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Angebot per Email angenommen, die geänderte Auftragsbestätigung jedoch nicht.

| 11.05.2014 11:21 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Fehlende Angebotsannahme bei abweichender Auftragsbestätigung. Bestreiten der Höhe des geltend gemachten Zahlungsanspruches.

Ich habe mir von einem Fensterlieferanten ein Angebot machen lassen (per Email).
Danach habe ich noch ein paar zusätzliche Sachen angefragt (telefonisch), die dann auch in das nächste Angebot aufgenommen worden sind. (15.863,53€ brutto)
Telefonisch gab mir der Lieferant einen Preisnachlass, so dass der Gesamtpreis bei 15.500€ Brutto lag.
Im Angebot fehlten noch zwei kleinere Fenster und ein Eckprofiel (hatte ich vergessen anzufragen, jedoch hatte ich ein Angebot von einem anderen Anbieter in dem das Eckprofiel für 147€ netto Angeboten wurde (eine andere Marke, aber vergleichbar)).

Ich bin davon ausgegangen, dass der Preis für das Eckprofiel nicht weit von dem der Konkurrenz liegen würde und schickte folgende Email:

Sehr geehrter Herr …..,

wie telefonisch besprochen stimme ich Ihrem Angebot AG-02556 vom 05.02.2014 zu einem Brutto Gesamtbetrag von 15500€ zu.

Mit freundlichen Grüßen


Ein paar Tage später wurden die Masse auf der Baustelle genommen. Wir haben die Breite des Eckprofiel beim Lieferanten besprochen. Einige Tage später erhielt ich eine Auftragsbestätigung (AB-01319) per Email, erweitert um die fehlenden Fenster, das Eckprofiel und noch ein paar andere Änderungen. In der Auftragsbestätigung war der Preisnachlass nicht mehr erhalten. Für die Montage der zusätzlichen zwei Fenster wurde ein höherer Preis berechnet als bei den Fenstern aus dem Angebot. Das Eckprofiel incl. Montage lag bei 578€ Netto (deutlich mehr als ich dachte).
Nachdem ich per Mail und telefonisch einige Posten angesprochen hatte und vor allem auch den Preisnachlass um 363,53€ gegenüber dem Angebot (15.863,53€), wurde mir per Mail ein Skonto von 2% eingeräumt (ich fand, dass das Skonto nicht das gleiche ist wie der Preisnachlass).

Ich habe noch ein weiteres Mal mit dem Lieferanten telefonisch verhandelt. Wir sind uns jedoch nicht einig geworden. Daraufhin sagte ich, dass ich in diesem Falle sein Angebot ablehnen müsse. (21.02.2014)

Ich habe dann beim anderen Fensterlieferanten, der mir auch schon vor Wochen ein Angebot gemacht hatte, bestellt.

Letzte Woche wurden die Fenster vom zweiten Lieferanten eingebaut.
Gestern (10.05.2014) habe ich ein Einschreiben bekommen in dem der alte Lieferant eine Forderung in Höhe von 30% des Angebotes fordert. (4650€ = 30% von 15.500€)

Folgendes steht in der Rechnung:
------------------------
Unser Angebot AG-02556 vom 05.02.2014 wurde von Ihnen am 06.02.2014 per E.-Mail als Auftrag erteilt!
Nach bestelltem Aufmaß durch unseren Außendienstmitarbeiter Herr … wurden diverse technische Probleme besprochen und Ihnen eine ausführliche Auftragsbestätigung, letztmalig AB-01319 vom 17.02.2014, mit Auftragserweiterung zugesendet. Die Freigabe dieser Auftragsbestätigung ist bis heute ausgeblieben. Nach Rücksprache mit unserem Außendienst sind mittlerweile fenster- Elemente in ihrem Bauvorhaben von einem Mitbewerber montiert.
Für Abstandsentschädigung in Höhe von 30% des Auftragswertes stellen wir Ihnen wie nebenstehend in Rechnung 3907,56€
Grundlage bildet das von Ihnen beauftragte Angebot-02556 vom 05.02.2014.
(Gesamtbetrag Britto 15500,00€, 30% Abstandsentschädigung Brutto 4650, netto wie nebenstehend)

----------------------------


Die Auftragsbestätigung habe ich nie unterschrieben.
Wie sollte ich hier verfahren?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sie haben durch die Email unter Bezugnahme auf das Angebot vom 05.02.2014 das Angebot des Fensterlieferanten angenommen.

Allerdings hat der Fensterlieferant durch die Auftragsbestätigung wiederum ein neues und geändertes Angebot abgegeben, dass Sie im Anschluss nicht angenommen haben.

Aus der geänderten Auftragsbestätigung, die zum einen den Presinachlass nicht mehr enthielt, zum anderen noch weitere Leistungen umfasste, ist ein neues Angebot zu sehen. Danach hat der Fensterlieferant zum Ausdruck gebracht, nicht mehr an dem ursprünglichen Angbeot festhalten zu wollen.

Aus meiner Sicht ist daher kein wirksamer Vertrag über die mit Auftragsbestätigung unterbreiteten Konditionen erlangt worden, so dass auch keine Zahlungverpflichtungen bzw. in diesem Fall ein Schadensersatzforderung ausgelöst wurde.

Gleichwohl besteht durchaus ein gewisses Risiko, dass das die Auftragsbestätigung noch dem angenommenen Angebot entspricht, da das nachträglich gewährte Skonto durchaus dem Preisnachlass entspricht und damit die Auftragsbestätigung nur durch die zusätzlichen Leistungen von dem ursprünglichen angenommenen Angebot abweicht.

Eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung birgt daher ein gewisses Risiko, wenn nicht zwischen Angebotsannahme und Auftragsbestätigung strikt unterschieden wird.

2. Die Höhe des geltend gemachten Schadensersatzanspruches wegen fehlender Abnahme der Fenster und der Einbauleistung muss der Fensterlieferant begründen. Ein pauschaler Ansatz von 30 % auch wenn dieser in den AGB´s geregelt wurde, ist aus meiner Ansicht zu hoch.

Insoweit bleibt Ihnen, sollte man von einem wirksamen Vertrag ausgehen, die Möglichkeit einen geringeren Schaden nachzuweisen.

Sie sollten daher gegenüber dem Fensterlieferant darauf verweisen, dass die Auftragsbestätigung nicht dem angenommenen Angebot entspricht und daher kein Vertrag mehr zustande gekommen ist.

Weiterhin sollten Sie die Höhe des geltend gemachten Zahlungsanspruches rein vorsorglich bestreiten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 13.05.2014 | 07:17

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