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Anfechtung der Meisterabschlussprüfung


07.07.2006 13:03 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Ich hatte meine Meisterprüfung für meinen Beruf Molkereifachmann abgegeben,
leider bestand ich die Abschlussprüfung nicht.
Jedoch nach meinem Erachten waren einige Leistungen besser als die Noten die ich dafür bekommen habe.
Ich hatte mich einwenig Informiert, und habe erfahren, dass die Prüfung ungültig wäre, wenn der Prüfungsausschuss nicht richtig besetzt sein, diese Information war jedoch auf die Ausbildungsabschlussprüfung und nicht auf die Meisterabschlussprüfung bezogen.
Dort hatte ich gelesen, dass Bei der Prüfung mindestens ein Arbeitgeber ein Arbeitnehmer und ein Lehrer der Berufschule anwesend sein müssen.
Wenn es nicht der fall sein sollte, könnte man vor dem Verwaltungsgericht Widerspruch einlegen.
In meinem Fall schien es auch wirklich so gewesen zu sein.
Der Prüfungsausschuss schien einfach zusammengeschissen worden zu sein, halt wer zeit hatte ist gekommen.
Besonders bei den wirtschaftlichen Fächern bemerkte man, dass die Prüfer keine ausreichende fachliche Eignung hatten, und die Fragen anscheinend aus irgendwelchen Fragekatalogen entnommenworden sind.
Diese Anschuldigungen werden noch verstärkt durch den Grund, das es bei mir, der zweite Prüfungstermin war,(beim ersten erkrankte ich) und speziell für mich de Prüfungsausschuss allein kommen musste, und mir schon vorher geraten wurde nicht zu kommen, da sie ja extra wegen mir kommen müssten.
Und ich davon ausgehe, das sie mich deswegen absichtlich durchfallen lassen haben.
Ich würde jetzt gerne erfahren, welche Möglichkeiten ich hätte die Prüfung aufgrund des falsch besetzten Ausschusses anzufeuchten, und wie ich rausbekommen kann, welche Tätigkeit welches Mitglied des Prüfungsausschusses hat.

Es wurde mir erlaubt nach eigener anfrage in die Abschlussarbeiten nachzuschauen zu einem ausgewählten Termin.
Darf ich dann die arbeiten kopieren, oder wie kann man sie überprüfen lassen, z.B. durch einen Gutachter?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Ohne Einsicht in Ihre Prüfungsakten und ohne nähere Kenntnis Ihrer Prüfungsordnung ist eine abschließende Beurteilung der Erfolgsaussichten Ihrer Rechtsverfolgung nicht möglich. Grundsätzlich gilt aber, dass Prüfungsentscheidungen zu den Bereichen zählen, die der Verwaltung, also in Ihrem Fall der Prüfungskommission, einen nur beschränkt kontrollierbaren Beurteilungsspielraum gewähren, d.h. dass sich Gerichte nicht mit Klagen aus diesem Bereich befassen. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes bezieht sich dieser Freiraum aber nur auf prüfungsspezifische Wertungen (also das Ergebnis), nicht aber auf fachliche Fragen, die den Gegenstand der Prüfung bilden. Auch die Frage, wer prüft, dürfte nachprüfbar sein, denn die Prüfer müssen fachlich dazu geeignet sein, eine Entscheidung über den Prüfungskandidaten zu fällen. Beurteilungsfehler können etwa sein: Verstoß gegen Verfahrensvorschriften (etwa die Besetzung der Prüfungskommission), Fehlen einer nachvollziehbaren Begründung oder sachfremde Erwägungen; letzteres wäre etwa gegeben, wenn Sie tatsächlich nur durchgefallen wären, weil Sie einen Nachprüfungstermin in Anspruch genommen haben. Es muss Chancengleichheit mit allen anderen Geprüften gegeben sein.

Sollte Ihre Prüfungskommission nicht mit kompetenten Prüfern ausgestattet gewesen sein, könnte dies einen Ansatzpunkt für einen Widerspruch und eine hieran anschließende Klage sein. Sie können sich bei der für Sie zuständigen Handwerkskammer über die Prüfer informieren (dies kann auch ein von Ihnen beauftragter Rechtsanwalt). Die Einsicht in die Prüfungsakten durch Sie ist wahrscheinlich nur eine Möglichkeit zum bloßen Anschauen und Notizenmachen; das Fertigen von Kopien wird in der Regel nicht gestattet. Ein Gutachten würde von einem Gericht angeordnet sofern Sie den Sachverhalt einklagen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung zu Ihrem Problemkreis vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt
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