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Anklage wegen Körperverletzung


21.04.2006 00:12 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite als Security Mitarbeiter in einer Diskothek – also als Türsteher. Vor einigen Monaten arbeitete ich wie jedes Wochenende mit meinem Kollegen im Eingangsbereich des Lokals. Durch mehrere Gäste wurden wir informiert, daß im Lokal ein Gast mehrfach extra Gläser auf den Boden wirft und so die anderen Gäste gefährdet. Ich ließ mir die Person zeigen und ging auf ihn zu. Ich sprach ihn auf sein Verhalten an, das er aber energisch leugnete ( er war alkoholisiert ) . Da aufgrund der Lautstärke kein Gespräch in dem Lokal möglich war, bat ich ihn mit mir zum Eingangsbereich zu kommen, dies verneinte er. Daraufhin fasste ich ihn am Arm und wollte ihn Richtung Eingangshalle begleiten. Er riss sich los, zeigte ein aggressive Verhalten, indem er seine Arme hochriss und auf mich zu kam. Sofort verteidigte ich mich mit einem Stoß oder Schlag ins Gesicht, während ein Freund von ihm – er war mit einer ganzen Gruppe im Lokal - mich von hinten versuchte festzuhalten. Mein Kollege kam mir zur Hilfe und es gab eine Schlägerei. Wir hatten nach ein paar Minuten „die Sachen im Griff“ und verwiesen die Gruppe aus dem Lokal. Im Vorraum kam es noch zu verbalen Beschuldigungen, zudem suchte der Täter seine Brille. Mein Kollege fand diese an dem Platz des Vorfalls und übergab sie der Person. Zwei der Personen waren verletzt: der Täter ( Prellungen im Gesicht ) und die Person, die mein Kollege von mir zog ( Zahnverlust ). Die Gruppe verließ daraufhin das Lokal, kam kurze Zeit später mit der Polizei zurück und erstattete Anzeige wegen Diebstahl der Brille und Körperverletzung. Das Verfahren wegen des Diebstahl wurde bereits eingestellt, die Anklage wegen KV findet in einigen Wochen statt.

Was kann mir im schlimmsten Fall passieren? Sollte ich für den – für mich kleinen – Vorfall einen Anwalt nehmen? Was würde ein Anwalt kosten? Ich wollte mich eigentlich selbst verteidigen, leider scheitert dies bereits an der Akteneinsicht.

Zur Info: Ich bin 40 Jahre, arbeite seit 20 Jahre im Nachtleben, bin bisher noch nie polizeilich aufgefallen oder vorbestraft, habe einen sehr seriösen Hauptberuf und habe in der Vergangenheit 12 Jahre Erfahrung in einer polizei ähnlichen hoheitlichen Tätigkeit ( also Erfahrungen mit solchen Situationen ).
21.04.2006 | 00:44

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage!

Ihrer Darstellung nach zu urteilen dürfte "nur" normale Körperverletzung in Betracht kommen.

Schwere Körperverletzung dürfte wegfallen, da ein einzelner Zahn bei dem heutigen Standart der Zahnheilkunde nicht mehr als ein wichtiges Glied des Körpers gilt.

Normale Körperverletzung wird mit bis zu fünf Jahren Knast oder Geldstrafe geahndet.
Ihre fehlenden Vorstrafen dürften für ein mildes Urteil sprechen, so daß die Höchststrafe unwahrscheinlich ist.
Auch sind die Körperverletzungen eher gering, so daß das Strafmaß eher im unteren Bereich angesiedelt sein dürfte.
Bitte haben sie Verständnis, daß ich ohne Aktenkenntnis keine seriösere genauere Prognose zum Strafmaß geben kann.

Es wäre eine Überlegung wert, auf Notwehr zu plädieren, da Sie lediglich das Hausrecht durchsetzen wollten und ohne Grund von Alkoholisierten angegriffen wurden.

Haben Sie Akteneinsicht bereits beantragt? Aus Ihrer Darstellung wird dies nicht klar. Ohne Verteidiger haben Sie das Recht, einen Aktenauszug zu erhalten, wenn dadurch die Ermittlungen nicht gefährdet werden.

Die Kostenfrage ist schwer zu beantworten, da das Gesetz den Anwälten einen breiten Berechnungsraum einräumt. Überschlagsmäßig würde ich mit ca 250 € rechnen, betone jedoch, daß dies eine unverbindliche Schätzung ist. Sie können jedoch problemlos verschiedene Anwälte aufsuchen und sich dort einen konkreten Kostenvoranschlag geben lassen.

Inwieweit ein Anwalt notwendig ist, hängt davon ab, wie die Beweislage ist (Zeugen vorhanden, Qualität der Zeugen etc.), von den drohenden Folgen des Urteils (wie reagiert Ihr Arbeitgeber) und der Justiz vor Ort.

Ich würde Ihnen ohne genauere Kenntnisse der genannten Umstände dazu raten, einen Verteidiger zu beauftragen.

Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber


Nachfrage vom Fragesteller 21.04.2006 | 01:03

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung.

Zu Ihren Frage:

AKteneinsicht hatte ich bereits beantragt, jedoch wurde dies verweigert.

Die Akten habe ich duch den Anwalt meines Kollegen eingesehen, mir wird nicht der Zahnverlust sondern die Kieferprellung zur Last gelegt.

In meiner Aussage hatte ich bereits angegeben aus Notwehr gehandelt zu haben und mein Kollege für mich aus Nothilfe.


Zeugen haben wir natürlich auch, jedoch hat man als "Türsteher" bereis durch die Tätigkeit immer Vorurteile durch die Justiz zu erwarten.

Wieso sollte mein Arbeitgeber Kenntniss von dem Urteil erhalten?



Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.04.2006 | 02:45

Sehr geehrter Ratsuchender,

meine Bemerkung bezüglich des Arbeitgebers war allgemeiner Natur.

Bei einer Beratung auf Distanz ohne restlose Kenntnis aller Umstände weise ich lieber auf zu viele beachtenswerte Punkte hin als auf zu wenige.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

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