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Anklage wegen Untreue und Betrug.


20.04.2006 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf



Guten Tag,

ich hatte eine Stelle als Assistentin der Geschäftsleitung in einem Unternehmen für Treppenmontagen und Innenausbau.
Mein Chef war ein 22jähriger Alkoholiker der inzwischen eine Langzeittherapie macht.
Nun zu meinem Problem:
Nachdem mein damaliger Chef ins Krankenhaus ging hat sein Vater mir gekündigt und die Firma aufgelöst. Nachdem die Firma aufgelöst war beschuldigte mich der Vater meines Chefs der Untreue und des Betrugs, weil ich angeblich mit einer Servicekarte für das Firmenkonto Abhebungen vornahm um mich zu bereichern. Diese Abhebungen wurden von mir vorgenommen. Das Geld übergab ich meinem Chef und buchte es unter Privatentnahme.
Mein ehemaliger Chef sagt nun aus, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Der Vater meines ehemaligen Chefs hat mich angezeigt. Nun wurde mir eine Anklageschrift zugestellt mit der Beschuldigung der Untreue in 15 tatmehrheitlichen Fällen sachlich zusammentreffend mit Betrug gemäß §§ 263 Abs.1, 266 Abs. 1, 53 StGB. Wie gesagt, ich habe die Abhebungen immer dann vorgenommen, wenn mein Chef mich dazu beauftragt hat. Es geht um eine Summe von insgesamt 4.850.00 Euro in einem Zeitraum von 9 Monaten. Was kann in einem Verfahren auf mich zu kommen?
Mfg
02conny

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten.

Sowohl die Untreue als auch der Betrug sehen als Strafrahmen eine Freiheitsstrafe bis fünf Jahre oder Geldstrafe vor. Hinsichtlich des Strafmaßes im Falle einer Verurteilung kann ohne Kenntnis der Strafakte diesseits keine Prognose getroffen werden. Dahingehend fließen verschiedene Faktoren in ein Urteil ein. Solche sind unter anderem eventuelle einschlägige Vorstrafen und das Nachtatverhalten (Reue, Wiedergutmachung).
Insbesondere im Hinblick auf die Höhe des Schadens und die tatmehrheitliche Begehung empfehle ich Ihnen dringend, eine/n Rechtsanwalt/in zu beauftragen, um zunächst Akteneinsicht in die Strafakte zu nehmen. Diesbezüglich stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung. Akteneinsicht kann lediglich durch einen Rechtsanwalt beantragt werden.
Erst nach Akteneinsicht ist es möglich, eine genaue Beurteilung der Situation vorzunehmen und eine Vorgehensweise im Prozess abzustimmen.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass im deutschen Strafrecht bis zu einer eventuellen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt. Daneben hat der Staat Ihnen Ihre Straftaten zu beweisen. Nach bisheriger Sachverhaltskenntnis wäre vorliegend ein Beweis durch Zeugnis Ihres ehemaligen Chefs möglich. Fraglich erscheint, ob es neben den Buchhaltungsunterlagen (Buchung als Privatentnahme), die wohl regelmäßig von Ihrem damaligen Chef durchgesehen werden sollten, weitere Beweismittel gibt, die Sie entlasten könnten. Dies wäre möglich durch Zeugen und Schriftstücke (Belege, schriftliche Beauftragung etc.), die Ihre Version bestätigen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
www.kanzlei-kaempf.net

Nachfrage vom Fragesteller 20.04.2006 | 12:17

Guten Tag,
vielen Dank für die Antwort.
Ich habe leider keine Zeugen und Schriftstücke die meine Version bestätigen. Ich bin auch nicht vorbestraft.
Laut Aussage des Vater meines ehemaligen Chefs, hatte dieser von allem nichts gewußt. Brauche ich für dieses Verfahren unbedingt einen Anwalt?

Mfg
02conny

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.04.2006 | 12:54

Sehr geehrte Fragestellerin,


Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:

Es besteht keine Verpflichtung Ihrerseits, einen Anwalt zu beauftragen.

Dies ist aber gerade im Strafrecht empfehlenswert, um eine optimale Verteidigung zu gewährleisten.
Zum einen bekommen Sie ohne einen Rechtsanwalt keine Akteneinsicht und haben infolgedessen keinen Einblick über die Kenntnisse der Staatsanwaltschaft und des Gerichts. Aus diesem Grunde ist es Ihnen nur schwer bzw. nicht möglich vorab eine entsprechende Prozessstrategie zu wählen. Außerdem ist es in der Regel förderlich, wenn Staatsanwaltschaft und Gericht „auf Augenhöhe“ mit einem Rechtsanwalt verhandeln.
Gerade in Ihrem Fall wird es erforderlich sein, die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu erschüttern. Inwiefern Ihnen dies ohne professionelle Hilfe gelingt, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen.
Seltsam mutet allerdings diesbezüglich an, dass der Chef eines Unternehmens über einen Zeitraum von neun Monaten nicht bemerkt, dass angeblich von Ihnen Geld von seinem Firmenkonto in doch stattlicher Höhe abgehoben wird.

Ich stehe Ihnen selbstverständlich weiterhin zur Verfügung und verbleibe


Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
www.kanzlei-kaempf.net

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