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Anfechtung PKW-Kauf

31.05.2018 08:42 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Sehr geehrte Damen und Herren,

nach einem Pkw-Kauf von privat stellte sich heraus, dass der Verkäufer einen Mangel arglistig verschwiegen hatte. Daraufhin konnte ein Versäumnisurteil auf Zug um Zug Zahlung gegen Rückgabe des Pkw erreicht werden. Der Verkäufer befindet sich laut Urteil im Annahmeverzug. Nachdem der Verkäufer die Zahlung nicht bewirkt hatte, wurde ein Gerichtsvollzieher beauftragt die Summe beizutreiben. Allerdings erfolglos. Der Verkäufer ist nicht auffindbar, Haftbefehl wegen verweigerter Selbstauskunft wurde erlassen. Meine Frage ist nun, ob es einen Möglichkeit gibt, den PKW nun selbst zu verkaufen, oder ihn zumindest wieder fahrtaugich zu machen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist ja nach dem Urteil der Verkäufer wieder Eigentümer geworden, oder?

Um einen kurze EInschätzung wäre ich sehr dankbar.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie schulden dem Verkäufer aus dem Urteil die Rückgabe des Fahrzeugs (Zug-um-Zug gegen Rückzahlung des Kaufpreises). Daher ist ein Verkauf durch Sie selbst nicht zulässig. Auch eine Reparatur und anschließende Nutzung wäre riskant, da hierdurch eine Verschlechterung des Fahrzeugs eintreten kann (durch zusätzlichen Verschleiß, einen Unfall etc.) und Sie sich dann schadensersatzpflichtig machen würden. In Betracht käme eine Pfändung und anschließenden Verwertung durch den Gerichtsvollzieher, wenn nicht damit zu rechnen ist, dass beim Verkäufer noch etwas zu holen ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.05.2018 | 10:07

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Wenn der Pkw nun gepfändet wird und nur ein Teil der geschuldeten Summe erzielt werden kann, ist dann der Schuldner trotzdem noch für den Restbetrag in Anspruch zu nehmen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2018 | 10:14

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Wenn der aus der Verwertung erzielte Erlös nicht zur vollständigen Befriedigung der Forderung aus dem Urteil ausreicht, haben Sie weiterhin Anspruch auf den noch fehlenden Betrag.

Mit freundlichen Grüßen

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