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Anfahrsgebühren bei Kreditvermittlern


03.03.2005 22:34 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Der Sachverhalt:
Ich habe einen Kredit über eine Kreditvermittlung beantragt. Diese hatten mir per Telefon mitgeteilt das nur bei einem persönlichen Treffen der Antrag angenommen/bearbeitet werden kann (Post Ident Verfahren etc. zu unsicher, laut Aussage der Kreditvermittler).

Diesem Treffen hatte ich am Telefon zugestimmt.
Der Kreditvermittler ist zu meinem Wohnung gereist und hat mir den Vertrag unterbreitet und unterschreiben lassen. Dabei hat er weiterhin eine Rechnung von ca. 200 Euro dabei (Fahrtkosten für 700 KM Anreise (incl Rückfahrt)).
Leider habe ich diese Rechnung mit folgendem Wortlaut (wurde so vom Kreditvermittler gewünscht) unterschrieben:
"Geforderte Summe vollständig und unwiederruflich anerkannt."

Ist eine solche Rechnung/Gebühr laut deutschem Recht erlaubt?

Mir wurde per Telefon nicht mitgeteilt das die Anreise/Treffen gebühren kostet oder ähnliches.
Im Kreditvertrag selber befinden sich die normalen Vermittlungsgebühren in den monatlichen Raten.

Danke für die Hilfe.

Grüße
Andreas
Sehr geehrter Ratsuchender,

ohne Ihre Unterschrift hätter der "Vermittler" sicherlich kein Anspruch auf die Fahrtkosten.

Ist ist zwar nicht unerlaubt, die Fahrtkosten zu erheben, nur müssen sie vorher vereinbart oder üblich sein. Beides war hier nicht der Fall.

Durch Ihre Unterschrift haben Sie aber diese Kosten anerkannt und das ändert die Rechtslage zu Ihren Ungunsten.

Es tut mir leid, Ihnen keine bessere Auskunft geben zu können.


Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 03.03.2005 | 22:45

Danke für die schnelle Antwort.
Gibt es keine Rechtsmittel dagegen?
Schließlich hat mit der Kreditvermittler im Glauben gelassen die Anfahrsgebühren müssen immer bezahlt werden, obwohl dies nach deutschem Recht nicht so ist.

Na wenigstens werde ich den Kredit sofort wiederrufen um nicht noch mehr Geld in diesen "Verein" zu stecken.

Ein schönes Wochenende.

Grüße
Andreas

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.03.2005 | 22:53

Ein Widerrufsrecht haben Sie nicht, da es sich nicht um ein Haustürgeschäft handelt, den Sie haben den Vermittler nach dem Telefonat zu sich bestellt/kommen lassen.

So wie Sie den Sachverhalt schildern, kann man auch nicht an Anfechtung denken. Täuschung oder Drohung liegen nicht vor, einen zur Anfechtung erforderlichen Irrtum vermag ich bei Ihrer Darstellung nicht zu erkennen.

Eventuell könnte sich aus dem Vertrag selbst ein Grund zur Kündigung/Anfechtung/Rüchtritt ergeben, da bei Ratenverträgen strikte Offenbarungspflichten bestehten.

Dazu sollten Sie einem Kollegen vor Ort alle Unterlagen zur Prüfung übergeben; beantragen Sie vorher beim Amtsgericht Beratungshilfe, so dass Ihnen keine weiteren Kostenals die Schutzgebühr entsteht.

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