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Anfrage Erbrecht - Testament

16.01.2009 15:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund des Todes meines Vaters, stelle ich Ihnen folgende Frage:

Mein Vater hat per handgeschriebenen Testament (nicht bei einem Notar, sondern in seinen Unterlagen aufgetaucht) verfügt, dass seine Lebensgefährtin (seit 10 Jahren) von seinem Geldvermögen 50 % sowie die Lebensversicherung, den Hausstand und das Fahrzeug erhält. Seinen 4 Kindern hat er von den verbleibenen 50 % des Geldvermögens jeweils ein Viertel hinterlassen.
Zu der Lebensversicherung ist anzumerken, dass als Begünstigte seinerzeit unsere Mutter, die 1998 verstarb, eingesetzt wurde. Die Lebensversicherung wurde also nie aktualisiert.
Durch diesen Willen meines Vaters erhalten wir Kinder weniger als unseren Pflichtteil. Ist das rechtens? Anmerkung: Als unsere Mutter starb, haben wir Kinder kein Erbe eingefordert. Wem steht die Lebensversicherung zu?
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Ratsuchende,


unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes beantworte ich die von Ihnen gestellten Fragen sehr gerne zusammenfassend wie folgt:

Nach Ihren Schilderungen ist das Testament Ihres Vaters zunächst erstmal formwirksam. Eine notarielle Hinterlegung des Testaments ist insoweit keine Wirksamkeitsvoraussetzung, da es genügt, wenn der Erblasser das Testament eigenhändig aufsetzt und unterschreibt, vgl. § 2247 Abs.1 BGB.

Sollte es sich bei dem aktuellen von Ihnen gefundenen Testament um das aktuellste Ihres Vaters handeln, so wird hierdurch automatisch ein früheres Testament, was Ihr Vater zuvor erstellt hat, wirkungslos, da durch das neue Testament das eventuell bestehende alte Testament grundsätzlich wirksam widerrufen wurde, vgl. § 2258 Abs. 1 BGB.

Dass Sie weniger als den Ihnen gesetzlichen Pflichtteil erhalten würden, müssen Sie natürlich nicht hinnehmen.

Als Pflichtteilsberechtigte haben Sie grundsätzlich (es sei denn Sie haben auf den Pflichtteil verzichtet) gem. § 2303 BGB als Abkömmling des Erblassers einen Anspruch auf Auszahlung eines Geldbetrages gegen den erben, der der Hälfte Ihres gesetzlichen Erbrechts entsprechen würde.

Somit müsste zunächst Ihr gesetzliches Erbrecht bestimmt werden.
Gem. § 1924 Abs.1 BGB erben alle Kinder vorliegend den Nachlass des Vaters, das Sie als Erben der ersten Ordnung vorrangig sind. Gem. § 1924 Abs.4 BGB erben alle Kinder zu gleichen teilen. Ich gehe davon aus, dass Sie noch einen Bruder bzw. eine Schwester haben. Demnach wäre das jeweilige Erbrecht eines jeden Kindes 1/2.

Demnach würde Ihr Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte hiervon, also in Höhe von 1/4 pro Kind bestehen. Diesen Betrag müsste Ihnen der Erbe auszahlen. Hier wird er bzw. vorliegend sie nicht drum herum kommen.

Diesen Pflichtteil könnten Sie bei Verweigerung der Lebensgefährtin Ihres Vaters notfalls auch einklagen.

Dass Sie als Kinder von Ihrer Mutter keinen Erbteil eingefordert haben, hat auf diesen Pflichtteilsanspruch keinen Einfluss. Dieser Anspruch würde aufgrund Ihrer Verwandtschaft zum erblasser im Fall einer Enterbung gem. § 2303 BGB automatisch entstehen.

Bezüglich der Lebensversicherung kommt es ganz darauf an. Hat Ihre Mutter die Lebensversicherung abgerufen, also ausgezahlt bekommen, so ist Sie in das vermögen Ihrer Mutter übergegangen, so dass diese die Lebensversicherungssumme zusammen mit Ihrem restlichen Vermögen weitervererbt hätte.

Dann wäre Ihr Vater zu ½ gem. §§ 1931,1371 BGB Erbe sowie Sie neben Ihrem Geschwisterteil zu ¼ Erbin geworden.
Dass Sie das Erbe nicht angefordert haben ist unbeachtlich, da Sie gem. § 1922 Abs.1 BGB in diesem Fall automatisch Erbin geworden sind. Auch haben Sie die Erbschaft ja nicht ausgeschlagen.

Hat Ihre Mutter den Betrag nicht abgerufen und zahlt Ihr Vater weiter ein, so gehört der Lebensversicherungsbetrag grundsätzlich weiterhin zu seinem Vermögen, sodass er diesen Betrag bzw. die Lebensversicherung auch weitervererben kann und die Lebensversicherung dann den Erben zusteht, so wie es Ihr Vater bestimmt hat.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen für Ihr weiteres Vorgehen noch viel Erfolg!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagnachmittag.


mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/57774


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