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Anklageschrift wegen Betrug

11.01.2019 15:21 |
Preis: 40,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo.
Ich bin alleinerziehende Mama einer 5 jährigen Tochter. Ich habe leider in den letzten Jahren ziemlich viel scheiße gebaut aber aus der Not raus. Ich weiß das ist keine Entschuldigung. Ich habe bereits 2 mal Geldstrafe bekommen wegen Betrugs. Die Geldstrafe liegt bei über 5000 € und ich bezahle sie mit monatlich 200 € ab was für mich sehr viel Geld ist. Nun kam eine Anklageschrift wegen weiteren 2 fachen Betrug. Mit was für einer Strafe muss ich rechnen ? Ich habe eine Familienhilfe beantragt, war bereits 3 mal dieses Jahr in Psychotherapie deswegen und ziehe wieder zurück zu meinen Eltern damit ich ein gestärktes Umfeld habe und Unterstützung bekomme. Ich habe die Diagnosen: Zwanghafte Persönlichkeitsstörung, Impulskontrollstörung, Depression und Zwangsgedanken. Meine Therapeutin momentan in der Klinik schreibt rein das nun keine Gefahr mehr besteht. Und ich viel dafür getan habe.
Ich habe Angst das ich ins Gefängnis komme da vor allem noch 2 weitere Anzeigen folgen aber alles vor dieser Verhandlung die jetzt ansteht. Bitte helfen sie mir.
Ich möchte auf keinen Fall das ich mich auf meinen Erkrankungen ausruhen kann sondern ich will gegen sie kämpfen.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Zunächst empfehle ich Ihnen dringend, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. Der Rechtsanwalt wird Einsicht in die staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakte nehmen und kann aufgrund des Akteninhalts gemeinsam mit Ihnen die Verteidigung besprechen.

D.h., die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe ist zunächst der wichtigste Schritt, den Sie gehen sollten.


2.

Aus der Tatsache, dass Sie in zwei Betrugsfällen zu einer Geldstrafe von mehr als 5.000 € verurteilt worden sind, lässt sich nun die Schlussfolgerung herleiten, dass es sich nicht nur um relativ einfach gelagerte Betrugsfälle in der Vergangenheit gehandelt hat.

Aus der Tatsache, dass Ihnen nunmehr zwei weitere Betrugsfälle vorgeworfen werden, wird man die Schlussfolgerung ziehen, dass Ihnen die Verurteilung zu einer recht hohen Geldstrafe keine Lehre gewesen sei. Obwohl ich bezüglich der Taten aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung keinerlei Kenntnisse von den Umständen habe, kann man sagen, dass durchaus eine Haftstrafe denkbar ist.


3.

Allerdings leiden Sie unter psychischen Erkrankungen und befinden sich diesbezüglich auch in Behandlung.

Aus Ihrer Schilderung der psychischen Störungen kann ich ohne weitere Detailkenntnisse nicht herleiten, ob Sie eingeschränkt schuldfähig oder gar schuldunfähig bei der Tatbegehung gewesen sind. Schuldunfähigkeit ist eher unwahrscheinlich, eingeschränkte Schuldfähigkeit dagegen durchaus denkbar.

Im Rahmen der Verteidigung wird man auf Ihre psychischen Erkrankungen hinweisen müssen und auch entsprechende ärztliche Bescheinigungen vorlegen. Wenn sich aus den Umständen ergibt, dass Ihre psychischen Erkrankungen mit den Straftaten in Zusammenhang stehen und wenn man sieht, dass Sie daran arbeiten, die Erkrankungen zu überwinden, wird das Gericht dies positiv zu Ihren Gunsten würdigen.

Hinzu kommt, dass Sie Ihre fünfjährige Tochter versorgen. Eine Haftstrafe würde also die Versorgung des Kindes zumindest gefährden.

Positiv ist weiterhin, dass Sie aus einem wohl negativen Umfeld ausgebrochen sind und wieder bei Ihren Eltern wohnen.

D.h., es gibt eine ganze Reihe von Punkten, die man zu Ihren Gunsten einerseits aufführen kann und die auch gegen eine Verhängung einer Haftstrafe sprechen.

