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Angst vor Teilungsversteigerung


18.11.2007 13:10 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe als Nichte per notariellem Testament meiner Tante 1/3 ihres Nachlasses geerbt, die Nachbarn 2/3. Mir steht jetzt die Auseinandersetzung mit eben diesen bevor. Meine Tante hatte Barguthaben und ein Haus mit Grundstück, Gesamtvermögen ca. 280000,- Euro.

Es gibt meinerseits noch einen eventuellen Anspruch aus dem Großeltern-Erbe, das meine Tante mir vor Jahren nur zu einem Teil ausbezahlt hatte (ich wurde getäuscht durch ein falsch übersetztes Testament in Sütterlein-Schrift, das mir erst jetzt im Original vorliegt).

Ich habe große Sorge, dass die Nachbarn schnell eine Teilungsversteigerung beantragen, das Haus und Grundstück selbst zu einem minimalen Preis erwerben und mich dann mit einem Drittel von dem Fast-nichts-Erlös rausdrängen.

Wie kann ich jetzt am besten und geschicktesten vorgehen ?
Ich selbst verfüge über kein größeres Barvermögen, würde aber im Ernstfall gerne mitsteigern. Meine Fragen:

1. Muss ich meinen Anspruch aus dem Großeltern-Erbe (Bargeld) sofort geltend machen vor Teilung des Barbestandes meiner Tante oder kann ich damit auch warten bis es zur Aufteilung des Grundstücks-Erlöses kommt ? Ist er verwirkt, wenn ich ihn erst später, also nach Aufteilung des Barguthabens der Tante geltend mache ? Das Grundstück hatte die Tante von ihrem Mann geerbt, es hatte mit den Großeltern nichts zu tun. Haftet der Gesamtnachlass meiner Tante für mich als eventuelle Gläubigerin ? Meine Tante war Erbschaftsbesitzerin und hat das Geld, was eigentlich mir zustand aus dem Großeltern-Testament, einfach selbst auf ihre Konten übertragen.

2. Muss man, wenn man bei einer Teilungsversteigerung mitbieten will, sofort den gesamten Preis bezahlen oder kann man auch nur einen Teilbetrag anzahlen und den Rest (Abfindung der Miterben und Rest-Kaufpreis) später über eine Grundbuchhypothek absichern ? Das Haus meiner Tante ist im Moment völlig unbelastet.

Bitte helfen Sie mir mit einer intelligenten Strategie auf die Sprünge. Wie sollte ich jetzt am besten vorgehen ? Die Nachbarn sind tückisch. Ich bitte um genaue Vorschläge zur klügsten Vorgehensweise.

Mit freundlichen Grüßen
18.11.2007 | 13:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Zunächst ist noch völlig unklar, ob Sie überhaupt noch Ansprüche gegen den Nachlass haben, was das Erbe der Großeltern angeht. Sie müssen hier zunächst den Sachverhalt, wie er sich damals abgespielt hat, in Gänze zusammenfassen und dann die Beweise sammeln, die dafür sprechen, dass Ihre Tante Sie wissentlich um einen Teil des Erbes betrogen hat. Mit diesen Beweisen müssen Sie umgehend entweder unsere Kanzlei oder einen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen betrauen. Da nun Ihre Tante bereits verstorben ist, müssen Sie gegebenenfalls sofort Ansprüche gegen die Erbengemeinschaft – der auch Sie angehören – geltend machen, um eine mögliche Verjährung zu unterbrechen. Sollten Sie nicht nachweisen können, dass ihre Tante schuldhaft zu Ihrem Nachteil gehandelt hat, werden Sie auch keine weiteren Ansprüche aus dem „alten“ Erbe geltend machen können.
2.Hinsichtlich der jetzt bevorstehenden Auseinandersetzung haben Sie keine Möglichkeit, die Teilungsversteigerung zu verhindern, wenn nicht im Testament der Tante festgelegt wurde, dass eine Auseinandersetzung nicht stattfinden soll.
3.Wenn also eine solche Klausel nicht enthalten ist, kann die Gegenseite auf Auseinandersetzung klagen. Sie können mitsteigern. Jedoch müssen Sie 10% des Preises sofort bezahlen und den restlichen Kaufpreis innerhalb einer vom Gericht festzusetztenden Frist. Das bedeutet: sofern Sie das Geld nicht haben, müssen Sie vor dem Versteigerungstermin mit einer Bank oder einem anderen Geldgeber versuchen, die Zahlung zu sichern, z.B. indem Sie ein Darlehen aufnehmen. Dabei müssten Sie aber darauf achten, dass das Darlehen nur dann abgerufen wird, wenn Sie das Haus auch erfolgreich einsteigern.

Sie sollten unbedingt in Ihre Beratung investieren. Sie müssen dafür auch mit einem angemessenen Beratungshonorar rechnen, jedoch sollten Sie in diesem Gebiet nicht ohne Vertretung Ihren Gegnern gegenüber auftreten. Gerne empfehlen wir Ihnen einen Kollegen vor Ort oder Sie suchen unter www.dav.de.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
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80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

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Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 18.11.2007 | 14:21

Sehr geehrte Rechtsanwältin,

vielen Dank für die hilfreiche Antwort. Es beruhigt mich, dass ich evtl. mit Hilfe eines Darlehens mitsteigern kann. Ich habe bereits einen Anwalt, wollte mich nur schon mal vorab anderweitig informieren.

Es besteht keine Sorge um Verjährung des Großeltern-Erbes. Meine Frage war nur: blockiere ich, wenn ich jetzt sofort auf Auszahlung des Großeltern-Erbes aus dem Nachlass klage, die Auszahlung des mir zustehenden Drittels aus dem Barvermögen meiner Tante ? Kann ich die Auszahlung meines Drittels trotzdem erreichen und gleichzeitig den Anspruch durchzusetzen versuchen ? Oder ist es sinnvoller, mit der Klage zu warten, bis der Erlös aus dem Grundstück geteilt wird ? Bin ich rechtlich verpflichtet, alle Ansprüche an meine tante sofort offen zu legen ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2007 | 09:47

Da sich Ihr Anteil aus dem von Schulden bereinigten Nachlass berechnet, macht es - vorbehaltlich einer genauen Prüfung des Sachverhaltes - Sinn, den Anspruch vorher geltend zu machen. Wenn das Grundstück quasi der gesamte Nachlass ist, haben Sie nach der Versteigerung keinen Anspruchsgegner mehr für Ihren vermeintlichen ERbanteil. Zumindest wird die Durchsetzung schwierig.

Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

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