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Angekündigte Arbeitsunfähigkeit

18.04.2016 08:38 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Eine Mitarbeiterin hat fristgerecht zum 30.4. gekündigt.
Eine Woche nach der Kündigung teilte sie uns mit, dass sie
für eine Woche vom Arzt arbeitsunfähig geschrieben wurde
einschließlich 18.04. Nachdem wir die Bescheinigung nicht erhalten haben,
haben wir die Mitarbeiterin am 15.04 schriftlich aufgefordert und abgemahnt
die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen, da dieses gem. Arbeitsvertrag spätestens am 3. Tag zu erfolgen hat. Überschneidend rief die Mitarbeiterin am 15.04. abends im Betrieb an und teilte der Schichtleiterin mit, dass sie bis zum Ende ihrer Kündigungsfrist,also bis Ende April nicht mehr zur Arbeit kommen wird, dass sie aber erst am 19.04.2016 wieder zum Arzt gehen wird.
Wir sehen darin eine angekündigte Fehlzeit die zu unseren Lasten gehen soll.
Können wir die Mitarbeiterin fristlos kündigen (eine fristgerechte Kündigung wäre sinnlos
wegen der Eigenkündigung) oder können wir die Lohnfortzahlung verweigern ?



Sehr geehrter Fragesteller,

leider ist die Situation nicht ganz einfach. Selbstverständlich stellt die zu späte, bzw. bislang de facto noch gar nicht erfolgte Vorlegung der AU-Bescheinigung durch Ihre Mitarbeiterin einen klaren Verstoß gegen ihre Verpflichtungen aus dem Arbeitsvertrag Ihnen gegenüber dar.

Dieser Verstoß ist auch abmahnfähig und - sofern Sie eine außerordentliche Kündigung in Betracht ziehen - auch abmahnpflichtig. Sofern die Bescheinigung nämlich, wenn auch verspätet, bei Ihnen eingeht, wäre der Fehler Ihrer Mitarbeiterin geheilt und nicht so gravierend, dass dieser im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung dazu führen würde, dass man die Kündigung als tragend akzeptieren würde, zumal das Arbeitsverhältnis wenige Tage später bereits ohnehin ordentlich gekündigt ausläuft.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch, dass Sie voraussichtlich ein hohes Beweisrisiko treffen würde: Sie schreiben, dass die Aufforderung samt Abmahnung schriftlich versandt wurde. Sollten Sie Versand und Zugang nicht etwa über ein Einschreiben nachweisen können, würde die Abmahnung nicht nachweisbar und damit eine sofortige außerordentliche Kündigung nicht wirksam sein.

Bitte beachten Sie auch, dass vor einer außerordentlichen Kündigung der Betriebsrat anzuhören ist, falls ein solcher in Ihrem Betrieb existieren sollte.

Ebenfalls in die Kategorie der Beweisschwierigkeiten fällt der Inhalt des Telefonats Ihrer Mitarbeiterin mit der Schichtleiterin. Zwar steht diese als Zeugin zur Verfügung. Wenn Ihre Mitarbeiterin den Inhalt aber abstreiten und anders darstellen sollte, würde es schon wieder "eng" für Sie. Einfaches Beispiel: Sie gibt an, sich einfach nur telefonisch für die verspätete Einreichung entschuldigt und angekündigt zu haben, sich nach dem Arztbesuch wieder zu melden, wahrscheinlich aber weiterhin krankgeschrieben würde.

Ergo: Nur wenn Sie zweifelsfrei nachweisen können, dass Ihre Mitarbeiterin klar angekündigt hat, nicht mehr arbeiten zu wollen und sich quasi selbst eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat, wären Abmahnung und Kündigung gerechtfertigt. Ich gehe aber davon aus, dass Ihr Beweisposition riskant ist. So lange nicht das Gegenteil bewiesen ist, besteht in jedem Fall eine Lohnfortzahlungspflicht, zumal wenn eine AU-Bescheinigung noch nachgereicht werden sollte.
Bitte bedenken Sie dies bei Ihrer Abwägung der Risiken für eine eventuelle rechtliche Auseinandersetzung.

Sollte die Bescheinigung also in den nächsten Tagen bei Ihnen eingehen und bis Ende des Monats fortgeschrieben werden, würde ich Ihnen klar empfehlen, es bei dem ordentlichen Vertragsablauf zum Monatsende zu belassen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit eine erste Orientierung in Ihrer Angelegenheit ermöglichen konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

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