt der Antragstellung berechtigt waren, nicht zurücknehmen, da Sie sonst eine rückwirkende Zahlung gefährden, die Ihnen bzw. Ihrem Sohn zugute kommen könnte.

Für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

(Lorenz), Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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