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Anbieter stellt Strom ab

08.03.2018 08:46 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Dietrich


Ich lebe in einer WG, der Stromvertrag der AVU läuft jedoch über mich. Nach einer Zahlungserinnerung mit der Zusatzklausel „Ihre weitere Versorgung mit energie ist von ihrer Zahlung abhängig. Bei Nichteinhaltung des o.g. Termins werden wir den netzbetreiber mit der Lieferungseinstellung beauftragen.", haben wir trotzdem nicht dran gedacht (der Brief wurde von uns versehentlich ungeöffnet zur Seite gelegt) und 4 Wochen später wurde der Strom abgestellt. Die geforderte Summe haben wir direkt überwiesen, nach einem Mailverkehr am nächsten Tag wurde uns jedoch eine komplett andere Summe, ohne Begründung genannt. Mittags bin ich daraufhin mit meinen Kontoauszügen zu einer Außenstelle gefahren und musste dann doch nur die Freischaltung bezahlen. Jetzt hat der dritte Tag ohne Strom angefangen, die Lebensmittel im Gefrierschrank und Kühlschrank sind zum Teil verdorben. Das wäre für uns so nicht passiert, wenn sich der Anbieter 3 Tage vorab noch einmal angekündigt hätte. Zumal ich auch die komplette Zeit mit ärztlichem Attest krank geschrieben bin. Nun zu meiner Frage: Muss der Anbieter sich drei Tage vorab ankündigen? Können wir dahingegen das Geld für die Freischaltung zurück verlangen und Schadensersatz für die verdorbenen Lebensmittel verlangen? Es war eine Rate in Höhe von 127€ offen.
Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich darf der Energielieferant den Strom abstellen bei Zahlungsverzug. Voraussetzung dafür ist nach § 19 Abs. 2 StromGVV, dass der Anbieter die Abschaltung vier Wochen zuvor ankündigt. Diese Frist ist hier Ihrer Schilderung nach eingehalten worden. Weiterhin muss eine Zahlung von mindestens 100 EUR offen sein. Auch diese Voraussetzung ist hier erfüllt.

Nach § 19 Abs. 3 StromGVV gilt ferner:

"Der Beginn der Unterbrechung der Grundversorgung ist dem Kunden drei Werktage im Voraus anzukündigen."

Daran hat sich der Anbieter nicht gehalten. Außerdem ist gemäß § 19 Abs. 4 StromGVV die Versorgung nicht unverzüglich wiederhergestellt worden, obwohl die offene Zahlung beglichen worden ist.

Der Anbieter schuldet daher Schadensersatz für die verdorbenen Lebensmittel. Allerdings kann Ihnen im Sinne von § 254 BGB eine Teilschuld gegeben werden, da Sie das ursprüngliche Schreiben zumindest fahrlässig nicht geöffnet haben. Die Kosten der Unterbrechung (Freischaltung) dürfen Sie ebenfalls zurückverlangen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt

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