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An gegnerischen Rechtsanwalt derbe beleidigende SMS geschickt


23.01.2006 15:11 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Mein Freund hat per SMS einem Rechtsanwalt eine derbe SMS geschickt. Es geht um einen Streit um einen Hauptdarsteller bei "Verbotene Liebe". Mein Freund ist der Manager. In diesem Showgeschäft gibt es ständig Ärger und somit auch viel Anwaltskorrespondenz.
Irgendwie scheint das auch zum Geschäft zu gehören und wenn der Anwalt ruhig Blut bewahrt passiert schon nichts. Wer als Anwalt in diesem Geschäft tätig ist muss vielleicht ein wenig gelassen bleiben...
Nun, das ist aber jedem Anwalt selbst überlassen. Beleidigen lassen braucht sich schließlich keiner.

Mein Freund hat dummerweise geschrieben, als es zum Eklat kam: "Schieben Sie sich Ihren Daumen in den Arsch!" Der Anwalt drohte danach direkt mit Strafanzeige. Da es eine geschriebene SMS ist, fällt der Beweis sicher nicht schwer.

Jedoch, ich bin ja auch in der Lage, von jedem X-beliebigen Absender SMS abzuschicken.

Was ist die Strafe für "Schieben Sie sich Ihren Daumen in den Arsch"? Ist es noch schlimmer, dass er in Sie-Form geschrieben hat? Wäre das "Schieb Dir" vielleicht nicht so schlimm gewesen?

Falls es zu einer Anhörung kommt, was soll er sagen? Am besten gleich entschuldigen für so eine derbe SMS oder alles abstreiten?

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Sehr geehrter Fragensteller,


Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

Eine Beleidigung wird definiert als Angriff auf die Ehre einer anderen Person durch Kundgabe ihrer Missachtung. Die sms Ihres Freundes erfüllt den Tatbestand der Beleidigung nach § 185 StGB. Falls der Anwalt noch über die sms verfügt, wird das Gericht nicht daran zweifeln, dass ihr Freund der Verfasser ist. Von daher ist es in Bezug auf die Strafzumessung klüger, die Tat direkt zuzugeben und auch sich zu entschuldigen, denn nach § 46 StGB wird bei der Strafzumessung auch das Verhalten des Täters nach der Tat, besonders das Bemühen, den Schaden wieder gut zumachen, berücksichtigt.

Beleidigung kann mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Welche Strafe verhängt wird, ist auch abhängig davon, ob bereits einschlägige Vorstrafen vorliegen. Ist Ihr Freund strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten, kommt auf jeden Fall eine Einstellung des Verfahrens gemäß §§ 153 f StGB in Betracht, eventuell bei Erfüllung einer Auflage. Dies sollten Sie auf jeden Fall anregen, falls es zu einer Anzeige kommt.

„schieb dir“ ohne „Arsch“ allein wäre wahrscheinlich weniger ehrverletzend gewesen, zwischen der Anrede „du“ und „Sie“ vermag ich keinen Unterschied zu sehen.

Ich hoffe, ich war Ihnen soweit behilflich und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 23.01.2006 | 16:28

Vielen Dank! Ich werde ihm raten sich zu entschuldigen. Anhand des Verbindungsnachweises wird man feststellen können, dass er es wirklich war.

Ist Beleidigung ein Offizialdelikt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.01.2006 | 17:07

Die überwiegende Mehrheit der Straftatbestände sind Offizialdelikte. Darunter versteht man Delikte, die von Amts wegen und ohne Rücksicht auf den Willen des Verletzten staatlich verfolgt werden. (Voraussetzung ist natürlich, dass die Strafverfolgungsbehörden auch Kenntnis erlangen) Das Gegenstück zu Offizialdelikten sind Antragsdelikte, wie zum Beispiel Hausfriedensbruch § 123 StGB. Dann steht ausdrücklich dabei, dass die Tat nur auf Antrag verfolgt wird. Antragsberechtigt ist in der Regel nur der Verletzte. Gemäß § 194 I StGB ist auch Beleidigung grundsätzlich ein Antragsdelikt.

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