Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ankauf Objekt 152 WEH mit falscher Teilungserklärung

03.08.2019 11:47 |
Preis: 100,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Verkauft wird ein Objekt mit 152 WEH, aufgeteilt nach WEG.

Das Objekt besteht aus Hausnummer 5,6,7,8
Bei 5 und 6 stimmt die Teilungserklärung.

Bei 7 und 8 wurde anders weitergebaut. Die Teilungserklärung ist also falsch.
Der neue Käufer erwirbt 95% der WEG Anteile.

Die 7 Penthäuser auf dem Dach werden nicht mit veräußert. Alle 7 Einheiten sind in Privatbesitz.
Da der neue Käufer die erworbenen 152 Einheiten im Einzelvertrieb veräußern möchte, muss er die falsche Teilungserklärung anpassen. Dies wird er aber erst nach dem Kauf machen.
Um die Teilungserklärung auf den jetzigen baulichen Zustand anzupassen, benötigt man einen allstimmigen Beschluss der Penthouse Eigentümer.
Grundvoraussetzung für den Kauf des Objektes mit falscher Teilungserklärung, war der allstimmige Beschluss der 7 Penthouse Besitzer das die Teilungserklärung geändert werden kann.

In einer außerordentlichen WEG Versammlung vom 25.7. 2019 wurde dieser Beschluss allstimmig erwirkt.

Nun stehen wir kurz vor Beurkundung und der Notar möchte, dass alle Penthouse Besitzer diesen Beschluss nochmal notariell beurkunden.

Das würde zu lange dauern. Wir müssen zeitnah beurkunden.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es diesen Beschluss wirksam auf den neuen Eigentümer zu übertragen ?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
Mit freundlichen Grüssen







Einsatz editiert am 03.08.2019 12:42:32
03.08.2019 | 14:56

Antwort

von


(15)
Gräfelfinger Str., 97a
81375 München
Tel: 089 1222189
Web: http://www.medienkanzleirichter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine Änderung der Gemeinschaftsordnung kann nur durch den einstimmigen Beschluss der Eigentümerversammlung beschlossen werden. Einigt sich eine Wohnungseigentümergemeinschaft auf eine Änderung, muss das Dokument nach §4 Wohnungseigentumsgesetzes erneut notariell beurkundet oder beglaubigt werden. Insgesamt gilt, dass nur bei Einstimmigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft das Ändern der Teilungserklärung möglich ist.

Ein Beschluß ist auch ohne notarielle Beurkundung möglich, vgl. § 23 WEG .

(1) Angelegenheiten, über die nach diesem Gesetz oder nach einer Vereinbarung der Wohnungseigentümer die Wohnungseigentümer durch Beschluß entscheiden können, werden durch Beschlußfassung in einer Versammlung der Wohnungseigentümer geordnet.
(2) Zur Gültigkeit eines Beschlusses ist erforderlich, daß der Gegenstand bei der Einberufung bezeichnet ist.
(3) Auch ohne Versammlung ist ein Beschluß gültig, wenn alle Wohnungseigentümer ihre Zustimmung zu diesem Beschluß schriftlich erklären.
(4) Ein Beschluss, der gegen eine Rechtsvorschrift verstößt, auf deren Einhaltung rechtswirksam nicht verzichtet werden kann, ist nichtig. Im Übrigen ist ein Beschluss gültig, solange er nicht durch rechtskräftiges Urteil für ungültig erklärt ist.

Das Dokument, die Teilungserklärung, dagegen muss notariell beglaubigt werden, damit es rechtswirksam ist. Der Notar beglaubigt durch einen sogenannten Beglaubigungsvermerk die Unterschrift unter der Erklärung und bestätigt damit, dass der Eigentümer selbst unterschrieben hat. Oft wird das Dokument auch dahin gehend geprüft, ob es allen etwaigen juristischen Bedenken standhält und somit rechtlich einwandfrei ist. In dieser Form wird die Erklärung vom Notar beurkundet. Im Vergleich zu einer Beglaubigung verursacht eine Beurkundung viermal so hohe Kosten. Dafür ist dann aber auch garantiert, dass das Dokument in einem etwaigen Streitfall nicht angreifbar ist.

Fazit: das Gesetz verlangt keine notarielle Beglaubigung des Beschlusses, sondern lediglich der Teilungserklärung. Dabei ist die schnellere Variante der Beglaubigungsvermerk, die längere aber sicherere Variante die Beurkundung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Richter


Nachfrage vom Fragesteller 03.08.2019 | 15:37

Sehr geehrter Herr Richter,

Danke für Ihre ausführliche Antwort.
Nur zum Verständnis:
Das heisst jetzt in der Praxis. Wir können das Objekt beurkunden. Als Anlage zum Kaufvertrag nehmen wir den beglaubigten Beschluss der Eigentümer Versammlung mit dem Inhalt der allstimmigen Zustimmung ,das die Teilungserklärung geändert werden darf.
Dieser beglaubigte Beschluss geht dann auf den neuen Eigentümer über.
Dieser kann die Teilungserklärung ändern.
Diese neue geänderte Teilungserklärung wird dann notariell beurkundet.

Richtig ?

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.08.2019 | 19:12

Sehr geehrter Herr Schwabe,

die Änderung der Teilungserklärung muss in der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen und dann beurkundet werden. Die beurkundete Teilungserklärung kann dann als Beleg dem Kaufvertrag beigelegt werden.

Beste Grüße
RA Richter

ANTWORT VON

(15)

Gräfelfinger Str., 97a
81375 München
Tel: 089 1222189
Web: http://www.medienkanzleirichter.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Schadensersatzrecht, Urheberrecht, Strafrecht, Datenschutzrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht, Internet und Computerrecht, Medizinrecht, Wettbewerbsrecht, Steuerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69224 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr nette kompetente Anwältin Rasche Antwort Jederzeit wieder und sehr zu empfehlen. Danke für Ihre Hilfe ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Schnelle Rückmeldungen, ich hoffe, die Hinweise bestätigen sich in der Praxis. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort war prägnant, mit Gesetzestexten bzw. Urteilen unterlegt und sehr verständlich. Uns wurde bei der Entscheidungsfindung über die weitere Vorgehensweise damit sehr geholfen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen