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Anerkennung Doppelte Haushaltsführung

| 03.08.2016 07:49 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)


Zusammenfassung: Doppelte Haushaltsführung in Fällen der Wegverlegung des Lebensmittelpunktes


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich lebe und arbeite seit 10 Jahren in Stadt H. Die dortige Wohnung ist zusammen mit meiner langjährigen Lebenspartnerin (nicht verheiratet) angemietet.

In naher Zukunft möchten wir beide zusammen in's Umland der Stadt B ziehen (ca. 100 km entfernt). Gründe dafür sind im Wesentlichen private Motive (kürzere Distanz zur Familie, geringere Lebenshaltungskosten, Wunsch nach Veränderung, höhere Lebensqualität). Die Mietkosten würden zunächst hauptsächlich von mir übernommen werden.

Für voraussichtlich einige Monate würde ich die bestehende Wohnung in H weiterhin unter der Woche nutzen um meine jetzige Arbeitsstätte aufzusuchen, meine Lebenspartnerin hingegen würde direkt nach B ziehen und zuerst ein Praktikum und nach beendetem Studium eine Arbeit suchen. Ich würde zunächst jedes Wochenende zur gemeinsamen Wohnung in B pendeln und montags von B nach H fahren.
Parallel dazu würde ich einen neuen Arbeitgeber in B suchen und dorthin wechseln, sobald ein gutes Angebot vorliegt. Zu diesem Zeitpunkt würde ich auch die Wohnung in H kündigen.

Natürlich möchte ich eine doppelte Haushaltsführung geltend machen um Mietkosten, Nebenkosten und Heimfahrtkosten für die Wohnung in H als beruflich bedingte Werbungskosten abzusetzen.


Die Fragen dazu:

1. Besteht die Möglichkeit, dass die doppelte Haushaltsführung nicht anerkannt wird? Beispielsweise weil H weiterhin als mein Lebensmittelpunkt eingestuft wird, aufgrund der Dauer, die ich dort bisher wohn(t)e. Welche Argumente für B als Lebensmittelpunkt können dann gebracht werden, etwa dass ich einige Jahre dort studiert habe und dort noch Bekannte von mir wohnen?
2. Ist es für die Einstufung relevant, wenn ich den Erstwohnsitz zunächst in H belasse und den Zweitwohnsitz für die gemeinsame Wohnung in B anmelde? Grund dafür ist die Umgehung der Zweitwohnsitzsteuer in H, welche in B nicht erhoben wird.
3. Ist die Größe der Wohnung (ca. 60qm, 3 Zimmer) in H von Belang für die Einstufung? Prinzipiell lässt sich diese ja von 2 Personen nutzen, jedoch ist der Mietpreis dafür so hoch wie 1-2 Zimmer Wohnungen im gleichen Stadtteil (keine Erhöhung der Miete seit 7 Jahren). Ein (kurzzeitiger) Umzug würde kostentechnisch daher keinen Unterschied machen.
4. Wie verhält es sich, wenn ich die Wohnung in H statt einiger Monate längere Zeit unterhielte (z.B. 1-2 Jahre), ebenso meine Arbeitsstelle dort behielte. Könnte dann nach einiger Zeit die Einstufung geändert werden, wonach H (erneut) als Lebensmittelpunkt aufgefasst wird?


Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grundlage der angegebenen Informationen möchte ich Ihnen wie folgt eine erste Einschätzung der rechtlichen Lage geben. Bitte beachten Sie dabei, dass Weglassungen oder Änderungen des zu beurteilenden Sachverhaltes mitunter schwerwiegende Folgen für die rechtliche Lösung haben können.

ich lebe und arbeite seit 10 Jahren in Stadt H. Die dortige Wohnung ist zusammen mit meiner langjährigen Lebenspartnerin (nicht verheiratet) angemietet.

In naher Zukunft möchten wir beide zusammen in's Umland der Stadt B ziehen (ca. 100 km entfernt). Gründe dafür sind im Wesentlichen private Motive (kürzere Distanz zur Familie, geringere Lebenshaltungskosten, Wunsch nach Veränderung, höhere Lebensqualität). Die Mietkosten würden zunächst hauptsächlich von mir übernommen werden.

