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Angeblichen Täuschungsversuch mit 6 bewertet


25.11.2015 15:51 |
Preis: ***,00 € |

Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Gebot widerspruchsfreien Verhaltens bei einem vermeintlichen Täuschungsversuch durch einen Schüler und die Verpflichtung des Lehrers, bei erkannten Täuschungsversuch sofort die Klausurbearbeitung zu unterbinden und den Schüler davon auszuschließen


Meine 17 jährige Tochter besucht seit September die 11. Klasse eines Wirtschaftsgymnasiums in Friedrichshafen, Baden-W. Letzte Woche wurde die erste Klassenarbeit im Hauptfach BWL geschrieben. Meine Tochter legte die Unterlagen für dieses Fach auf die Nebenbank, die lt. Lehrerin noch zu ihrem Arbeitsbereich gehört. Kurz nach Beginn der Stunde fragte die Lehrerin meine Tochter ob dies ihre Unterlagen wären. XXXXX bejahte dies. Die Lehrerin nahm ihr die Unterlagen weg. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Tochter lediglich ihren Namen auf das Blatt geschrieben. Dafür gibt es zwei Zeugen. Sie hat zu keiner Zeit in die Unterlagen geschaut. Die Lehrerin ließ sie die Arbeit zu Ende schreiben und bewertete dies mit einem Täuschungsversuch, Note 6. Heute hatten ich und meine Tochter ein Gespräch mit der Lehrerin, der Co-Klassenlehrerin und der Abteilungsleiterin der Schule. Ich sagte, dass eine 6 nur bei einem schweren oder wiederholtem Täuschungsversuch gerechtfertigt sei. Dies ist hier nicht der Fall. Die BWL-Lehrerin meinte, sie gibt meiner Tochter die 6 und zusätzlich die Note 2,5, die sie tatsächlich gehabt hätte. Damit sind wir nicht einverstanden, da meine Tochter die Unterlagen nicht benutzt hat, sprich nicht getäuscht hat. Zum Vergleich: Gestern wurde eine Klassenarbeit in Mathe geschrieben. Ein Schüler benutzte trotz Verbot einen Taschenrechner. Als der Mathelehrer dies am Ende der Stunde sah, sagte er, dies ist ein Täuschungsversuch und der Schüler durfte die Klausur wiederholen. Hier wurde getäuscht und der Schüler darf nachschreiben, meine Tochter hat nicht getäuscht und bekommt eine 6! Wie ist die Rechtslage? Lohnt es sich das Regierungspräsidium Tübingen einzuschalten oder ist die Lehrerin im Recht? Ich hatte vorgeschlagen, dass XXXXX die Arbeit noch einmal schreibt. Dem wurde nicht zugestimmt.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich würde hier in der Tat mit dem Rechtsmittel des Widerspruches vorgehen und diesen schriftlich nunmehr unverzüglich (binnen Monatsfrist, gerechnet ab Bekanntgabe der Note) einlegen.

Denn zum einen hat auch nach meinem Dafürhalten Ihre Tochter nicht getäuscht, was im Übrigen die Lehrerschaft beweisen müsste, und zum anderen ist hier gegen das Verbot widersprüchlichen Verhaltens verstoßen worden.

Denn die Lehrerin hätte ihr nicht die Unterlagen wegnehmen und die Arbeit einfach weiter schreiben lassen dürfen, sondern hätte sie direkt von der weiteren Klausurbearbeitung ausschließen müssen.
Der vermeintliche Täuschungsversuch hätte sofort und unverzüglich zum Ausschluss von der Klausurbearbeitung führen müssen.

Denn es bestand kein einleuchtender und sinnvoller Grund dafür, die Klausur dann noch zu Ende schreiben zu lassen und es wird der Umstand nicht entsprechend gewürdigt, dass Ihre Tochter bisher nur den Namen auf das Blatt geschrieben hatte, als die Lehrerin ihr die Unterlagen wegnahm.

Genau wie ein Schüler zum Beispiel störenden Lärm während des Beginns einer Klausur sofort rügen muss, ist umgekehrt die Lehrerschaft gehalten, Störverhalten oder Fehlverhalten eines Schülers direkt zu ahnden, sobald dieses auffällt.

Dieses erfordert der Grundsatz der Chancengleichheit und des Gebots von widerspruchsfreien Verhaltens.

Im Übrigen kann ich die doppelte Benotung, 2,5 und Note 6 nicht nachvollziehen.

Vor diesem Hintergrund würde ich also gegen diese Benotung vorgehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.11.2015 | 16:38

Vielen Dank! Der Widerspruch wurde bereits per Email eingelegt! Kann ich verlangen, dass die Arbeit noch einmal geschrieben werden muss oder muss die 2,5 gewertet werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2015 | 19:02

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sollten unbedingt noch den Widerspruch auch per Post (Einschreiben) einlegen, da nur dieses die gesetzliche Form wahrt.

Sie sollten zunächst vorrangig eine sachgerechte Benotung - 2,5 - verlangen, nur hilfsweise eine Wiederholung, was ja das schlechtere Rechtsschutzziel ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

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