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Anerkennung / Absetzung Bewerbungskosten mittels Pauschale


| 29.12.2008 19:44 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Jedes Jahr aufs neue habe ich folgendes Problem bei meiner Steuererklärung:

Wie setze ich korrekt meine Bewerbungskosten an?

Bisher habe ich immer versucht meine Kosten mittels Belegen (Rechnungen, Kanssenzettel, etc.) nachzuweisen. Aber oftmals verliert man solch einen Zettel und steht dann komplett ohne da.

Nun habe ich gelesen, das es die Möglichkeit gibt, Bewerbungen mittels einer Pauschale pro Bewerbung anzusetzen (Finanzgericht Köln vom 07.07.2004 (AZ: 7 K 932/03)). Für eine schriftliche Bewerbung werden hier 8,70 Euro und für eine Digitale Bewerbung 2,55 Euro angesetzt.

Hat sich daran etwas geändert (z.B. Höhe der Beträge, etc.)? Ist das Urteil auch auf das Finanzamt Gross-Gerau (Hessen) anwendbar? Was kann ich tun, wenn das Finanzamt Gross-Gerau die Pauschale Abrechnung nicht anerkennt oder die Pauschale kürzt?

Mir würde die Abrechnung per Pauschale enorm helfen, da ich mich seid Mitte 2008 in einer Beruflichen Neuorientierung befinde.
Sehr geehrter Fragender,

eine neuere Rechtsprechung mit anderen Pauschalsätzen ist mir nicht bekannt, weshalb Sie - sofern Sie keinen Einzelnachweis der entstandenen Kosten durch entsprechende Belege mehr nachweisen können - die Ihnen bereits bekannten Pauschalen ansetzen solten. Hierbei sollten Sie sich auf die von Ihnen zitierte Entscheidung berufen.

Diese Kosten mindern als Werbungskosten Ihre Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit bzw. schaffen - sofern negative Einkünfte aus dieser Einkunftsart entstanden sein sollten - im Rahmen des sog. horizontalen Verlustausgleiches Ausgleichspotenzial zur Verrechnung mit anderen positiven Einkünften.

Sollten die Werbungskosten Ihre Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit übersteigen und somit in dem betreffenden Veranlagungszeitraum ein negativer Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte entstehen, so können Sie diesen "Fehlbetrag" im Rahmen der Einkommensteuererklärung als Verlustvortrag (unbegrenzt) in folgende Veranlagungszeiträume vortragen oder als Verlustrücktrag (maximal) in das vorhergehende Jahr zurücktragen.

Da Sie im Falle eines negativen Gesamtbetrages der Einkünfte (bzw. negativen zu versteuernden Einkommens) keine steuerliche Belastung haben, besteht für den Fall, dass diese Kostenpauschalen nicht anerkannt werden solten, mangels "Beschwer" keine Möglichkeit, die Nichtbeachtung mit einem Einspruchs anzufechten.
Daher sollten Sie bei einem gewünschten Verlustvortrag innerhalb der Einspruchsfrist (ein Monat nach Bekanntgabe des Einkommensteuerbescheids) einen Verlustfeststellungsbescheid beantragen. Ist die Nichtbeachtung der Werbungskosten allerdings im Rahmen eines gesonderten Verlustfeststellungsbescheids zum Ausdruck gekommen, kann dagegen mit dem Einspruch vorgegangen werden.

Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben.

Falls Sie meine Hilfe bei einem Einspruch benötigen, können Sie sich gerne an mich im Rahmen einer gesonderten Beauftragung wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Nachfrage vom Fragesteller 29.12.2008 | 20:51

Müssen Bewerbungen mittels eines Absage- oder Einladungsschreiben nachgewiesen werden? Im letzten Jahr wurden mir einige Bewerbungen nicht anerkannt, da ich keinerlei Schreiben oder Antwort vom Arbeitgeber diesbezüglich erhalten habe. Wie sollte man sich hier am besten verhalten bzw. reagieren?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2008 | 21:29

Sie tragen hierfür die Beweislast.

Wenn keine Antwort vorliegt, könnten natürlich Beweisschwierigkeiten auftreten.

Es empfiehlt sich, eine Antwortkarte beizufügen, auf der der pot. Arbeitgeber den Eingang bestätigt, ggf. auch Zeugnis eines Freundes oder Nachweis per Einschreiben (leider teuer). Ggf. auch die pot. Arbeitgeber als Zeugen benennen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, dass Sie das Problem bald nicht mehr haben und die Jobsuche Erfolg hat. Ich drücke die Daumen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Bewertung des Fragestellers 01.01.2009 | 21:23


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