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Angaben auf Anhörungsbogen nach selbstverschuldetem Unfall (ohne Personenschaden)


| 19.12.2012 08:29 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Bekannte (Führerschein seit ca. zweieinhalb Jahren) hatte vor wenigen Tagen einen - offenbar von ihr selbst verschuldeten - Verkehrsunfall, der von der Polizei aufgenommen wurde und zu dem sie jetzt einen Anhörungsbogen ausfüllen soll.

Zum Unfallverlauf:

Die Fahrerin hat kurz vor dem Unfall eine Freundin in einem Wohngebiet in einer Seitenstraße abgesetzt und wurde von ihr mit der Wegbeschreibung verabschiedet, sie solle an der nächsten Kreuzung rechts abbiegen und käme dann wieder auf die (innerörtliche) Hauptstraße. Sie ist dann auch rechts abgebogen und dachte, damit sei sie bereits auf der Hauptstraße; das war jedoch nicht der Fall. Die Hauptstraße erreichte sie erst an der nächsten Kreuzung, an der sie aufgrund eines "Vorfahrt achten"-Schildes hätte warten müssen.

Da sie überzeugt war, selbst auf der Vorfahrtstraße zu sein, hat sie offenbar das "Vorfahrt achten"-Schild überhaupt nicht wahrgenommen (evtl. auch wegen Dunkelheit und Regen eingeschränkte Sicht - sie hätte es aber sehen müssen, das haben wir am nächsten Tag geprüft) und ist geradeaus in die Kreuzung eingefahren. Zumindest ist dies unsere Interpretation, sie selbst kann sich an den genauen Ablauf nicht erinnern.

Von rechts kam ein Fahrzeug, für das an dieser Kreuzung das Schild "Vorfahrtstraße" stand (mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit 30km/h), und das in die Beifahrerseite meiner Bekannten hinein gefahren ist; dabei wurde das Fahrzeug meiner Bekannten so schwer beschädigt, dass eine Reparatur wahrscheinlich nicht mehr in Frage kommt. Die Schäden am anderen Fahrzeug kennen wir nicht genau, sie dürften aber deutlich geringer im Frontbereich sein.

Meine Bekannte war - glaubhaft - am nächsten Tag so sehr davon überzeugt, dass sie selbst Vorfahrt gehabt habe, dass wir am nächsten morgen mit ihr die Strecke abgefahren sind und sie erst dann einräumen musste, dass sie sich offenbar geirrt hat, auch wenn der Unfallablauf für sie unerklärlich ist. Am Abend zuvor hatte sie allerdings wohl auch gegenüber der Polizei erklärt, dass sie schuld gewesen sei - dabei war sie aber so aufgelöst, dass dies als Aussage sicher in Frage zu stellen wäre (das dürften im Zweifel auch die vorsorglich gerufenen Rettungssanitäter bestätigen können).

Unsere Interpretation des Ablaufs ist wie oben beschrieben, d.h. sie war überzeugt, selbst auf der Vorfahrtstraße zu sein und war daher an der fraglichen Kreuzung unaufmerksam.

Die Frage ist nun, was sie sinnvollerweise im Anhörungsbogen angeben sollte, um sich nicht unbewusst selbst mehr zu belasten, als dies durch den allgemeinen Ablauf des Unfalls ohnehin geschieht:

- Beschreibung wie oben; oder würde ihr das u.U. als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt?

- erklären, sich an nichts erinnern zu können (was für den eigentlichen Zusammenstoß auch stimmt)?

- erklären, sie habe das Fahrzeug der Unfallgegenerin übersehen und sei daher in die Kreuzung eingefahren, da sie dachte, diese sei frei? wäre das dann evtl. eine weniger schwerwiegende Fahrlässigkeit?

- sollte auf eine möglicherweise zu hohe Geschwindigkeit der Unfallgegnerin hingewiesen werden (wobei dies nur aufgrund der Schäden am Fahrzeug meiner Bekannten spekuliert werden könnte: weit eingedrückte Beifahrertür, verbogene A- und B-Säule)?

Wir möchten keine Falschaussage machen, zugleich aber auch vermeiden, durch eine zu wohlmeinende Offenherzigkeit, zu der sie ja nicht verpflichtet ist, die Lage unbeabsichtigt zu verschlimmern.

