Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anfechtung von Verzugszinsen Bauträger

13.05.2020 13:03 |
Preis: 30,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


Guten Tag,
für die erste Ratenzahlung einer Eigentumswohung von einem Bauträger wurden mir Verzugszinsen in Rechnung gestellt. Die Verzugszinsen sind dadurch verursacht, dass mir das Schreiben mit der Zahlungsaufforderung erst 4 Wochen nach Einwurf im Briefkasten in den Händen lag. Ich war in diesen 4 Wochen auf Reisen und hatte daher nicht die Möglichkeit das Schreiben entgegenzunehmen und die Zahlung rechtzeitig in die Wege zu leiten.
Ich hatte den Bauträger vor Antritt der Reise (per Email) gebeten, mir alle wichtigen Schriftstücke auch per Email zuzustellen, damit Fristen eingehalten werden. Der Bauträger ging aber zu dem Zeitpunkt missverständlich davon aus, dass ich die erste Zahlungsaufforderung bereits erhalten habe und hat nicht weiter auf meine Bitte zur Weiterleitung reagiert. Der Fall blieb dann aus Unwissenheit beiderseits für 4 Wochen im Briefkasten liegen und nun soll ich für diesen Zeitraum Verzugszinsen von etwas mehr als 4% entrichten.
Aufgrund der Umstände hatte ich dem Bauträger vorgeschlagen, die Hälfte der Verzugszinsen zu aktzeptieren, was aber abgelehnt wurde.
Besteht eine realistische Möglichkeit die Verzugszinsen anzufechten und mit welcher Begründung?
Danke für eine Rückmeldung.
13.05.2020 | 14:41

Antwort

von


(335)
Tannenweg 17
72654 Neckartenzlingen
Tel: 07127/349-1208
Web: http://www.rechtsanwalt-kromer.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die erste Frage ist bereits, ob die Zahlungsaufforderung zum Verzug führen kann. Nur im Verzugsfall sind Verzugszinsen zu zahlen.
Nach § 286 Abs. 3 BGB ist dies, wenn Sie als Verbraucher gehandelt haben, nur dann der Fall wenn bereits auf der Zahlungsaufforderung darauf hingewiesen ist, dass nach 30 Tagen Verzugseintritt eintritt.
Ist das nicht der Fall wäre grundsätzlich vorher eine Mahnung erforderlich mit der Verzugseintritt hätte begründet werden können.

Ansonsten bleibt noch als Argument, dass sich der Bauunternehmer gemäß § 242 BGB nicht darauf berufen kann, dass er Ihnen die Zahlungsaufforderung geschickt hat, wo er doch gebeten wurde, dies per E-Mail zu tun.

Im Übrigen verstehe ich auch den Zeitraum für den Sie Zinsen zahlen sollen nicht ganz. Die Verzinsung beginnt auch erst mit dem Verzugseintritt und nicht mit dem ursprünglichen Rechnungsdatum.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Johannes Kromer

Rückfrage vom Fragesteller 13.05.2020 | 18:13

Besten Dank für Ihre Rückmeldung. Vertraglich ist eine 14-tägige Zahlungsfrist ab Zugang der Zahlungsaufforderung vereinbart. D.h. die Verzugszinsen wurden ab Ablauf der Zahlungsfrist berechnet, ebenfalls 14 Tage.
Aufgrund meiner Abwesenheit habe ich das Schreiben erst zwei Tage vor Ablauf der Zahlungsfrist aus dem Briefkasten entnommen und bin mit der Zahlungsabwicklung über meine Bank die zwei Wochen in Verzug geraten.
Der Bauträger hätte mir die Zahlungsaufforderung zusätzlich per Email zustellen sollen, dann wäre es nicht zu der Verzögerung gekommen. Der Bauträger gibt zurück, dass er davon ausging, dass ich das Schreiben noch vor meiner Email erhalten hatte und diese sich nur auf zukünfige Zahlungsaufforderungen bezog. Eben ein Missverständnis beiderseits.

Lässt sich ausreichend begründen, dass ich praktisch die Zahlungsaufforderung nicht rechtzeitig zur Kenntnis nehmen konnte?

Freundliche Grüsse



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.05.2020 | 18:17

Ja diese Begründung lässt sich hören. Insofern ist auch auf § 286 Abs. 2 Nr. 2 BGB abzustellen, der eine "angemessene Zeit" voraussetzt. In Ihrem konkreten Fall war ja die Frist bei Postversand gerade nicht angemessen.

ANTWORT VON

(335)

Tannenweg 17
72654 Neckartenzlingen
Tel: 07127/349-1208
Web: http://www.rechtsanwalt-kromer.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Maklerrecht, Vertragsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 80374 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle, ausführliche und verständliche Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde zu meiner Zufriedenheit beantwortet! Herzlichen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich hätte niemals gedacht, dass sich ein Anwalt hier so viel Zeit nimmt und dann auch noch so ausführlich und detailliert Fragen beantwortet. Top! ...
FRAGESTELLER