Für voraussichtlich einige Monate würde ich die bestehende Wohnung in H weiterhin unter der Woche nutzen um meine jetzige Arbeitsstätte aufzusuchen, meine Lebenspartnerin hingegen würde direkt nach B ziehen und zuerst ein Praktikum und nach beendetem Studium eine Arbeit suchen. Ich würde zunächst jedes Wochenende zur gemeinsamen Wohnung in B pendeln und montags von B nach H fahren.
Parallel dazu würde ich einen neuen Arbeitgeber in B suchen und dorthin wechseln, sobald ein gutes Angebot vorliegt. Zu diesem Zeitpunkt würde ich auch die Wohnung in H kündigen.

Natürlich möchte ich eine doppelte Haushaltsführung geltend machen um Mietkosten, Nebenkosten und Heimfahrtkosten für die Wohnung in H als beruflich bedingte Werbungskosten abzusetzen.


Die Fragen dazu:

1. Besteht die Möglichkeit, dass die doppelte Haushaltsführung nicht anerkannt wird? Beispielsweise weil H weiterhin als mein Lebensmittelpunkt eingestuft wird, aufgrund der Dauer, die ich dort bisher wohn(t)e. Welche Argumente für B als Lebensmittelpunkt können dann gebracht werden, etwa dass ich einige Jahre dort studiert habe und dort noch Bekannte von mir wohnen?

A: Diese Möglichkeit bestünde, wenn das Finanzamt zu der Auffassung gelangt, dass Ihr Lebensmittelpunkt weiter in H liegen würde. Eine solche Auffassung wäre m.E. nach aber weder wahrscheinlich, noch rechtlich haltbar.
Denn aufgrund der Tatsache, dass Ihre Lebenspartnerin in B wohnen wird und sie mit dieser bereits seit Jahren liiert sind, kann man m.E. nur zu dem Ergebnis kommen, dass sich auch Ihr Lebensmittelpunkt als Paar nach B verlagert. In diesem Fall wäre die Beibehaltung der Wohnung in H zwecks erleichterter Fahrt zur Arbeit beruflich veranlasst und die Geltendmachung der Kosten einer doppelten Haushaltsführung möglich (Wegzugsfall). Unterstützend könnten Sie damit argumentieren, dass Ihre Familie noch in B lebt und Sie auch noch andere sozialen Beziehungen in B unterhalten.


2. Ist es für die Einstufung relevant, wenn ich den Erstwohnsitz zunächst in H belasse und den Zweitwohnsitz für die gemeinsame Wohnung in B anmelde? Grund dafür ist die Umgehung der Zweitwohnsitzsteuer in H, welche in B nicht erhoben wird.

A. Nein, die melderechtliche Anmeldung ist für steuerliche Zwecke irrelevant. Sie bestimmt nicht den Lebensmittelpunkt.

3. Ist die Größe der Wohnung (ca. 60qm, 3 Zimmer) in H von Belang für die Einstufung? Prinzipiell lässt sich diese ja von 2 Personen nutzen, jedoch ist der Mietpreis dafür so hoch wie 1-2 Zimmer Wohnungen im gleichen Stadtteil (keine Erhöhung der Miete seit 7 Jahren). Ein (kurzzeitiger) Umzug würde kostentechnisch daher keinen Unterschied machen.

A: Ab dem Veranlagungszeitraum 2014 ist die Größe und die Miete der Wohnung nicht mehr relevant. Bis dato galt, dass die Kosten notwendig sein mussten, was bei zu großen und zu teuren Wohnungen verneint wurde. Seite 2014 gilt diese Beschränkung nicht mehr. Dafür sind die Kosten der Unterkunft (Miete, Nebenkosten, Wasser, Strom) der Höhe nach auf maximal 1.000 € pro Monat gedeckelt.

4. Wie verhält es sich, wenn ich die Wohnung in H statt einiger Monate längere Zeit unterhielte (z.B. 1-2 Jahre), ebenso meine Arbeitsstelle dort behielte. Könnte dann nach einiger Zeit die Einstufung geändert werden, wonach H (erneut) als Lebensmittelpunkt aufgefasst wird?

A: Nein, sofern Ihr Lebensmittelpunkt in B liegt, können Sie grundsätzlich unbegrenzt die Kosten der doppelten Haushaltsführung geltend machen. Eine Ausnahme gilt nur hinsichtlich der Kosten für Verpflegungsmehraufwendungen. Diese sind auf die ersten 3 Monate nach Begründung der doppelten Haushaltsführung begrenzt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bitte vergessen Sie auch nicht die Vornahme der Bewertung der rechtlichen Begutachtung.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 30.08.2016 | 20:31

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