Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Angehäufte Urlaubstage vor Auszahlung noch bei einem neuen Arbeitgeber nutzbar?

16.05.2017 06:48 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Guten Morgen,

es geht um folgende Sachlage. Vor einem knappen halben Jahr habe ich in einem Unternehmen angefangen. Dort zunächst die ersten drei Monate befristet gearbeitet und danach eine Verlängerung bekommen. So weit so gut, Ziel war es meinerseits allerdings nicht länger als 6 Monate dort zu arbeiten, da ich weiß, dass ich aufgrund des Studiums den Job zu den nötigen Arbeitszeiten nicht mehr werde ausüben können und mich die kommenden drei Monate auf einem anderen zeitlich passenderen Arbeitsplatz einspielen wollte.
Dummerweise bin ich am Tag der Vertragsverlängerung nicht über den Punkt gestolpert, dass mein Arbeitsvertrag um vier Monate verlängert wurde.

Nun stellen sich für mich folgende Fragen, da ich nach meinem geplanten halben Jahr aufhören will, da die Mehrarbeit die täglich von Nöten ist doch gut über 10% der vertraglich vereinbahrten Arbeitszeit hinausgeht und das seit Monaten.


(1.) Da sich mein Jahresurlaub etwas verschieben wird und ich jenen erst in 2-3 Monaten werde antreten können, wollte ich meine übrigen Urlaubstage, mir eigentlich vorerst nicht auszahlen lassen (habe den Zeitraum für den Jahresurlaub bisher aufgrund der Ungewissheit bisher nicht eingereicht), da ich die entsprechende Zeit von zwei Wochen eingeplant habe und in dem noch zur Verfügung stehenden Zeitrahmen entsprechende Urlaubstage nicht mehr werde anhäufen können.

Steht es mir frei mich zu entscheiden ob ich entsprechende verbliebene Urlaubstage ausbezahlt bekommen möchte oder diese "mitnehme" und mir erst später, sobald ich den geplanten Urlaub nehme, von meinem dann ehemaligen Arbeitgeber auszahlen lasse? Um meinen bisherig erarbeiteten Urlaubsanspruch zu erhalten? Um meinen bisherig erarbeiteten Urlaubsanspruch zu erhalten?
-
Bzw. woraus leitet sich mein Anspruch dann ab? Gibt es einen Fall in dem klar darlegt wird, dass ein Arbeitnehmer nicht dahingehend gedrängt werden darf, noch vor Vertragsende oder direkt mit/vor Vertragsauflösung seinen gesamten Resturlaub bei Unternehmen, zu nehmen hat? (meine direkte Vorgesetzte vertritt diese Auffassung, dass ich diese Urlaubstage nicht im Verlauf des Jahres mehr beim nächsten Arbeitsgeber geltend machen kann und will Sie daher gleich mit dem Vertragsende auszahlen bzw. abziehen, obwohl ich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht wünsche)


ergänzend (als Rat)
(2.) Da ich leider noch keinen direkten Anschlussvertrag habe, stellt sich für mich momentan die Frage ob es einen Unterschied machen wird einen Änderungsvertrag anzustreben oder einen Aufhebungsvertrag? Für den Fall dass ich nicht schnell einen Anschlussjob finde (bzgl. ALG2). Ich würde allerdings gerne aus diesem Grund einen Änderungsvertrag anstreben, erscheint mir sauberer als ein Aufhebungsvertrag der eventuell in der Personalakte nachgeschlagen wird. Ist das nachvollziehbar und zweckdienlich?


Vielen Dank für Ihre Mühe und Unterstützung
Es ist mir sehr wichtig, dass ich diese Urlaubstage nicht gleich aufbrauchen müsste

Sehr geehrter Fragesteller,


Ihr Vorgesetzter hat leider nicht ganz unrecht: Das ergibt sich aus § 7 Abs. 4 BUrlG. Dort steht, dass Urlaub, der wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden kann, abzugelten ist. Sofern dies möglich ist, müssen die Urlaubstage also grundsätzlich vom Arbeitnehmer noch genommen werden. Die Firma kann Sie also bitten, Urlaub zu nehmen! (Das ist übrigens nicht gleichzusetzen mit einer Freistellung, BAG, 9 AZR 455/13). Oder der anteilige Resturlaub wird von der Firma vergütet, für die verbleibenden Urlaubstage muss vom Arbeitgeber ein Urlaubsentgelt gezahlt werden. Ob Sie dies wünschen oder nicht, ist egal. Urlaub wird nicht mitgenommen.

Bei einem Aufhebungsvertrag besteht die Gefahr, dass Sie den Anspruch auf ALG verlieren. Sie könnten mit dem Änderungsvertrag den ursprünglichen zustand wieder herstellen, also die ursprüngliche Befristung. Dies würde den ALG Antrag nicht so erschweren, wie die freiwillige Aufhebung des laufenden Arbeitsverhältnisses."Arbeitnehmer, die ihr Arbeitsverhältnis kündigen, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben, bekommen eine Sperrzeit. Das bedeutet, dass sie bis zu 12 Wochen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben (Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe). In der Regel wird wegen der Kündigung auch die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes um ein Viertel gekürzt.

Gleiches gilt grundsätzlich für Aufhebungsverträge. Bei einem Aufhebungsvertrag einigen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber darauf, dass das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet wird. Üblicherweise erhält der Arbeitnehmer eine Abfindung durch den Aufhebungsvertrag. Wird ein Aufhebungsvertrag geschlossen, ohne dass der Arbeitnehmer einen wichtigen Grund dafür hat, wird ihm eine Sperrzeit auferlegt – unabhängig davon, von wem die Initiative für den Vertragsschluss ausgegangen ist."






Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72769 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Korrekte Antwort. Die Antwort ist voll zufriedenstellend, deren Inhalt nicht, dafür aber nicht der Rechtsanwalt, sondern die kundenfeindliche und richterfreundliche, um nicht zu sagen: gesetzwidrige Rechtspraxis verantwortlich ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr ausführliche und konkrete Antwort. Sehr hilfreich. Besondere Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr zufrieden ...
FRAGESTELLER