Wenn man diese Punkte in der Verteidigung aufführt, sehe ich sehr gute Chancen, dass, sollten Sie verurteilt werden, eine Verurteilung zu einer (weiteren) Geldstrafe erfolgen wird.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.01.2019 | 16:12

Leider ist es mir nicht mehr möglich einen Anwalt hinzuzuziehen da der Termin der Hauptverhandlung am 31.01.ist und die Frist abgelaufen ist. Außerdem finde ich keinen Anwalt und das macht die Sache leider nicht leichter. Die Therapeutin meinte sie schreibt rein das diese mehreren Taten durch einen Impulskontrollstörung hervorrufen und sie schreibt ebenfalls rein das keine Gefahr mehr besteht. Ich habe es verstanden und will mich ändern. Ich wollte niemanden mit Absicht wehtun und will auch so gut wie möglich den Schaden zurückzahlen. Ich werde so etwas nie wieder tun das ist mir jetzt klar geworden. Was kann ich tun damit es bei einer Geldstrafe bleibt? Wenn es zu einer Haftstrafe kommt wird diese zur Bewährung ausgesetzt ? Ich habe wahnsinnige Angst und mich macht es fertig. Ich werde alles gestehen und möchte daran arbeiten aber ich möchte auch keine Einweisung durch das Gericht in eine Psychiatrie. Die Geldstrafe ging durch 2 Betrugsfälle heraus bei der der Warenwert ca.1500 € waren. Der Rest ist strafe, ein Polizist meinte es sei viel zu hoch nur wusste ich das nicht. Was kann ich tun.
Liebe Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.01.2019 | 16:36

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Da die Hauptverhandlung erst am 31.01.2019 stattfindet, ist es ohne weiteres noch möglich, einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Sofern in der nächsten Woche eine Besprechung mit dem Rechtsanwalt vereinbart werden kann, ist es auch noch möglich, Einsicht in die Strafakte zu nehmen.

Ein zeitliches Problem zur Beauftragung eines Rechtsanwalts besteht daher nicht.


2.

Wie ich in meiner Antwort schon gesagt hatte, sind Bescheinigungen von Ärzten und Therapeuten wichtig, insbesondere, wenn sich aus diesen Bescheinigungen ergibt, dass zwischen krankhaften Störungen und Straftaten einen Zusammenhang besteht. Das wird für Sie auf jeden Fall, was die Strafzumessung anbelangt, von ganz entscheidender Bedeutung sein.


3.

Ich kann mir aufgrund Ihrer Schilderung, die mir natürlich nur eine vage Vorstellung verschafft, durchaus vorstellen, dass es bei einer Geldstrafe bleibt. Sollte das Gericht wider Erwarten eine Haftstrafe für angemessen erachten, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Bewährungsstrafe rechnen können. Dass man von einer Aussetzung der Strafe zur Bewährung absieht, kann ich mir aufgrund des dargestellten Sachverhalts nicht vorstellen.

Andernfalls wäre daran zu denken, das erstinstanzliche Urteil mit der Berufung anzufechten.


4.

Aufgrund der Geldstrafe, die Sie erhalten haben, war ich von schon sehr gravierenden Fällen ausgegangen. Für die Höhe der Geldstrafe kommt es, wie Sie wahrscheinlich wissen, zum einen darauf an, über welche Einkünfte Sie verfügen und darauf, wie viele Tagessätze das Gericht verhängt.

Aufgrund Ihrer Schilderung sehe ich die Geldstrafe auch verhältnismäßig hoch an.


5.

Sie Fragen, was Sie tun können?

Nochmals rate ich dringend, vielleicht noch heute, zu versuchen, einen Termin mit einem Rechtsanwalt zu vereinbaren. Anwaltliche Hilfe im Strafverfahren ist meiner Auffassung nach unbedingt notwendig.

Da ausreichend Zeit besteht, einen Rechtsanwalt zu finden, sollten Sie diese Chance nutzen.

Andernfalls müssten Sie sich selbst verteidigen, was natürlich für den Laien schwierig ist. Sie müssen sich das vielleicht so vorstellen: Niemand käme auf den Gedanken, bei einer Blinddarmentzündung zu versuchen, den Blinddarm mit der Nagelschere zu entfernen. Und in rechtlichen Dingen sieht es nicht anders aus: Sie benötigen den Fachmann, damit Sie entsprechend gerüstet in die Hauptverhandlung gehen können.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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