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Angebot angenommen und Rechnung rechtens?

03.11.2006 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich ersuchte per eMail den Inhaber einer Internet-Domain diese Domain zu kaufen und fragte daher nach dem Preis.

Ich erhielt per eMail die Antwort diese Domain sofort fuer 3.200 € kaufen zu koennen. Darauf antwortete ich dass ich fuer 3.000 € sofort kaufen wuerde. Darauf erhielt ich wieder eine eMail, dass der Preis bei 3.200 € laege und es jetzt daran doch wohl nicht scheitern solle.

Ich antwortete nicht mehr, da ich fuer 3.200 € nicht kaufen wollte.

Jetzt erhielt ich 4 Wochen spaeter per Post eine Rechnung ueber "Ihre Bestellung per eMail vom 05.10.06 ueber eine Domain zu 3.000 €".

Ist durch mein Angebot von 3.000 €, welches ja meiner Meinung nach erstmal nicht angenommen wurde, trotzdem ein Kauf zustande gekommen?

Besten Dank fuer Ihre Hilfe!

Sehr geehrter Fragesteller,

ich teile Ihre Auffassung, dass in der Antwort des Domain-Inhabers, der Preis läge bei 3.200,-- Euro, eine Ablehnung Ihres Angebots über 3.000,-- Euro liegt. Gleichzeitig stellt dessen Antwort ein neues Angebot über 3.200,-- Euro dar, welches Sie wiederum aber auch nicht angenommen haben, da Sie auf diese E-Mail nicht mehr geantwortet haben.
So wie Sie den Sachverhalt schildern, ist kein Vertrag zustande gekommen, womit auch die Rechnung nicht rechtens ist.

Es wäre ganz gut, wenn Sie die E-Mails noch haben, um sie notfalls bei Gericht vorlegen zu können. Für das Zustandekommen eines Vertrages trägt unabhängig davon aber der Inhaber der Domain vor Gericht die Beweislast.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

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