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Anerkennung Veräußerungsverlust §17 EStG nach Liquidation einer UG


18.10.2016 14:35 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Ich habe vor einigen Jahren mit einem Partner eine UG gegründet (50/50) und diese im Jahr 2013 komplett übernommen. Die Liquidation der Firma wurde 2013 in die Wege geleitet und 2015 beendet. Da die Firma Zeit Ihres Bestehens nur Verluste gemacht hat, wollte ich in meiner privaten Einkommenssteuererklärung die Verluste aus der Beteiligung an der UG geltend machen. Dazu zählten neben dem einbezahlten Anteilen auch weitere Einlagen (vor und nach Eröffnung der Liquidation) sowie (sehr geringe nicht zurückgezahlte) Darlehensbeträge, die ich als Privatperson der Firma gewährt habe.

Nun habe ich den Steuerbescheid über meine Einkommenssteuer erhalten. Das Finanzamt erkennt darin aber nur das eingezahlte Nennkapital als Veräußerungsverlust an (bzw. 60% davon), nicht jedoch die weiteren Einlagen/verlorenen Darlehen, die ich der Firma gewährt habe.

Ist dieses Vorgehen korrekt? Nach meinen Informationen ergibt sich das Veräußerungsergebnis ja (vereinfacht) aus der Differenz von Veräußerungspreis und Anschaffungskosten, wobei die Anschaffungskosten nicht nur die Stammeinlage beträgt, sondern eben auch weitere Anschaffungskosten wie Einlagen.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auch verlorene Darlehen sind als nachträgliche Anschaffungskosten steuerlich zu berücksichtigen, ordnungsgemäß veranlasste Einlagen, beispielsweise Zahlungen in die Kapitalrücklage ebenso. Bei den Darlehen ist nach Anlass der Darlehensgabe zu unterscheiden, ob der volle Betrag oder nur ein Teilwert zu berücksichtigen ist.

Möglicherweise waren die Steuererklärungen hierzu fehlerhaft oder unpräzise, weswegen eine Berücksichtigung unterblieben ist.

Der Grund der Nichtberücksichtigung ist in der Begründung des Steuerbescheides üblicherweise angegeben.

Es ist also zu raten, dass Sie Einspruch einlegen und die Angelegenheit weiter verfolgen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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