Vielen Dank für Ihre Beratung.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Generell gilt. Keine Aussage machen, Anwalt einschalten, Akteneinsicht beantragen und anschließend weiter planen (je nach Beweislage).

Sofern Sie keinen Anwalt einschalten wollen.

1.
Wenn Sie hier von einem Anhörungsbogen sprechen, gehe ich davon aus, dass nur eine Ordnungswidrigkeit vorgworfen wird?

Hier wäre mit einer Strafe von 100 € und 3 Punkten zu rechnen.

Eine Aussage sollte nicht erfolgen. Es würde dann ein Bußgelbescheid erlassen werden. Hiergegen könnten Sie innerhalb von 2 Wochen Einspruch einlegen. Nach Ihrer Schilderung sehe ich jedoch eher geringe Erfolgsaussichten die Sache ganz vom Tisch zu bekommen. Ein Angriffspunkt wären ggf. die schlechten Sichtverhältnisse die ggf. dazu führten, dass das Schild in der konkreten Situation nicht zu erkennen war. Dies kann aber aus der Ferne nicht beurteilt werden.


2.
Hier kommt aber leider auch eine Straftat in Betracht (§ 315c StGB - Gefährdung des Straßenverkehrs).

Hier drohen bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, 7 Punkte in Flensburg und ggf. der Entzug der Fahrerlaubnis.

Zu rechnen wäre hier ggf. mit einer geringen Geldstrafe und 7 Punkten.

Die Höhe der Strafe hängt hier auch vom Grad der Vorwerfbarkeit sowie vom Schaden ab. Hier sollte in keinem Fall eine Einlassung ohne vorherige Akteneinsicht erfolgen und ein Anwalt eingeschaltet werden. Wenn dennoch eine Einlassung erfolgen soll, fährt man sicherlich mit der Wahrheit (keine konkrete Erinnerung) am Besten. Bitte beachten Sie, dass das Thema EInlassung im Strafverfahren immer ein sehr heikles Thema ist und eine pauschale Antwort nie gegeben werden kann. Die wahrheitsgemäße Einlassung ist sicherlich sinnvoll, wenn ein Tatnachweis wahrscheinlich ist. Hiervon kann nach Ihrer Schilderung ausgegangen werden. Der konkrete Sachverhalt kann aber auch eine andere Wertung zulassen.

Die Aussage der Bekannten wird sicherlich auch verwertbar sein. Die Verwertung wird nur problematisch, wenn Ihre Bekannte in einem Zustand war der eine freie WIllensbildung ausschloss (Alkohol, starke Verwirrung, Schock). Dies prüft die Polizei aber in der Regel. Eine leichte Verwirrung wird die Aussage nicht unverwertbar machen.

Wenn Sie zunächst keinen Anwalt einschalten möchten, sollten Sie zunächst abwarten was kommt. Einen Bußgeldbescheid sollte ggf. akzeptiert werden. Kommt ein Strafbefehl ist die Höhe maßgeblich. Bei einer Verurteilung von mehr als 90 Tagessätze gilt man als vorbestraft und sollte in jedem Fall Einspruch einlegen. Hier sollte in jedem Fall ein Anwalt hinzugezogen werden. Gleiches gilt bei Eröffnung des Hauptverfahrens. Ein akzeptierter Strafbefehl oder Bußgeldbescheid ist sicherlich nicht das Ausschöpfen aller Mittel, ggf. aber in der Zweck-Mittel-Relation die beste Lösung.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass dies Plattform eine umfassende Rechtsberatung nicht ersetzen kann und die Antworten maßgeblich von den zu Verfügung gestellten Informationen abhängig sind. Hier kann allenfalls eine erste kurze Einschätzung des Falles erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

André Stämmler
Bewertung des Fragestellers 19.12.2012 | 10:09


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"Bei meiner Frage ging es primär darum, ob aktuell im Anhörungsbogen überhaupt Angaben zum Unfallhergang gemacht werden sollen. Nach der erhaltenen Antwort gehe ich davon aus, dass zunächst keine Angaben zur Sache gemacht werden sollten und zunächst die weitere Entwicklung abgewartet werden kann/soll; insofern habe ich die Information erhalten, die ich benötigte. "
FRAGESTELLER 19.12.2012 5/5.0
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