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Anforderung von Unterlagen über ärztliche Behandlung.

| 31.05.2017 18:26 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Fragen:
a) Darf die Herausgabe von Kopien bestimmter Krankenunterlagen verweigert werden ?
b)Wenn Kopien von Behandlungsunterlagen per Einschreiben angefordert wurden, unter Beifügung einer Kopie des Personalausweises sowie
mit der Bitte um Mitteilung der Kosten, und dann ohne Übersendung einer Rechnung kostenlos und ohne eine Aufstellung mit Bezeichnung der Unterlagen und der Seitenanzahlen, die Behandlungsunterlagen übersandt werden, muss m.E. .davon ausgegangen werden, dass die Unterlagen trotz Versicherung der Vollständigkeit lückenhaft sind. Wie soll man sich in diesem Fall verhalten,um sich vor Schaden zu schützen ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1)
Darf die Herausgabe von Kopien bestimmter Krankenunterlagen verweigert werden?

Ihr Einsichtsrecht besteht nicht uneingeschränkt.

So kann der Arzt unter Umständen die Herausgabe solcher Dokumentationen verweigern, die ausschließlich eigene subjektive Bewertungen des Krankheitsbildes und des Behandlungsverlauf enthalten. Diese sind abzugrenzen von naturwissenschaftlich objektivierbaren Befunden und Aufzeichnungen über Behandlungsmaßnahmen, die immer an den Patienten herauszugeben sind.

Herauszugeben sind demnach Aufzeichnungen
- der diagnostizierten Krankheiten,
- ergriffene Behandlungsmaßnahmen,
- verschriebene Medikamente.

Nicht herauszugeben können hingegen sein,
- Wertungen des Arztes, die nicht medizinischer Natur sind,
- Persönliche Vermerke zu Ihrer Person bzw. Ihrer Persönlichkeit,
- Vorläufige Verdachtsdiagnosen,
Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die Abgrenzung im Einzelfall fließend ist und daher schwierig sein kann. Im Zweifel wäre Ihr Interesse an der Offenlegung gegen das Interesse des Arztes, dessen persönlichen Einschätzungen für sich zu behalten. Auch dies muss immer im Einzelfall entschieden werden und kann nicht pauschal beurteilt werden. Ein gewichtiger Grund, der einem Einsichtsrecht entgegenstehen könnte, stellen therapeutische Bedenken an der Offenlegung dar. Also dann, wenn sich die Kenntnis des Inhalts der Dokumentation negativ auf die Gesundheit des Patienten auswirken könnte. Dieser Aspekt spielt zumeist bei psychotherapeutischen Behandlungen eine Rolle.

Beachten Sie aber: Auch wenn Aufzeichnungen vorliegen, die nicht herausgegeben werden müssen, kann damit nicht (!) die Einsicht in die gesamte Akte oder auch ganze Aktenteile verweigert werden. Dies jedenfalls dann, wenn die problematischen Stellen zB geschwärzt werden können.

Für die Zurückhaltung von bestimmten Krankenunterlagen sind demnach recht Hohe Anforderungen zu stellen. Prinzipiell ist dies jedoch möglich.

2)
Wenn Kopien von Behandlungsunterlagen per Einschreiben angefordert wurden, unter Beifügung einer Kopie des Personalausweises sowie
mit der Bitte um Mitteilung der Kosten, und dann ohne Übersendung einer Rechnung kostenlos und ohne eine Aufstellung mit Bezeichnung der Unterlagen und der Seitenanzahlen, die Behandlungsunterlagen übersandt werden, muss m.E. .davon ausgegangen werden, dass die Unterlagen trotz Versicherung der Vollständigkeit lückenhaft sind. Wie soll man sich in diesem Fall verhalten, um sich vor Schaden zu schützen ?

Die Frage lässt sich ohne eigene Einsicht in die Unterlagen praktisch nicht beantworten. Die Unterlagen sind nicht zwingend durchnummeriert, so dass sich nicht ohne weiteres auf eine Manipulation schließen lässt. Die übersandten Unterlagen werden auch häufig nicht näher bezeichnet. Immerhin handelt es sich zumeist um einen unliebsamen Verwaltungsaufwand, der aus Sicht der Praxen und Krankenhäusern möglichst gering gehalten werden soll.

Sie werden die Unterlagen daher auf logische Lücken untersuchen müssen und mit dem Verlauf, so wie er in Ihrer Erinnerung stattfand, abgleichen müssen. Selbstverständlich ist auch darauf zu achten, dass der zeitliche Ablauf zutreffend ist. Leider kann an dieser Stelle ohne eigene Einsicht in die Unterlagen kein konkreter Rat erteilt werden.

Sollten Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie mich gerne kontaktieren. Das hier gezahlte Honorar würde in diesem Fall auf die weiterhin anfallenden Kosten angerechnet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 31.05.2017 | 22:13

Sehr geehrter Herr Meyer,

vielen Dank für die gegebenen Informationen !
Ich verstehe Ihre Ausführungen so, dass konkrete sachliche Diagnosen, wie z. Beispiel Laborbefunde, zur Kenntnis gegeben werden müssen und dass dies keinen Einschränkungen unterliegt.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.06.2017 | 08:42

Sehr geehrte Fragestellerin,

genau so ist es. Konkrete sachliche Diagnosen wie etwa Laborbefunde gehören klar zu den Befunden, die Sie ohne Einschränkung herausverlangen können. Wenn Sie also wissen, dass entsprechende Untersuchungen erfolgt sind, sollten Sie die Einsicht nochmals verlangen.

Ich hoffe, dass Ihre Fragen vollständig beantwortet wurden.


Mit freundlichen Grüßen,


A. Meyer

Bewertung des Fragestellers 04.06.2017 | 08:55

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