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Anhörung wegen des Verdachts der versuchten Geldwäsche

| 21.03.2010 14:42 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,
Im Januar ehielt ich per email ein Jobangebot mit auszugsweise folgendem Wortlaut: "Zur Zeit haben wir 17 Positionen als Warenverwalter/Einkäufer zu vergeben. Zu Ihren Aufgaben gehört das Empfangen bzw Einkaufen von Sendungen (das Geld für den Einkauf wird Ihnen im voraus auf Ihr Bankkonto überwiesen) es handelt sich meist um Kleinartikel bis zu 7 Kg und das Versenden bzw. Anliefern an unsere Kunden...."
Ich bekundete Interesse und schickte den mir per mail zugesandten Arbeitsvertrag über eine geringfügige Beschäftigung an die angegebene Faxnummer. Als Vertragspartner war eine Firma TRADEVV lim. genannt. Da ich skeptisch war, suchte ich nach dieser Firma im Internet und fand ein offenbar bedeutendes chinesisches Handelsunternehmen. Ich war weiterhin skeptisch, da es sich ja um den Vertrieb von Plagiaten handeln konnte, wollte aber das weitere Geschehen abwarten. Nach einigen Tagen erhielt ich eine email mit dem Titel "Auftrag Nr. 1". Hier war zu lesen "heute haben wir die Auftragsbestätigung bekommen. Der Kunde hat das Geld an Sie überwiesen.)" Zwei Tage später gingen auf meinem Konto EUR 2425 ein, jedoch als nicht verfügbar gekennzeichnet. Durch ein Telefonat mit der Bank erfuhr ich, daß die bezogene Bank die Transaktion gesperrt hatte, da sie auf nicht legale Weise zustande kam. Mir war jetzt klar, daß es sich hier um einen Betrugsversuch handelte und informierte, zunächst telefonisch, die hiesige Dienststelle der Kriminalpolizei und sandte dann, auf deren Bitte hin, alle verfügbaren Unterlagen per Fax dorthin.
Nun habe ich eine Vorladung zur Anhörung als "Beschuldigter der versuchten Geldwäsche" erhalten.
Meine Frage: Was kann mir daraus erwachsen? Ist es ratsam, gleich einen Anwalt zu beauftragen oder soll ich erst das Ergebnis der Anhörung abwarten?
Für Ihre Antwort danke ich Ihnen.

Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann, insbesondere das Weglassen wesentlicher Angaben kann das Ergebnis der Beantwortung beeinflussen.

Der Tatbestand der Geldwäsche ist in §261 StGB geregelt. Nach Abs. 1 macht sich strafbar, wer einen Gegenstand, der aus einer in Abs.2 rechtswidrigen Tat herrührt, verbirgt, dessen Herkunft verschleiert oder die Ermittlung der Herkunft, das Auffinden, den Verfall, die Einziehung oder die Sucherstellung eines solchen Gegenstandes vereitelt oder gefährdet.
Es müsste also zunächst festgestellt werden, dass das Geld aus einer rechtswidrigen Tat herrührt. Dies wird sich wohl erweisen lassen, denn offensichtlich stehen betrügerische Absichten hinter der von Ihnen benannten Firma.
Man muss also tatsächlich vom Straftatbestand der Geldwäsche ausgehen. Hierbei haben Sie objektiv durch zur Verfügung stellen Ihres Kontos sowie Ihrer Arbeitsleistung beigetragen. Fraglich wird jedoch sein, ob man Ihnen den notwendigen Vorsatz nachweisen kann.
Nach Ihrer Schilderung waren Sie jedoch selbst skeptisch. Trotzallem ließen Sie die Angelegenheit weiterlaufen. Ihnen wird daher bei solch einer Schilderung zumindest bedingter Vorsatz nachgewiesen werden können.

Ausgehend von einer Strafbarkeit nach §261 StGB sieht dieser ein Strafmaß im Grundtatbestand von Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis 5 Jahre vor. Es steht also in jedem Fall eine Freiheitsstrafe auf dem Spiel.
Vorliegend ist sogar davon auszugehen, dass ein besonders schwerer Fall gemäß §261 Abs. IV vorliegt, da die gesamte Tätigkeit auf eine gewerbsmäßige Begehungsweise gerichtet war. Dies folgt aus dem tatsächlichen Abschluss des Arbeitsvertrages. §261 Abs.4 StGB sieht sogar ein Strafmaß von 6 Monaten bis 10 Jahre Freiheitsstrafe vor.
Die Tat ist vorliegend im Versuch stecken geblieben, da die Transaktion durch die Bank bereits gestoppt wurde. Schlechtenfalls hatte die Bank auch bereits Strafanzeige erstattet, bevor Sie sich bei der Polizei gemeldet hatten. Dies hätte Auswirkungen auf die grds. Möglichkeit des Absehens von Strafe, wenn der Täter die Tat freiwillig angezeigt hat, §261 Abs.9 StGB . Das ist bei Ihnen erfolgt. Voraussetzung ist aber, dass die Ermittlungsbehörden nicht bereits Kenntnis von der Tat hatten.

Zusammenfassend steht für Sie, wenn sich der Tatvorwurf erweisen lässt, viel auf dem Spiel. Sie sollten sich dringend von Beginn an anwaltlicher Hilfe bedienen. Der von Ihnen Bevollmächtigte würde zunächst Akteneinsicht beantragen. Diese ist zwingend notwendig, um den Sachverhalt abschließend würdigen zu können. Erst dann sollte ggf. Stellungnahme zum Tatvorwurf genommen werden. Sie sollten daher keinesfalls den Termin zur Beschuldigtenvernehmung ohne anwaltliche Rücksprache wahrnehmen. Wenn Sie hierbei etwas Nachteiliges äußern, kann dies im Wege der Protokollverlesung oder Einvernahme des vernehmenden Polizeibeamten im Falle einer Hauptverhandlung gegen Sie verwandt werden.

Auch besteht die Möglichkeit, dass das Gericht von einer Strafe absieht, soweit Sie behilflich sind, dass die Tat insgesamt aufgedeckt wird, §261 Abs.10 StGB . Die Erfolgsaussichten sind jedoch bei Einsatz eines Bevollmächtigten höher.

Ihnen ist daher anzuraten, schnellstmöglich einen Anwalt Ihres Vertrauens mit der Akteneinsicht und der Vertretung zu beauftragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen vorerst behilflich sein und verbleibe

Bewertung des Fragestellers 21.03.2010 | 15:54

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